Fußall-WM-Fazit
Peter Stöger über Messi-Verschwörung und Österreichs Durchschnittsleistung
- Peter Stöger zog im Ö1-Mittagsjournal sein vorläufiges Fazit zur Fußball-WM in den USA.
- Foto: APA-Images/APA/GEORG HOCHMUTH
- hochgeladen von Luca Arztmann
Einen Tag vor dem großen Finale der Fußball-Weltmeisterschaft am Sonntag, 19. Juli, zieht der ehemalige Nationalspieler und Ex-Trainer Peter Stöger im Ö1-Journal ein umfassendes Fazit. So bescheinigt er Österreich nur eine durchschnittliche Leistung und sieht sich in seiner Prognose bestätigt, dass es keinen "Überraschungsweltmeister" geben wird.
ÖSTERREICH. Der ehemalige österreichische Nationalspieler und Fußballtrainer – zuletzt vom SK Rapid Wien – war am Samstag, 18. Juli, zu Gast im Ö1-Mittagsjournal. Dort sollte er sein Fazit zur derzeit noch laufenden Fußball-Weltmeisterschaft abgeben. Zunächst aber zu seiner Prognose zum morgigen Finale in New Jersey ab.
Beim Spiel Spanien gegen Argentinien treffen für Stöger zwei Teams aufeinander, die sich beide im Laufe des Turniers steigern konnten. Mit einem "Überraschungsweltmeister" habe er ohnehin nicht gerechnet, darin sieht er sich bestätigt. Wer sich am Ende durchsetzen wird: "Argentinien, fürchte ich", so Stöger. Damit wäre das Team rund um Superstar Lionel Messi das erste, welches den Weltmeistertitel jemals verteidigen kann.
"Aggressivität ist nicht meins"
Eine vor allem in den Sozialen Medien suggerierte systematische Bevorzugung der Argentinier – der Moderator bezeichnet es als "Messi-Verschwörung" – kann Stöger nicht erkennen. Dennoch kann der Fußball-Experte nachvollziehen, dass die Spielweise der Südamerikaner polarisiert: "Diese extreme Aggressivität ist jetzt nicht meins.“
- Laut Peter Stöger werden die Argentinier, welche Österreich mit 2:0 besiegten, das Finale für sich entscheiden.
- Foto: ÖFB | Christopher Kelemen
- hochgeladen von Ronja Reidinger
Den Spaniern bescheinigt Stöger eine enorme Qualität und sieht in ihnen die spielerisch stärkste Mannschaft im Turnier. Was die Finalisten vereint: Beide konnten gegen Österreich einen Sieg feiern, womit das Gespräch bei der heimischen Nationalmannschaft anlangt.
Baumgartner fehlte eindeutig
"Wenn jemand sagt, wir haben gegen die Finalisten verloren, dann muss man auch sagen: Wir waren gegen Algerien schon fast draußen", so Stäger. Der Elf von Teamchef Ralf Ragnick stellt Stöger kein wahnsinnig gutes Zeugnis aus: "Es war gerade einmal eine durchschnittliche Performance.“
Dennoch habe man historisch geschaffen, immerhin war Österreich das erste Mal seit knapp 30 Jahren "wieder dabei". Deutlich besser wäre die Leistung der Nationalelf mit dem Offensivmittelfeldspieler Christoph Baumgartner gewesen, der sich beim Aufwärmen vor dem letzten Testspiel verletzte: "Er wäre der ideale Mann gewesen, weil er als Bindeglied von hinten raus in die Spitze geht und selbst gefährlich werden kann.“
Arnautović kaum zu ersetzen
Die zukünftige Entwicklung der Österreicher wird wohl ohne die beiden in die Jahre gekommenen Top-Stars David Alaba und Marko Arnautović stattfinden müssen. Einen kompletten Umbruch bräuchte es laut Stöger aber nicht: "Ich glaube, dass diese Generation immer noch in der Lage ist, großartigen Fußball spielen zu können.“
- Marko Arnautović ist für Stöger kaum zu ersetzen.
- Foto: APA-Images / APA / GEORG HOCHMUTH
- hochgeladen von Kevin Chi
Eine Schwäche sieht Stöger aber in der Offensive, dort werde ein Arnautović kaum eins zu eins ersetzen sein. Das könnte ein laut ihm ein Problem werden, weil: "Die Neuner, die Torjäger, die die Spiele entscheiden, das sind am Ende immer noch die wichtigsten Spieler.“
VAR grundsätzlich gut
Abseits des Fußballs äußert sich Stäger wenig überraschend kritisch zu den beiden kontroversen Akteuren der WM: dem US-Präsidenten Donald Trump und dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino. "Das ist natürlich ein super Gespann". Trump intervenierte bei Infantino, dass eine Sperre nach einer Roten Karte gegen einen US-Spieler vor dem Achtelfinale gegen Belgien aufgehoben werden sollte – gesagt, getan.
Den ebenfalls viel diskutierten Video Assistent Referee (VAR) hält der Fußball-Experte für eine grundsätzlich gute Idee, die Umsetzung sei aber diskutabel. Vor allem die Frage, wann der VAR tatsächlich eingreifen soll, denn das sollte eigentlich nur bei klaren Fehlentscheidungen passieren: "Das Problem ist mittlerweile geworden: Was ist eine gravierende Fehlentscheidung und wo beginnt es?“, wirft Stöger ein.
Das könnte dich auch interessieren:
Aktuelle Nachrichten aus Österreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.