27.10.2016, 11:36 Uhr

Das landesweit beste Früchtebrot kommt aus St. Stefan ob Stainz

Landesbäuerin Gusti Maier (rechts) und Kammerdirektor (links) gratulieren den beiden Landessiegerinnen Barbara Seggl (rechts) und Bernadette Fliesser (links). (Foto: LK/Musch)

Eine Premiere: Maria Bernadette Fliesser aus St. Stefan ob Stainz konnte ihr Früchtebrot zum Landessieger küren lassen.

ST. STEFAN OB STAINZ. Landessiege gehen an zwei Newcomerinnen Landesprämierung der Landwirtschaftskammer: Allerheiligenstriezel und Kletzen- sowie Früchtebrote standen auf dem Prüfstand. Expertenjury prämierte zwei Landessiegerinnen – Barbara Seggl aus Irdning-Donnersbachtal flechtet und bäckt die schönsten und besten Allerheiligenstriezel. Und: Maria Bernadette Fliesser aus St. Stefan ob Stainz macht das beste Früchtebrot. Beide erzielten somit ihren ersten Landessieg.
Nur natürliche Zutaten und großes Können mit Hausrezepten. 28 Bäuerinnen aus der Steiermark und aus dem Burgenland haben bei der Landesprämierung 52 Proben eingereicht. Die hervorragende Qualität ist nur mit natürlichen Zutaten und dem Können der Brot-Bäuerinnen möglich, die mit viel Liebe und Freude backen. „Die Expertenjury kürte zwei Landessiegerinnen: Barbara Seggl aus Irdning-Donnersbachtal überzeugte bei den Allerheiligenstriezeln, Maria Bernadette Fliesser war mit ihrem Früchtebrot die klare Nummer 1“, gratulieren Kammerdirektor Werner Brugner und Landesbäuerin Gusti Maier.

Gesonderte Landesprämierung für Allerheiligenstriezel und Kletzen- sowie Früchtebrote.

Seit 2015 werden Osterbrote und nun zeitgerecht Allerheiligenstriezel und Kletzen- sowie Früchtebrote gesondert bewertet. „Alle eingereichten Striezel, Früchtebrote und Gebäcke werden nach 80 Kriterien geprüft. Die Qualitäten sind großartig“, unterstreicht Brugner.

Allerheiligenstriezel – Die Kunst des Flechtens

„Flechtgebäcke haben volkskulturell eine tiefe Bedeutung. Denn in diese werden alle Glücks- und Segenswünsche mit eingeflochten. So zum Beispiel auch in den Allerheiligenstriezel, welcher mancherorts als Patengeschenk zu Allerheiligen überreicht wird“, so Landesbäuerin Gusti Maier. Früher war es sehr oft ein Geschenk der reicheren Bevölkerung an jene Menschen, die sich kein Weißbrot leisten konnten.
Hintergrund: Der Zopf als Opfergabe war ursprünglich weit verbreitet und sollte Ersatz für Frauen- oder Haaropfer sein. Dem verschlungenen, verknüpften Gebäck sagt man eine Zauberwirkung nach, mit der man böse Geister einfangen wollte. Inzwischen ist der Zopf das ganze Jahr zu haben und hat dadurch an mythologischer Bedeutung verloren.

„Der Allerheiligenstriezel ist nach wie vor etwas Besonderes. Denn dieser ist mit Hagelzucker geschmückt, ist meist ein Briocheteig, bei dem Eier, Butter und Zucker verwendet werden“, so die Landesbäuerin.
Traditionelles Kletzen- und Früchtebrot mit den letzten Früchten des Jahres. In diesen Früchten steckt die letzte Kraft des alten Jahres und wird in die Adventbrote hineingebacken, damit man sie mit ins neue Jahr nehmen kann. Natürlich war das Trocknen der Früchte auch ein Haltbarmachen. Kletzen- und Früchtebrote haben durch den hohen Ballaststoffanteil auch eine positive Wirkung auf den Körper. Die traditionellen Adventgewürze sind wärmend und tun dem Körper gut.
„Die Kletzen sind getrocknete Birnen und im klassisch-traditionellen Kletzenbrot ein Muss. Aber auch andere heimische Früchte wie Äpfel, Dörr-Zwetschken oder Walnüsse finden Verwendung. Interessanterweise hat man schon früher Feigen und Weinbeeren für dieses Brot verwendet“, so Eva Lipp. Und weiter: „Kletzen- und Früchtebrote werden vielfach mit Sauerteig gebacken, sodass sie länger saftig bleiben. Regional unterschiedlich ist die Ausformung. In manchen Regionen bekommt das Früchtebrot eine Brotteighülle.“

Geschmacksvielfalt statt Einheitsbrei

„Jede Bäuerin hat ihr eigenes Rezept mit ihren besonderen Zutaten. Es gibt weder beim Striezel noch beim Kletzen- und Früchtebrot eine Mehlmischung noch eine Vorgabe der Früchte, die in die Brote kommen müssen“, so die Verkostungschefin. Auch Trockenfrüchte werden regional unterschiedlich (klimabedingt!) verwendet. „Zudem backen die Bäuerinnen mit Herz und Leidenschaft und sind überaus kreativ“, freut sich Lipp.

100 Punkte für Landessieg

Für einen Landessieg, bei dem der ausgezeichnete Geschmack entscheidet, sind 100 Punkte Voraussetzung. Nur makellose Brote und Striezel können gewinnen. Jährlich führt die Landwirtschaftskammer für die Brotbäuerinnen eine Qualitätsoffensive durch. „Diese bewirkt, dass die Zahl der 100-Punkte-Betriebe bei den Landesprämierungen Jahr für Jahr steigt. Brote mit Auszeichnungen in Silber und Bronze haben nur kleine Schönheitsfehler, welche oft auf die Handarbeit in der Produktion zurückzuführen sind. Ein Geschmackserlebnis sind sie alle“, so die Landesbäuerin.

Auch eine Silbermedaille ging an Maria Bernadette Fliesser, aus Niedergrail in St. Stefan ob Stainz mit Striezel
Bronze ging an Anita Pracher aus Groß St. Florian für ihren Milchstriezel.

Erkennbar an der Schleife

Ausgezeichnete Brote und Striezel geben Sicherheit und sind an Prämierungs-Schleife erkennbar. Die ausgezeichneten Striezel und Früchtebrote sind eindeutig erkennbar: Die Bäuerinnen umwickeln sie mit der Prämierungsschleife „Ausgezeichnete Striezel und Früchtebrot 2016 der Landwirtschaftskammer Steiermark“. Diese Spezialitäten garantieren höchste Qualität zu einem fairen Preis. Erhältlich sind die prämierten Bäckereien Ab-Hof, auf Bauernmärkten und in Hofläden. Im Internet unter www.stmk.lko.at sind die Siegerbrote abrufbar.
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