Theater im Kürbis
Lyrik, Prosa und Musik für den Frieden
- Das Ensemble der Kulturinitiative Kürbis Wies widmet sich in seiner aktuellen Produktion dem Thema Krieg.
- Foto: Josef Fürbass
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Umgeworfene Stühle liegen kreuz und quer. Alles ist kaputt. Die Bühne gleicht einem Schlachtfeld. Aber warum führen Menschen überhaupt Kriege? Mit der Collage „Wo die Kanonen blühn“ regt die Kulturinitiative Kürbis Wies das Publikum an, sich Gedanken über Sinn und Unsinn von Krieg zu machen. Texte und Lieder geben Impulse.
WIES. Zu Beginn der Aufführung ist das wahre Ausmaß der Zerstörung noch nicht sichtbar. Das „Leichentuch“ hüllt alles zu. Zwei Frauen (Dagmar Lais, Sarah Masser) erheben sich von ihren Plätzen, um die Zuschauer mit der Frage „Weißt du, wo die Kanonen blühn?“ zu konfrontieren. Irgendwann machen sie sich daran, das weiße Laken von der Bühne zu entfernen. Erst jetzt offenbart sich das Chaos. Das Bühnenbild lässt viel Interpretationsspielraum zu.
Wo die Kanonen blühn
Zwischen den Hindernissen, die ihnen den Weg verräumen, finden die beiden Frauen am Boden verstreute Zettel vor. Sie heben sie auf und lesen daraus vor. Ein umgestürzter Tisch dient ihnen als Rednerpult. Die Aphorismen und Kurzaussagen stammen von Erich Kästner, Eva Rechlin, Bertold Brecht, Anna Baar, Hans Peter Graß. Albrecht Goes, Erich Mühsam und Max Prosa. Sie bewegen und rütteln auf.
Betroffenheit steht den Frauen ins Gesicht geschrieben. Dazwischen interpretiert Dominikus Plaschg mit ausdrucksstarker Stimme Songs und begleitet sich dazu selbst auf der Akustikgitarre. Die Liedauswahl fiel dabei auf Rainhard Fendrich (Schwarz oder weiß), Freddy Quinn (Hundert Mann und ein Befehl), Reinhard Mey (Nein, meine Söhne geb ich nicht), Hannes Wader (Es ist an der Zeit) und Pete Seeger (Sag mir wo die Blumen sind).
- Dominikus Plaschg singt Lieder von Fendrich, Quinn, Mey, Wader und Seeger.
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Ein Nachdenken über Sinn oder Unsinn von Krieg
Wo gibt es Lieder und Aussagen zum Thema Krieg und Frieden? Mit dieser zentralen Frage beschäftigte sich Karl Posch, der für Konzept, Textzusammenstellung und Regie verantwortlich zeichnet, eingehend. Bei seiner Recherche hat er aus einer Vielzahl von Texten Beispiele herausgefiltert und zu einer Collage verarbeitet.
- Dagmar Lais (re.) und Sarah Masser wandeln durch die zerstörte Welt und rezitieren Texte, die sich gegen den Krieg richten und eine Stimme für den Frieden erheben.
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So haben auch Zitate wie „Wenn die Reichen Krieg führen, sind es die Armen, die sterben“ von Jean-Paul Sartre, „Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hingehen müssen“ von Erich Maria Remarque oder „Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen“ von Albert Einstein Eingang in die Produktion gefunden.
- Die Vergänglichkeit menschlichen Lebens im Krieg findet auch auf Kreuzen ihren Ausdruck.
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„Ziel ist es, die Leute für dieses Thema zu sensibilisieren.“, so Posch. „Und auch aufzuzeigen, was passiert, wenn Menschen Macht haben. Wenn man Frieden will, muss man ihn selbst leben. Dazu braucht es Liebe.“ Auch diese Botschaft soll vermittelt werden.
Kennst du das Land, wo die Kanonen blühn? Du kennst es nicht? Du wirst es kennen lernen. Die Collage, die am Mittwoch, dem 27. Mai, um 19.30 Uhr und am Sonntag, dem 31. Mai, um 17 Uhr im Theater im Kürbis gezeigt wird, endet mit einem Friedensgedicht.
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