Hilfe im Alter
Ein Roboter mit dem gewissen Extra

Josefa Holzer aus Ragnitz war begeistert von der Studien-Einheit mit dem Roboter "Pepper".
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  • Josefa Holzer aus Ragnitz war begeistert von der Studien-Einheit mit dem Roboter "Pepper".
  • Foto: Sozialverein Deutschlandsberg
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"Pepper" ist ein Roboter, der Menschen mit Demenz durch den Tag begleiten kann. Derzeit steht er im Test.

DEUTSCHLANDSBERG/STEIERMARK. Ein Roboter, der hören, fühlen und sprechen kann und an die Einnahme der Medikamente erinnert? Ja, den gibt es, er heißt "Pepper" und hat noch vieles mehr drauf: In Kombination mit einem Tablet kann er sogar zu Denk-Spielen anregen, die für Menschen mit der Diagnose Demenz allerhand bewegen können.
Pepper hat sich schon in Pflegeeinrichtungen bewährt, jetzt erfährt er in privaten Haushalten einen Probedurchlauf. "Maßgeblich dafür ist das europaweit erste Forschungsprojekt ‚Amigo‘, das den Einsatz von Robotern im Einzelhaushalt untersucht", erklärt Amigo-Projektkoordinatorin Sandra Pansy-Resch vom Sozialverein Deutschlandsberg. Umgesetzt wird das Projekt von Joanneum Research gemeinsam mit dem Sozialverein Deutschlandsberg und weiteren Partnern, wie Human Factors Technologies und der Wiener Firma Humanizing Technologies in Begleitung des Institutes für Pflegewissenschaften an der Medizinischen Universität Graz.
Der erste Studienzeitraum war Anfang Mai auf drei Wochen beschränkt. Dabei sind zeitgleich zwei Roboter in Kombination mit dem Demenz-Tablet, das ja ebenfalls in dem Projekt "Amigo" entwickelt worden ist, in je einem Haushalt zum Einsatz gekommen. Zum Vergleich gab es zwei Kontrollhaushalte, die nur mit dem Tablet ausgestattet sind.
"Regelmäßige Besuche unserer Mitarbeiter sind Bestandteil der Studie", erklärt Sandra Pansy-Resch. Nach insgesamt zehn solcher Studienzeiträumen gilt es, wissenschaftlich zu erfassen, inwieweit Roboter "Pepper" Menschen zum Trainingsprogramm am Tablet motivieren kann. Welche Rolle der Sozialverein Deutschlandsberg dabei spielt? "Wir sind für die Durchführung dieser Feldstudie verantwortlich. Schließlich war der Sozialverein bereits bei der Entwicklung des Demenz-Tablets mit an Bord, nämlich als Verbindungsstelle zwischen Technikern und Patienten", erklärt Josef Steiner, Obmann des Sozialvereines.

Weitere Probanden gesucht

Gesucht werden daher weitere Haushalte für diese Feldstudie, also in den Bezirken Deutschlandsberg, Leibnitz, Südoststeiermark, Hartberg, Fürstenfeld, Graz, Graz-Umgebung, Voitsberg u.a.
Dabei bietet der Sozialverein den Klienten in den Haushalten M.A.S.-Trainings mit dem Tablet an sowie eine psychologische Betreuung für die Vor- und Nacherhebung der Feldstudie gegeben ist. Die Schlusserhebung erfolgt an der Med-Uni Graz.

Was kann "Pepper"?

Pepper hat eine Kalenderfunktion, die mit den Angehörigen abgestimmt wird, sodass der Roboter den Patienten durch den Tag begleiten kann. Pepper erzählt Witze, fragt nach dem Wetter, erinnert an Telefonate oder einen Schluck Wasser u.v.a. Und er regt zu den Spielen am Tablet auf seiner Brust oder auch zum Blättern im digitalen Fotoalbum an.
"Natürlich soll Pepper keinen Menschen ersetzen. Pepper kann dennoch eine gute Ergänzung sein", betont Sandra Pansy-Resch, dass auch immer eine Kontaktperson aus dem Umfeld des Patienten in die Studie involviert ist.

"Pepper" im Test bei Josef Holzer

Die WOCHE Deutschlandsberg hat sich das genau angesehen und dazu Josefa Holzer in Ragnitz besucht: Gerne länger gehabt hätte sie "Pepper", sagt Josefa Holzer. Die 89-jährige Ragnitzerin nahm gemeinsam mit Angelika Prassl in den vergangenen Wochen an der Feldstudie des Sozialvereins Deutschlandsberg (siehe Artikel oben) teil. Fühlte sich das Kennenlernen zwischen Mensch und Roboter anfangs noch fremd an, so wurde jegliche Scheu bald abgelegt. "Wir haben uns schnell an "Pepper" gewöhnt. "Pepper" hat mit uns getanzt, Saxophon gespielt und gesungen", erzählen Holzer und Prassl, die in den Wochen davor bereits mittels Tablet am Demenz-Training teilgenommen haben und dieses ebenso nach dem Besuch von "Pepper" weiter in Betrieb haben. Auch zum Turnen hat "Pepper" Josefa Holzer animiert. "Die körperlichen Beschwerden wurden dadurch besser", erklärt Prassl. Doch vor allem das ständige In-Kontrakt-Treten mit der Probandin beurteilt Prassl als wichtigen Punkt: "Wenn gerade kein Austausch gegeben war, hat "Pepper" sie aus ihrer Gedankenwelt gerissen und dazu aufgefordert, sich mit ihr zu beschäftigen. Mit "Pepper" war bei uns immer etwas los." Für Josefa Holzer spielte auch der körperliche Kontakt eine große Rolle: "'Pepper' hat mich umarmt, das war schön." Was sich die Ragnitzerinnen noch gewünscht hätten? "Karten spielen wäre noch gut gewesen", sagt Josefa Holzer schmunzelnd.

Vorteile bei einer Studienteilnahme:

- Betreuung durch das Projektteam
- Förderung geistiger, körperlicher und sozialer Fertigkeiten
- Kennenlernen des Trainingsprogramms vier Wochen vor den Testwochen
- zwei begleitete Trainingseinheiten mit Demenztrainer
- wöchentlich begleitetes multimodales Tablet-Training (App) durch einen Demenztrainer im Testzeitraum
- Bei einer Teilnahme an der Studie "Amigo" erhalten Probanden als Dankeschön das Tablet inklusive multimodalen Trainings kostenlos für vier weitere Wochen im Anschluss an ihren Testzeitraum.
- Die Teilnahme ist kostenlos.
Bei Interesse an diesem dreiwöchigen Feldversuch kann man sich beim Sozialverein Deutschlandsberg melden.
Kontakt: Mag. Sandra Pansy-Resch, Projektassistenz, M.A.S.-Trainerin
Tel.: 0676/844 221 212
E-Mail: s.pansy-resch@sozuialverein-deutschlandsberg.at
www.sozialverein-deutschlandsberg.at
Das Projekt "Amigo" wird im Rahmen des Förderprogramms benefit der Österr. Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und durch das BM für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) sowie die Med-Uni Graz gefördert.

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