Giovanni Prietl nimmt Abschied von Kapfenberg – und übersiedelt nach Gleisdorf

Der Kapfenberger Stadtpfarrer Giovanni Prietl wechselt im September nach Gleisdorf.
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„In Anlehnung an Heraklit darf gesagt werden, die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung." Mit diesen Worten hat der Kapfenberger Pfarrer Giovanni Prietl seinen Wechsel am 12. Jänner mitgeteilt: Prietl kehrt in die Südoststeiermark zurück und wird den Seelsorgeraum Gleisdorf mit fünf Pfarren leiten. Er kennt die Gegend bereits. Nach Bruck, wo er Kaplan unter dem gebürtigen Gleisdorfer und jetzigen Bischof Wilhelm Krautwaschl war, war er Kaplan in Hartberg und Pfarrer in Hartberg-Umgebung, ehe er 14 Jahre in Kapfenberg wirkte. In Kapfenberg werde er aber immer „dahoam“ sein. Er verlässt die Region  Anfang September wehmütig aber mit großer Dankbarkeit und Freude auf Neues.

Haben Sie vorgehabt die Pfarre zu wechseln oder wurden Sie „gerufen“?
GIOVANNI PRIETL: Ich habe mich noch nie für eine Pfarre beworben, so auch diesmal nicht. Die Verantwortlichen kennen mich und bis jetzt hat es auch immer gepasst. Ich habe auch immer gewusst, dass ich in Kapfenberg nicht in Pension gehe, aber der Zeitpunkt war unklar. Ich wäre gerne noch 5 Jahre geblieben. Ein Wechsel ist immer mit viel Aufwand und Arbeit verbunden. Demnach war ich schon überrascht, als mich unser Bischof im Oktober gefragt hat, ob ich Gleisdorf übernehmen würde.

Wann ist der Entschluss gefallen und warum?
Grundsätzlich sieht unsere Dienstordnung vor, dass man ungefähr nach zirka 10  bis 15  Jahren die Pfarre wechseln soll. Aber wenn man dann konkret gefragt wird, fängt man zu denken an. Drei Monate habe ich nachgedacht, ob es der richtige Zeitpunkt und Ort ist. Aber ich habe nun die innere Gelassenheit gefunden und entschieden, dass ich es mir jetzt vorstellen kann. Ab September werden ja die Seelsorgeräume neu aufgebaut und ich kann dann von Beginn an dabei sein und kann nach meinen Vorstellungen mitgestalten. Das ist mir wichtig. Und hier in der Obersteiermark, in Kapfenberg und den Pfarren Alfenz, Thörl und Turnau haben wir vieles auf´ Gleis gebracht und grundsätzlich könnte es gut so weiterlaufen, auch wenn im September St. Lorenzen, St. Marein und Frauenberg dazukommen.

Halten Sie die Rochaden bei den Pfarren für sinnvoll?
Ja. Obwohl man vieles aufgebaut hat und vieles kennt, pendeln sich Dinge ein. Ein Wechsel hat  den Vorteil, dass ein neuer Pfarrer mit seinen Vorstellung wieder andere Personen anspricht und neue Akzente setzt.

Die einzig Konstante ist die Veränderung. Ein Zitat, aber wie leicht tun Sie sich damit?
Wir alle sind für Veränderungen, solange sie uns selbst nicht betreffen. Wenn man sich aber dann auf eine neue Sache einlässt, tun sich wieder Dinge auf, mit denen man nicht gerechnet hat. Im Grunde genommen gehe ich immer mit mehr Vertrauen als Wissen in eine neue Sache. In Kapfenberg haben sich viele Kontakte und Freundschaften aufgetan und auch in der Oststeiermark wird das wieder so sein.

Wie haben sich die Aufgaben eines Pfarrers in Ihrer Zeit geändert?
Grundsätzlich ist zu unterscheiden, was Pfarrer und Priester sein bedeutet. Priester ist jeder, der geweiht wurde, und ich bin von ganzem Herzen und von ganzer Seele Priester, ich liebe meinen Job und es ist zutiefst meine Berufung. Pfarrer sein hingegen ist oft sehr anstrengend, viel Organisation, Verwaltung, Wirtschaftliches und auch oft mühsam. Also ein ganz anderer Bereich als man glauben würde. In Wirklichkeit braucht es aber auch Personen, die diese Leitungsfunktion aufgreifen, damit Seelsorge gelebt werden kann.

Gibt es bereits Pläne für Kapfenberg?
Vielleicht haben der Generalvikar als Personalchef und sein Ausschuss schon jemanden im Blick, aber das entzieht sich meiner Kenntnis. Kommen wird aber jemand.

Was hinterlassen und wünschen Sie den Kapfenbergern, was was wird Ihnen fehlen?
Ich habe immer versucht, eher niederschwellig und sehr breit zu arbeiten. Ein hohes Gut ist die Gastfreundlichkeit, die ich selbst erlebt habe und die jeder erleben soll. Das möchte ich mitgeben, gastfreundlich sein und Begegnungen zulassen. Fehlen werden mir die Freunde und Bekannten und die Beheimatung, die ich erlebt habe. Ich werde Kapfenberg nicht vergessen und habe in nächster Zukunft doppelten Grund wieder zu kommen: Ich lasse auch meine Bienen hier.

Gab es ein Highlight in diesen 14 Jahren?
Kapfenberg ist nicht unbedingt das Bethlehem der Obersteiermark. Viele waren 2006 skeptisch, wie ein Oststeirer in diese Industrieregion passt und auch ich war mir ein Stück weit unsicher. Aber es ist gelungen und wir sind  gesellschaftlich, politisch und kirchlich gut verankert. Auch mit den vielen Firmen. Viele die Kirche mittragen, zeigen das nicht unbedingt, indem sie am Sonntag in die Kirche gehen. Aber wenn man etwas braucht, wird es möglich und gemeinsam konnten sehr viele Projekte umgesetzt werden. Betonen möchte ich auch, dass eine lebendige Pfarre nicht vom Pfarrer alleine, sondern von einem großen Team abhängt. Den Sekretärinnen, Pastoralassistenten, Wirtschafts- und Pfarrgemeinderäten und Mitbrüdern, und den vielen weiteren ehrenamtlichen Personen.

Werden Sie die traditionelle Pfarr-Reise Ende August noch leiten?
Ja, das mache ich noch. Es geht nach Deutschland und die Ausschreibung erfolgt noch im Jänner. Noch sind Plätze frei.

Lebenslauf und Umsetzungen

Giovanni (Johann) Prietl, Hobbykoch, Rad-, Schifahrer und Imker wird ab Herbst den Seelsorgeraum Gleisdorf mit den Pfarrern Gleisdorf, Sinabelkirchen, Markt Hartmannsdorf sowie St. Ruprecht und St. Margarethen a.d. Raab leiten. Geboren 1969, aufgewachsen in Übelbach war er Kaplan in Bruck, unter dem gebürtigen Gleisdorfer und jetzigen Bischof Wilhelm Krautwaschl. Danach Kaplan in Hartberg und Pfarrer in Hartberg-Umgebung, ehe er 2006 Kapfenberg übernahm.

Umsetzungen in Kapfenberg:
Außensanierung aller drei Pfarren St. Oswald (+neue Orgel), Heilige Familie, Schirmitzbühel (plus Pfarrhof neu, Beleuchtung), sowie St. Martinskirche, neue Pfarrkanzlei. 800 Jahre Diözese mit Bühne am Hauptplatz 2018.
Noch unter seiner Leitung: 1. Kapfenberger Pfarrball am 22. Februar im Haus der Begegnung am Schirmitzbühel.

Autor:

Andrea Stelzer aus Bruck an der Mur

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