Reisewarnung im Tourismus
Bald nur mehr Gutscheine statt Geld?

Viele befinden sich jetzt in der leidlichen Situation: Den Urlaub in der Türkei oder Griechenland hat man noch im Jänner dank günstiger Frühbucher-Bonus bezahlt, doch jetzt fällt aufgrund der Corona-Krise die ganz Reise ins Wasser. Was tun? Gibt's Geld oder Gutschein? Was bei Flugreisen schon trauriger Usus ist, könnte jetzt auch den Pauschalreisen drohen. Denn auf EU-Ebene brodelt's. Vor allem die Deutschen wollen damit die stark ins Trudeln geratene Tourismusbranche entlasten.

ÖSTERREICH. 4000 Euro hat er gekostet, der Pauschalurlaub für die ganze Familie. Doch statt Geld will der Reiseveranstalter einen Gutschein anbieten. Was tun? "Der Konsument hat das Recht, sein Geld zurückzubekommen und muss sich nicht mit einem Gutschein abspeisen lassen", so Konsumentenschützer. Denn laut aktueller Gesetzeslage gibt es in Österreich keinen Gutscheinzwang. Aber auf EU-Ebene will man das jetzt aufweichen, und es solle eine Ausnahme geben, damit das Geld nicht erstattet werden muss, sondern stattdessen auch ein Gutschein angeboten werden kann. Nach der Videokonferenz der EU-TourismusministerInnen gestern und im Vorfeld der morgigen Videokonferenz der EU-VerkehrsministerInnen pocht SPÖ-EU-Delegationsleiter Andreas Schieder auf die Einhaltung von KonsumentInnenrechten in der Reise-und Tourismusbranche: "Die Corona-Pandemie bedeutet für alle in der Branche, für Reisebüros, Airlines und Bahnunternehmen eine enorme wirtschaftliche Herausforderung. Die müssen wir gemeinsam meistern, der Schaden darf nicht auf die Konsumenten und VerbraucherInnen abgeschoben werden. Genauso wie die Unternehmen sind sie durch die Corona-Pandemie von heftigen Einbußen betroffen. Die Konsumenten können das Risiko der Unternehmen nicht alleine tragen."

Gutscheinzwang bei Reise-Storno ist nicht akzeptabel

Besonders die deutsche Bundesregierung  macht sich für eine Aussetzung der Rückerstattungspflicht stornierter Reisen stark. Schieder dazu: "Das widerspricht geltendem EU-Recht. Auch wenn manche Unternehmen und Mitgliedstaaten jetzt ablenken und aggressiv Gutscheinlösungen bewerben, können grundlegende KonsumentInnenrechte nicht ausgehebelt werden. Das Recht auf Erstattung bleibt bestehen." Der SPÖ-EU-Abgeordnete fordert eine europäische Lösung, die die Bedürfnisse der Unternehmen und der KonsumentInnen mitdenkt: "Durch Einrichtung eines Reise-Notfallfonds könnten die Rechte der VerbraucherInnen und die Liquidität von Unternehmen gewährleistet werden. Natürlich wollen wir den Unternehmen und Beschäftigten der Tourismusbranche helfen und Arbeitsplätze retten. Aber nicht indem wir die legitimen Ansprüche der Reisenden beschneiden und hart erkämpfte VerbraucherInnenrechte aushebeln."

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