Requiem Pfarrkirche Stainz
Willi Fabian hat seine Posaune für immer zur Seite gelegt
- Hier ist Willi Fabian in der Tracht der "Kern Buam" zu sehen
- Foto: Sieglinde Roschitz
- hochgeladen von Gerhard Langmann
Im 92. Lebensjahr nahm Willi Fabian, ehemaliges Mitglied der "Kern Buam" und Gründer der "Original Stainzer Buam" Abschied von dieser Welt. In einer sehr persönlichen Trauerfeier mit Pfarrer István Holló in der Pfarrkirche Stainz wurde der musikalischen Leistung eines Ausnahmekönners gedacht.
PICHLING/STAINZ. Sehr persönlich nahm die von einem Posaunenquartett unter der Leitung von Robert Orthaber umrahmte Trauerfeier für Willi Fabian (91) in der Pfarrkirche Stainz ihren Anfang: Es ertönte das bekannte Höllerhansl-Lied, das der Vollblutmusiker tausende Male gesungen und gespielt hat. „Wir wollen betend Abschied nehmen“, lud Pfarrer István Holló nach der ersten Einsegnung die Trauergäste zum Mitfeiern ein. „Es gibt nichts, was die Abwesenheit eines Menschen ersetzen könnte“, erinnerte der Geistliche, die Vergangenheit als kostbares Geschenk bei sich zu behalten.
Diese Sichtweise kam auch im gesungenen Psalm und in den Fürbitten zum Ausdruck. “Gott ist gut und allzeit gnädig“, sprach der Zelebrant in der Lesung von einer Liebe, die niemals aufhört und aus Unvollkommenem Vollkommenes macht. In der Predigt nahm er auf die Sicht von Ludwig van Beethoven nach dessen Verlust eines lieben Menschen Bezug. Und er sprach von Hoffnung, Liebe und Glaube an die Auferstehung.
Der Lebenslauf
In der Folge blätterte Schwiegersohn Franz Roschitz im Lebensbuch des Verstorbenen. Willi Fabian kam am 8. März 1933 zur Welt und verlebte seine Kindheit in Greisdorf. Mit zwanzig Jahren heiratete er seine Anni, ein Jahr später kam Tochter Sieglinde zur Welt. Nach sechs Jahren in Köflach übersiedelte die junge Familie 1959 nach Stainz, wo Willi Fabian die Stelle als Bassflügelhornist in der Musikkapelle und eines Bademeisters angeboten wurde. 1966 wechselte er in den Pflegedienst im Landessonderkrankenhaus Graz, 1993 trat er in den wohlverdienten Ruhestand.
Ihren Wohnsitz hatten Anni und Willi Fabian im schmucken Einfamilienhaus in Pichling. Im Jahr 2020 wurde die harmonische Verbindung durch den Tod der Ehefrau auseinandergerissen. „Ihr Geheimnis waren Familiensinn, Toleranz und Ehrlichkeit“, urteilte der Trauerredner über die 67 Jahre andauernde Verbindung. Der besondere Stolz der Großeltern habe stets ihrem Enkelkind Petra gegolten.
Start bei den „Kern Buam“
Einen breiten Raum in der Trauerrede nahm die Liebe des Verstorbenen zur Musik ein. Bereits mit fünf Jahren gewann er mit der „Steirischen“ einen Talentewettbewerb von Radio Steiermark. Es war aber die Posaune, die fortan seine musikalische Karriere prägte. Zunächst bei den legendären „Kern Buam“, wo er als Nachfolger von Gründungsvater Adolf Kern einstieg. Eine gleichnamige Schallplattenaufnahme war es, die ihm fortan das Prädikat „Posaunenkönig“ einbrachte. 1961 machte Willi Fabian den Schritt der Musiker zum Profi nicht mit, er gründete die „Original Stainzer Buam“, die er zwanzig Jahre erfolgreich leitete.
1992 – bereits in Pension – holte ihn Sepp Kern zu den „Kern Buam“ zurück. Mit dem Tod von Willi Fabian verliert die beliebte Gruppe ihr einziges lebendes Mitglied. Mit unzähligen Kompositionen machte sich das Vielfachtalent einen Namen in der volkstümlichen Unterhaltungswelt über Österreich hinaus. Besonders erwähnte der Trauerredner den Marsch für die Musikolympiade in Tirol. Seine Verdienste fanden große Anerkennung, unter anderem wurde Willi Fabian mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet. Mit einem „Pfiat di, Vati und Opa“ verabschiedete sich Franz Roschitz im Namen der Familie vom Verstorbenen. Musikalisch machte das in der Kirche das Stück „Der Posaunenkönig“.
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