13.10.2014, 11:23 Uhr

Clemens Maria Schreiner in Stainz

Der Fredl hat mich geprägt
Stainz: Hofer Mühle |

Nach Oakland, Shanghai und Rio machte der Kabarettist Station in der „Hofer-Mühle“.

„Es bleibt so viel Schönes z’ruck“, nahm der vielseitige Schnellsprecher das Publikum mit auf eine irrtümliche Weltreise nach Neuseeland, wo sich der Linksverkehr wie ein befreiender Roadtrip eines modernen Ben Hur zelebrieren ließ. Noch dazu mit einem Mitsubishi, der mit elf Litern auskam: acht Liter Benzin, zwei Liter Öl, ein Liter Angstschweiß. „Da war die Welt noch in Ordnung“, ließ er sich von der Gülle im Grundwasser nicht stören, konnte er doch alle Amtswege in Gummistiefeln absolvieren. Und an den Geräuschen konnte er klar zuordnen, ob die Bremsback kaputt oder ein Kleintier um das Rad gewickelt war.
Er nahm die Besucher aber auch an seinen Karriereanfang mit. Der „Dings“, der begnadete Platzsprecher eines Regionalligavereins, machte ihn mit der kabarettistischen Wirklichkeit vertraut: „Es gibt schlechte, mittlere und alte Pointen.“ Und gegen eine Lebenskrise hilft eine Weltreise. Die Schreiner mit einem One-Way-Ticket nach Shanghai brachte. Der Milieuunterschied zum Kabarett in Bruck an der Leitha? Hier war er gut besucht, dort bekam ein Kabarettist einmal die Woche Besuch von seiner Frau.
Warum immer Kabarett? Bei seinen Talenten stand einem Clemens Maria Schreiner naturgemäß auch der Karriereweg als Premiumproduktvertreter alias Klinkenputzer offen. Der (moralisch angekratzte) Erfolg? Mitarbeiter des Jahres mit Einladung zum Weltkongress der Kabelbinder in Rio, ähnlich einem Barbara-Rosenkranz-Auftritt auf einem Holocaust-Leugner-Gschnas.
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