Pflasterer: Mehr als nur Steineklopfen

Beim Pflastern ist auch Kopfrechnen gefragt.
  • Beim Pflastern ist auch Kopfrechnen gefragt.
  • Foto: Peter Nowotny
  • hochgeladen von Linda Osusky

ÖSTERREICH. Pflasterer beklagen die mangelnde Vorbildung der Bewerber für eine Lehre. "Der Beruf bedeutet nicht nur Steine klopfen", sagt Peter Nowotny, Bundesinnungsmeister der Pflasterer, zu meinbezirk.at. Zum Job gehören Vermessungsarbeiten, Nivellierung und Absteckarbeiten. Dafür müsse man berechnen können, wie viel Material benötigt wird. "Doch viele Pflichtschulabgänger haben Probleme beim sinnerfassenden Lesen und Kopfrechnen", so Nowotny.

Fußgängerzonen sorgen für Pflasterboom

Dies ist laut Nowotny mit ein Grund für den Rückgang bei den Lehrlingen. Eine Mitgliederbefragung laufe derzeit, um die genauen Ursachen für den Rückgang zu erheben. Die größte Krise hat die Pflasterbranche aber schon länger überwunden. Der Asphalt-Boom habe dem Berufsstand in den 1970er- und 1980er-Jahren schwer zu schaffen gemacht. "Der Asphalt kam mit der Motorisierung, war günstig, galt als modern und hielt die Straßen staubfrei.", so Nowotny. Doch mit der Errichtung von Fußgängerzonen wie etwa am Wiener Stephansplatz, sei wieder ein Aufschwung gekommen, erinnert sich der Pflasterermeister. "Dennoch haben wir in Österreich im Vergleich zu Deutschland eine wesentlich geringere Pflasterquote", betont er.

Pflastersteine der Umwelt zuliebe

Was wenige vermuten: Pflastersteine seien umweltfreundlich, da sie wiederverwendbar sind, während Asphalt entsorgt und neu verlegt werden müsse, wenn etwa Gehwege aufgemacht werden müssen, um Rohre und Kabel zu verlegen, betont Nowotny. Die Digitalisierung müssen Pflasterer nicht fürchten, wird doch nach wie vor vieles wie seit Jahrhunderten händisch gemacht. Das macht den Job körperlich anstrengend und zu einer Männerdomäne: Nur zwei von österreichweit etwa 1.000 Pflasterern sind Frauen, schätzt Nowotny. 

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