60 Jahre Walter Ruhhütl
Dienst an der Gemeinde ist seine Passion
- So sehen zwei Sechziger aus: Walter Ruhhütl, Karl Bohnstingl (v.l.)
- hochgeladen von Gerhard Langmann
Mit Böllerschüssen wurde der frisch gebackene Sechziger Walter Ruhhütl aus dem Schlaf gerissen. Als Gratulanten stellten sich Vertreter aus Politik, den Vereinen und der Dorfgemeinschaft ein. Die zahlreichen Gäste wurden zu Getränk und Imbiss gebeten.
Früh aufstehen war angesagt für alle, die bei der Geburtstagsgratulation von Walter Ruhhütl dabei sein wollten. Exakt um fünf Uhr morgens knallten sechs Böller, um den frisch gebackenen Sechziger aus den Federn zu holen. Ganz so schlimm, dass er im Pyjama antreten hätte müssen, war es dann trotz aller Geheimhaltung von Ehefrau Susanne nicht, im sportlichen Trainingsanzug trat er vor die versammelte Menge der Gratulanten aus den Reihen der aktiven und früheren Gemeindevertreter, der Kindergärten, des Wirtschaftshofs, der Mitarbeiter, der Feuerwehr, der Vereine, der Nachbarn und der Dorfleute. Das Duo Florian und Lukas Deissl besorgte den musikalischen Auftakt, bevor Bürgermeister Karl Bohnstingl seine Glückwünsche zum 60. Geburtstag deponierte. „Du bist aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken“, bedankte er sich für das Engagement des Amtsvorstandes und wünschte für die Zukunft alles Gute. „Welches Präsent könnte passender für einen ehemaligen Kassier sein als Geld“, überreichte er namens der Gemeinde ein Präsent. Das „für einen Urlaub“ färbte der Jubilar in ein „für das Preferencen“ um.
Speisensegnung und Pflichttanz
Mit dem Einladen zum gemütlichen Zusammenstehen und Beieinandersitzen wurde aber noch nichts. Denn ein Karsamstag ohne Geselchtes ist ein absolutes No go. Ein Geselchtes ohne Segnung geht aber auch nicht. Der Ausweg? Pfarrer Marius Enăşel, der unter den Gratulanten weilte, nahmt unter der Beteiligung der Anwesenden die Segnung der zum Verzehr vorgesehen Speisen vor. Dass er dabei dem Geburtstagskind einige Spritzer Weihwasser mehr zukommen ließ, wird wohl dem österlichen Frieden zuzuschreiben sein. War’s das mit den Formalitäten? Keinesfalls. Die Riege der Kindergartenpädagoginnen und -betreuerinnen stimmte ihr Geburtstagslied an: A die Tant’n kumman zu dir, heit (Anm. wegen des Feiertags) dürfn’s sogoa zwa Bier! Die Auflage zum von Bernd Spieler „harmoniell“ unterstützten Song: Der Gratulant musste seine Susi beim Holariaholaro im Tanze drehen. Die überreichten Tennisbälle sollten wohl sein Tennisspiel beflügeln. Dann ging es aber doch hinein in die von der Tenn‘ in eine gute Stube umfunktionierten Räumlichkeiten mit den 60-er-Tischen. Allerdings nicht, bevor sich Walter Ruhhütl bei allen Gästen für das Kommen bedankt hatte. „Schön, dass so viele da sind“, gestand er sich ein, doch nicht alles falsch gemacht zu haben.
Ehrenkreuz des Musikvereins
Mitten hinein in das Plaudern, das Nippen an den Gläsern und das Verkosten des Geselchten platzte der Musikverein Stainz mit Obmann Kevin Schwarzl und Kapellmeister Robert Orthaber. Frisch auf lautete das passende Musikstück, nach dem der Obmann seine Glückwünsche ausdrückte und dem Jubilar das Ehrenkreuz in Silber des Blasmusikverbandes Steiermark an das Revers des eilig herbeigeholten Stainzer Jankers heftete.
Ein kurzer Lebenslauf
Ein kurzes Blättern im Lebensbuch von Walter Ruhhütl zeugt von seinem Engagement für das Dorf, für die Menschen, für die Gemeinde. Die schulische Ausbildung holte er sich in Mettersdorf, Stainz und Deutschlandsberg, bevor er 1982 nach dem Bundesheer in die Dienste der Marktgemeinde Stainz eintrat. Gleich mit einem schmerzlichen Erlebnis, denn eine Tresortür war schneller als der Finger. Nach Hans Neubauer, Hubert Hölzl, Fritz Hubmann, Walter Eichmann ist nun Karl Bohnstingl sein Chef. Die lange Dienstzeit, aber auch das persönliche Interesse ließen Walter Ruhhütl zu einem Mitarbeiter werden, dem in der Gemeinde nichts fremd war. Dazu trug auch die Tätigkeit als Gemeinderat (2000 bis 2015), als Gemeindekassier (2008 bis 2010), als Vizebürgermeister (2010 bis 2012) und als Bürgermeister (2012 bis 2014) in der vormaligen Gemeinde Rassach bei. Seine Verankerung in der Bevölkerung manifestiert sich durch seine Tätigkeit in der Sportlerrunde, dem Tennisverein und dem Selbstvermarkterverein Rassach. Er war aber auch als Funktionär beim Fremdenverkehrsverein (Kassier), dem Tourismusverband Stainz (Schriftführer) und dem Musikverein Stainz (Kassier) tätig. Unverändert zählt er zum Team der Feuerwehr Rassach (Kassier), des Sportclubs Stainz (Schriftführer) und ist Mitglied im Wirtschaftsbeirat der Pfarre Stainz. Zum Privaten: Seit 1992 ist er mit Ehefrau Susanne verheiratet, zum Team zählen neben den Kindern Birgit und Martin zwischenzeitlich die Enkelkinder Jakob, Matthias und Flora. Mit Helene Fischer und dem Fußballnationalteam (er wird in Berlin vertreten sein) seien nur zwei seiner Vorlieben erwähnt.
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