Mittelschule Stainz
Eine schwungvolle Show zum 80-Jahr-Jubiläum
Wegen der Drohungen gegen die Schule wurde die Jubiläumsfeier zum Schulende verschoben, nun wurde der Achtziger mit einer schwungvollen Show im Turnsaal nachgeholt. Es gab viele musikalische Einlagen und ein tolles Zusammenspiel von Schülern und Schülerinnen und dem Lehrerteam.
STAINZ. Es spricht für die Weitsicht der Initiatoren, dass sie sich relativ kurz nach Ende des 2. Weltkriegs der Aufgabe stellten, eine Hauptschule zu gründen. Am vergangenen Donnerstag wurde in einer beschwingten Feier im Turnsaal dieses runden Jubiläums gedacht, den musikalischen Auftakt besorgte das Jugendblasorchester der Musikschule Stainz mit Musiklehrer Robert Orthaber. Agnes Wiener-Turza und Stefanie Binder aus dem Lehrerteam brachten die damalige Situation auf den Punkt: „Unglaublich, owa woah.“
- Die Mittelschule Stainz überzeugte mit wunderbaren Auftritten.
- Foto: MeinBezirk/Katrin Löschnig
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Das Programm am Laufen hielt das Moderatorenduo Helena und Julia, das für einen straffen Zeitplan sorgte. Direktorin Monika Kiklin war da an erster Stelle, sie hieß die Gäste – darunter Bgm. Karl Bohnstingl, Vbgm. Christoph Oswald, Vbgm. Friedrich Scheer, Walter Ruhhütl, Bgm. a.D. Walter Eichmann, OSR Peter Hochwald, Karin Gspandl-Oelzant, BR Werner Gradwohl, Dir. Christian Kümmel, Dir. Josef Deutschmann, Dir. a.D. Peter Nöhrer – herzlich willkommen. „Aktuell haben wir 13 Klassen, 280 Schülerinnen und Schüler sowie 37 Lehrpersonen“, rechnete sie hoch, dass seit Beginn der Schule etwa 9.000 Kinder die Hauptschule besucht haben. Sie bedankte sich bei allen Mitwirkenden, die ihren Part in relativ kurzer Zeit (wegen der Drohungen musste die Jubiläumsfeier Ende des vergangenen Schuljahres verschoben werden) einstudiert haben.
- Motivierte Schüler der MS Stainz
- Foto: MeinBezirk/Katrin Löschnig
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„Remint“ als ein Schwerpunkt
Mit „Rock me Amadeus“ des Mittelschulchores mit Sebastian Muralter und Jakob Nöhrer wurde es richtig poppig, bevor Bgm. Karl Bohnstingl zum Mikrofon gebeten wurde. „Es ist schön, dass die Eltern sehen, was ihre Kinder leisten“, bedankte er sich für eine tolle Vorstellung. „Früher gab es Klassenzüge“, schilderte er den Werdegang von der Haupt-/Realschule über die Neue Mittelschule bis zur nunmehrigen Mittelschule. Gerade, weil wir in einer schwierigen Zeit leben, gab er den Kindern den Rat mit auf den Weg, mit dem Lernen nie aufzuhören: „Hier kriegt ihr die Flügel, fliegen müsst ihr aber selber.“
Was Lehrerin Marlene Rappel dazu einfiel: „Es is olls guat gongan, mia steh’n guat do.“ Gut dastanden auch die 2.c mit ihrem Titel „Riptide“ und Finja und Julia (3.a) mit ihrem schwungvollen Jive. Dazu das Gedicht von Annabell Lammer und Lisa Robnik: „Ma muass imma sein Bestes geb’n.“ Etwas über die Grundwerte von Remint, Robotik und die Lego League war von der 4.c zu hören. „Die Lösung bleibt uns selbst überlassen“, sprachen die Schüler über die Bereiche Game, Design, Grundwerte und das Forschungsprojekt und die Zusammenarbeit mit namhaften Experten. „Noch ist er nicht fertig“, zeigten sie auch ihren Versuchsroboter her.
Interview mit Peter Nöhrer
Mit Kristina Kouba stellte sich eine Absolventin dem Gespräch, die sich für den Remint-Weg (Robotik/Englisch/Mathematik/Informatik, Naturwissenschaft, Technik) entschieden hat und im Vorjahr die Mittelschule absolviert hat. „Ich würde es wieder machen“, zählte sie gute Coaches, ein vertieftes Robotik-Studium und eine starke Klassengemeinschaft als Vorteile neben dem Wissenszuwachs auf. Danach wurde es mit den Songs „Ein Kompliment“ und „Pretuler Polka“ wieder musikalisch. Lehrerin Susanne Eigner flocht eine Lockdown-Erkenntnis ein: „Heit is es besonders schwer.“
Das mit dem „schwer“ wurde von Antonia Haslwanter (4.c) auch Direktor a.D. Peter Nöhrer, der auf 17 Jahre Polytechnikum und 28 Jahre als Direktor der heutigen Mittelschule verweisen kann, gefragt. „Habe ich manchmal auch gehabt“, ließ er – gefragt nach Spaß als Direktor, der ja vielfach mit unangenehmen Situationen konfrontiert wird – hören. Als positiv habe er das tolle Team, die Installation der 5-Tage-Woche, den Schulversuch Realschule als eine von zwanzig Schulen in der Steiermark, die Besetzung eines Sekretariats, die Errichtung der Turnhalle und die Sanierung des Hauptschulgebäudes in Erinnerung. Was es mit der Maus auf der Bilderwand auf sich habe? Sie ist echt und war wohl mit den Äpfeln mit in das Leiterzimmer gekommen.
- Einige der Ehrengäste des Abends: unter ihnen Peter Nöhrer
- Foto: MeinBezirk/Katrin Löschnig
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Die Grußworte
Mit „Herz und gutem Sterz“ ging es bei Beatrice Leitner weiter, während das Lehrerinnenduo Michaela Detschmann und Christine Mitter-Lapuch reimte: „Coole Ideen werden zum Prospekt, weil es in den Kindern einfach drinnen steckt.“ Nach „Footloose“ (mit Überschlag) und „Shake if off“ (für alle Swifties) sprach Peter Hochwald von der Bildungsdirektion Steiermark von acht Jahrzehnten voller Geschichten, Erlebnisse und Veränderungen. Die Technik, die Welt und die Gesellschaft hätten sich geändert, geblieben sei aber der heute gezeigte Spirit. Auch gleich geblieben sei das Engagement des Lehrpersonals, junge Menschen konstruktiv zu begleiten und wichtige Werte zu vermitteln.
„Die Schule bleibt weiterhin ein Ort des Wissens“, vertrat er den Standpunkt, dass Schule Schüler stark macht. „Achtzig Jahre sind eine lange Zeit“, erinnerte sich BR Werner Gradwohl an das Lernen, das Lachen und die Freundschaften in der Schule. „Schule ist Leben und identitätsstiftend für die Region“, bedankte er sich bei allen Mitwirkenden für ihr Engagement und wünschte für die Zukunft viel Erfolg, Freude und Zusammenhalt. Bis dahin hatten die Lehrenden mit einzelnen Wortmeldungen geglänzt, beim Lied „Das ist unsere Schule“ (Aber bitte mit Sahne) konnten sie in ihrer Gesamtheit brillieren. Ein Refrain: Auch Lehrer sind Menschen, das soll man bedenken – wenn sie Noten nicht schenken. Oder: Das Leben als Schüler, das wird immer schwerer, habt Erbarmen, ihr Lehrer. Robert Doppler und Christina Hochleitner bestätigten diesen Eindruck: Es san die Mensch’n in unser’m Haus, die olles geb’n, jahrein und jahraus! Gegeben wurde nach dem Abschluss beim Büffet: „Ich hoffe, Sie haben noch ein wenig Zeit“, lud Monika Kiklin zum gemütlichen Zusammenstehen in der Aula ein.
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