Kultur mit Esprit in der Peripherie
- Obfrau Helena Wallner, ihre Stellvertreterin Christa Kraus, Schriftführer Dir. Günther Reitbichler, seine Stellvertreterin Ilse Reitbichler, sowie Maria Kürbisch und Lena Kremser haben sich vom Kulturverein St. Ulrich im Greith verabschiedet
- hochgeladen von Susanne Veronik
Nach 13 Jahren hat sich Helen Wallner als Obfrau des Kulturvereines St. Ulrich im Greith verabschiedet.
"Lametta" so der Name der Neigungsgruppe rund um Marion Mitterhammer, Helmut Bohatsch und Max Gruber begleitet von Walther Soyka auf der "Quetsch'n", die kürzlich den "Weihnachtszaubertrank im Greith-Haus in Sulmeck-Greith literarisch und musikalisch einschenkte. Die Prominenz im Publikum konnte sich sehen lassen: Landtagspräsident Franz Majcen, Bezirkshauptmann Theobald Müller, die Architekten-Eltern des Greith-Hauses, Michael Szyskowitz und Karla Kowalski, Klubobmann Walter Kröpfl, Fußball-Legende Gernot Fraydl und viele mehr waren dabei, als Helena Wallner, die Obfrau der weststeirischen Kulturinstitution, ihre Stellvertreterin Christa Kraus, sowie Günther und Ilse Reitbichler, Lena Kremser und Maria Kürbisch vom Vereinsvorstand ihrem Ehrenamt ade sagten.
Das Interview
Die WOCHE hat die Kultur-Lady Helena Wallner zu einem Interview gebeten:
Was sind die Beweggründe, sich nach 13 Jahren als Obfrau des Kulturvereines St. Ulrich im Greith zu verabschieden?
WALLNER: 13 Jahre im Ehrenamt sind eine schöne, aber auch eine lange und beschwerliche Zeit. 2013 war das erfolgreichste Jahr des Greith-Hauses, also genau der rechte Augenblick, Platz zu machen für neue Köpfe und Ideen.
Als umtriebige Obfrau sind Sie wie eine Galionsfigur für den Verein, die überall bekannt ist. Was ist das Rezept für Ihr breit gelegtes Netzwerk zu Künstlern und Prominenz?
Es braucht eine Vertrauensbasis, meine rührt schon aus der Zeit als aktive Medienfrau und das ist wohl auch eine Wertschätzung meiner journalistischen Arbeit. Daneben entstanden in all den Jahren auch tiefe und ehrliche Freundschaften.
Worauf sind Sie in dieser Zeit als Obfrau des Kulturvereines besonders stolz?
Aus einem völlig abseits gelegenen Kulturhaus, dem manche keine Erfolgschancen einräumten, eine weit über die Grenzen hinaus bekannte Institution geschaffen zu haben.
Was war Ihr größter Erfolg?
Die beiden Sommerausstellungen „Phantastische Realisten“ und „Von Dalí bis Picasso“, die in nur 45 Ausstellungstagen zwischen 3500 und 4000 Besucher ins Greith-Haus gelockt haben.
Ihr lustigstes Erlebnis?
Da gab es viele, etwa die Filmabende mit Julia Stemberger, Peter Simonischek, Erwin Steinhauer oder Marion Mitterhammer, um nur einige zu nennen, die stets beim „g’füllten Hasen“ beim Holzmichl endeten, wo bis tief in die Nacht getafelt wurde. Oder die musikalisch-literarischen Abende mit Wolfram Berger und Markus Schirmer, eine Hetz an sich.
Welche/r Künstler hat /haben Sie besonders beeindruckt?
Hermann Nitsch, mit dem das Greith-Haus durch die ersten Medienerschütterungen schritt, aber auch all seine Kollegen unter den Klassikern der Moderne wie Hrdlicka, Brus, Pongratz oder Staudacher. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Daniel Spoerri, den Mitbegründer des Nouveau Réalisme in Paris und Erfinder der Eat-Art.
Was hätten Sie gerne umgesetzt, was nicht zu realisieren war?
Die Kombination Meister-Schüler zu präsentieren, reizte mich. Ich habe immer davon geträumt, dass unsere heimischen Klassiker der Moderne gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern ausstellen, allein, das hat den Meistern nicht gefallen. Kulturgenuss für alle Sinne im Zentrum der Peripherie, das haben Sie mit Ihrem Verein vorgelebt. Wo liegt der Vorteil für Künstler, an diesem Standort in St. Ulrich auszustellen bzw. sich zu verwirklichen?
Hier kann man hautnah erleben, wie Kultur unter die Leute gebracht wird, das hat Charme.
Wer tritt in Ihre Fußstapfen?
Die neuen Vereinsmitglieder werken schon fleißig und haben für 2014 ein anspruchsvolles Programm vorgelegt.
Was wünschen Sie dem neu arrangierten Kulturverein?
Dass es immer genug ehrenamtliche Mitstreiterinnen und Mitstreiter gibt, die sich voll Leidenschaft der Kunst- und Kulturvermittlung verschreiben. Und dass unser wunderbares Publikum dem Greith-Haus treu bleibt.
Werden Sie dem Greith-Haus erhalten bleiben?
Nein, ich bin für klare Trennlinien, ein neues Team hat neue und eigene Ideen, und das ist auch gut so.
Was sind ihre Vorhaben?
Ich bin weiterhin in der Region Schilcherland sowie für die neue Achse Süd- und Weststeiermark als Kulturvertreterin am Werk. Außerdem bin ich bis 2018 auf dem diözesanen Weg unterwegs, unterrichte an der HLW Deutschlandsberg Print Praxis und Medienmanagement und betreue nach wie vor Karl Ploberger in der Kleinen Zeitung.
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