Meinungsfreiheit
Zensur?

Wieso lese und höre ich seit ein paar Jahren so oft von Zensur? Weshalb äußern Menschen in letzter Zeit verstärkt, daß sie Sorge hätten, es brächte ihnen Nachteile, wenn sie ihre Meinung äußern?

Man brauchte auch vor 30 oder 40 Jahren Mumm, am Arbeitsplatz den Mund aufzumachen, falls deutlich wurde, daß man mit seiner Meinung gerade allein dasteht. Ebenso innerhalb der Familie, im Klassenzimmer, auf dem Schulhof, egal wo. Mumm und das Zeug, eine Debatte durchzustehen. Das ist bei uns noch nie ein Breitensport gewesen.

So viele brisante Themen

Woher kommt das Gerede von Zensur? Die Situationen und Plattformen haben sich verändert. Der Stammtisch war im Vergleich zu Social Media ein recht überschaubarer Ort. Und was ist das überhaupt, Zensur? Kann mich jemand gegen meine Willen zum Schweigen bringen?

Flüchtlingsfragen, Klimafragen, Pandemiefragen… Wir leben in bewegten Zeiten mit interessanten Aufgaben und Herausforderungen. Was soll man machen, wenn man sich über so vieles aufregen muß, zu so vielem etwas sagen möchte, aber gar nicht die Zeit findet, sich auch bloß bei der Hälfte der Themen sachkundig zu machen?

Na, dann wird es eben ein Räsonieren am Stammtisch oder bei der Bassena. Aber neuerdings – via Social Media – mit einer prinzipiellen Reichweite, die man in realer sozialer Begegnung nicht hatte, ist das anders.

Wenn man beachtet werden will und nicht beachtet wird, womöglich auch mit groben Antworten stumm gemacht wird, kann es ja sein, daß man dieses Gefühl bekommt: Zensur! Doch es bleibt ein Unterschied, ob mir Leute nicht zuhören wollen oder ob mir der Mund verboten wird.

Wie geht Zensur?

Hätten wir in diesem Teil Europas Zensur, wären wir mit einer Armee von Zensoren konfrontiert. Es könnte nur publiziert werden, was die abnicken. Medienzugänge wären von Türhütern besetzt. (Allein was ich hier auf dem WOCHE-Server mache, wäre völlig undenkbar.)

All diesen Leuten einer Zensurbehörde würden Legionen von Spitzeln zuarbeiten. Davon hätten wir welche in der eigenen Familie, im Freundeskreis, an den Arbeitsplätzen. (Heute wirkt auch leistungsstarke Software in diesem Geschäft mit.)

Nie wüßten wir, wer alles dem System dient. Selbst private Gespräche könnten sanktioniert werden. Wir müßten immer auf der Hut sein, wo wir was zu wem äußern. Es gibt endlos viele Beispiele von Zensur aus vergangenen Tagen.

Sie reichen bis in die Gegenwart. Aber zum Glück nicht bei uns. Wer das Risiko, sich unbeliebt zu machen, schon als „Zensur“ deutet, sollte vielleicht am eigenen Selbstbewußtsein arbeiten.

Herrscht Zensur, werden einzelne Menschen bespitzelt und Veröffentlichungen streng kontrolliert. Verstöße gegen die Reglements werden hart geahndet. Manchmal kommt nachts ein Rollkommando und schafft eine vorlaute Seele aus der Welt.

Dennoch gab es immer auch Menschen, die einer Tyrannei getrotzt haben. Immer waren da Geister, die nicht schweigen wollten, dabei ihre Freiheit, auch ihr Leben riskiert haben.

Wer also „Zensur!“ schreit, weil er oder sie sich nicht gehört fühlten, könnte erst einmal überprüfen, was man sich an relevantem Wissen erarbeitet hat und wie man sich mit vorhandenen Medienzugängen Gehör verschaffen kann. Das ist in der Regel eine gute Portion Arbeit, die sich nicht von selbst erledigt.

+) Übersicht: Zur Pandemie-Debatte

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