Kfz-Mechaniker und Metalltechnik: Häufigsten Lehrberufe auf der Mangelberufsliste

Das Schweißen lernt man im Lehrberuf Metalltechnik. Die Nachfrage nach Schweißern ist sehr hoch.
  • Das Schweißen lernt man im Lehrberuf Metalltechnik. Die Nachfrage nach Schweißern ist sehr hoch.
  • Foto: Arnold Burghardt
  • hochgeladen von Linda Osusky

ÖSTERREICH. Metalltechniker und Kfz-Mechaniker gehören zu den beliebtesten drei Lehrberufen, die männliche Jugendliche ergreifen. Dennoch finden sich Schweißer und Kfz-Mechaniker auf der Mangelberufsliste. Wie kommt es dazu, dass in diesen Berufen ein Fachkräftemangel herrscht?

Demografie und Konjunktur

Das hat zum einen demografische Gründe: Es gibt weniger Jugendliche als noch vor zehn Jahren. "Der Fachkräftebedarf ist aber auch konjunkturell bedingt und offenbar so groß, dass er vom Inland nicht gedeckt werden kann", sagt Margit Kreuzhuber von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zu den Regionalmedien Austria (RMA).

Vorbild Maurer

Dass ein Fachkräftemangel herrscht, leugnet Alexander Prischl vom Gewerkschaftsbund nicht. Doch während Wirtschaftsvertreter die Regionalisierung der Mangelberufsliste fordern, die auch im Regierungsprogramm vorgesehen ist, rufen Arbeitnehmervertreter die Betriebe auf, mehr auszubilden sowie für bessere Bedingungen und Löhne zu sorgen. Dies sei beim Maurer vorbildlich gelungen, lobt Prischl. "Der Lehrberuf wurde qualitativ aufgewertet, die Lehrlingsentschädigung wurde erhöht und ist nun einer der zehn häufigsten Lehrberufe."

"Mehr ausbilden reicht nicht"

Alfred Freundlinger von der WKÖ sagt, dass es eine unzulässige Vereinfachung sei, zu behaupten, die Betriebe sollen mehr ausbilden. "Den Unternehmern ist das bewusst, aber die Arbeitsbedingungen oder Löhne zu verbessern, greift zu kurz, weil der Bedarf an Lehrlingen etwa im Westen so groß ist, dass er durch die Jugendlichen gar nicht gedeckt werden kann", sagt er im Gespräch mit den RMA. Im Tourismus sei die Lehrlingsentschädigung überdurchschnittlich erhöht worden und dennoch: Im Pongau bewerben sich laut WKÖ auf 100 offene Lehrstellen für Köche sechs Personen.

Mehr Kriterien für Mangelberufsliste

Hinzu kommt noch, dass etwa die Hälfte der ausgebildeten Lehrlinge nach fünf Jahren die Branche wechsle, wie Gernot Mitter von der Arbeiterkammer (AK) sagt. Er gibt zu bedenken, dass die Mangelberufsliste nur aufzeigt, wie viele Arbeitsuchende auf eine offene Stelle kommen. Eine differenziertere Betrachtung wäre angebracht. So ist es laut Mitter ein Indiz für einen Mangelberuf, wenn Arbeitgeber einen höheren Lohn anbieten müssen, um eine Stelle neu zu besetzen. "In Deutschland wird auch beachtet, wie lange eine offene Stelle unbesetzt bleibt", sagt Mitter.

Nachgefragte Lehrberufe

Unter den Mangelberufen finden sich unter anderem folgende Lehrberufe: Bautischler, Dachdecker, Fliesenleger, Zimmerer, Spengler, Betonbauer, Landmaschinenbauer.

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