Freiwillige Auflösung
Ende des Vereins „Gemeinsam in Stainz“ nach zehn arbeitsintensiven Jahren
- Eine Gaststätte im Sinne der Wortbedeutung
- Foto: Gerhard Langmann
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Es war wohl ein schwerer Schritt für die Verantwortlichen: Mit Wirkung 27. August wurde der Verein "Gemeinsam in Stainz" freiwillig aufgelöst. Das Guthaben wurde im Sinne des Vereinszwecks aufgeteilt.
STAINZ. Es waren hilfsbereite Menschen im Raum Stainz, die sich im Zuge der Flüchtlingskrise ab dem Jahr 2015 in den Dienst derer stellten, die in ihrer Heimat Gut und Heim verloren hatten und ihren einzigen Ausweg auf ein einigermaßen menschenfreundliches Leben im Verlassen ihrer Heimat sahen. Ungefähr 1,5 Mio. Menschen suchten in Ländern der Europäischen Union um einen Schutzstatus an. Eine einheitliche Vorgangsweise der Regierungen in der Behandlung der Schutzbedürftigen gab es nicht, der Zuzug von fremdländischen Menschen stieß in der Bevölkerung keineswegs nur auf Zustimmung.
Dennoch – und damit kommen wir auf die hilfsbereiten Menschen im Raum Stainz zurück – stießen Flüchtlinge in St. Stefan und auch in Stainz auf Hilfe und Unterstützung. Unmittelbar nach Ausbruch der Krise und der Zuteilung von Flüchtlingen in unsere Region waren es freiwillige Helfer und Helferinnen, die sich in den Dienst der Betreuung vieler Frauen, Männer und Kinder aus fremden Ländern stellten.
Soziale Hilfe
Als Spontanhilfe ging es um Dolmetscherdienste, Deutschkurse, Kinderbetreuung, Kleiderverteilung und handwerkliche Dienste. In der Folge gesellten sich Aktivitäten wie Ausbildung, Jobsuche oder Sport dazu. Recht bald erkannten die freiwilligen Helfer und Helferinnen, dass es ohne die Plattform eines Vereins schwer möglich war, eine Förderung zu lukrieren. So kam es 2016 zur Gründung des Vereins „Gemeinsam im Schilcherland“, der später in die Bezeichnung „Gemeinsam in Stainz“ übergeführt wurde.
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Erster Obmann war Richard Meschnark, ihm folgte Georg Koidl nach, ab 2020 führte Irmgard Kratochwill den Verein. Mit unzähligen Aktivitäten machte der Verein auf sich aufmerksam. Veranstaltungen über Gewaltschutz, Männerberatung, Gewalt an Frauen, gerechte Vermögensverteilung oder Altersvorsorge sowie soziale Aktivitäten, Behördengänge, persönliche Einladungen und die Bitte um freiwillige Spenden brachten dem Verein Gelder zur Umsetzung der Vereinsziele ein. Als Stützpunkt etablierte sich das ehemalige Gastlokal „Resi Tant“ in der Grazer Straße, in dem immer wieder Flüchtlinge untergebracht wurden.
Rückgang beim Neuzuzug
Viele von „Gemeinsam in Stainz“ betreute Zuwanderer und Zuwanderinnen haben dank „Gemeinsam in Stainz“ ihre Ausbildung abgeschlossen, sich voll und ganz integriert und bekleiden mittlerweile anspruchsvolle Positionen im wirtschaftlichen Leben. Der Rückgang an Schutz suchenden Menschen in den letzten Jahren zeitigte Auswirkungen auch auf den Verein.
So wurde das Augenmerk stärker auf in Stainz wohnhafte fremdländische Menschen, als auf neu zugezogene Flüchtlinge gerichtet. Aktuell bewohnte einzig ein Syrer die „Resi Tant“. Der Eigentümerwechsel und das damit verbundene Ende der Unterbringung waren es wohl, welche die Verantwortlichen zum für sie sicher bitteren Ende drängten: die Auflösung des Vereins mit Wirkung 27. August.
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