Lohnt sich eine Fusion wirklich?

Bevor E. Gödl u. A. Weber in die Zukunft radeln, müssen Vor- und Nachteile einer Fusion auf den Tisch.
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  • hochgeladen von Christoph Hofer

ZWARING-PÖLS. Bereits im Jahr 1968 war Zwaring von einer Gemeindefusion betroffen, damals mit Pöls. Soll es nach dem Land Steiermark gehen, steht rund 45 Jahre später nun ein weiterer Zusammenschluss für die über 1.500 Bewohner auf dem Programm. Zwarings Bürgermeister Ernst Gödl, dem direkte Demokratie sehr am Herzen liegt, befragte seine Bürger daher bereits im Frühjahr, ob sie eine Fusion überhaupt befürworten und wenn ja, mit welcher Nachbargemeinde. Das Ergebnis war eindeutig, der Großteil der Zwaringer wollte eigenständig bleiben und im Zweifelsfall nur mit Dobl fusionieren.

Genaue Analysen folgen

Zwaring-Pöls hat sich aufgrund des Ergebnisses nicht für eine freiwillige Fusion angemeldet, "dennoch kann das Land eine gesetzlich angeordnete Fusion vornehmen", weiß Bürgermeister Gödl. Doch bevor hier über die Köpfe hinweg entschieden wird, gehen Dobl und Zwaring andere Wege. In einem Drei-Phasen-Plan werden beide Gemeinden genauestens analysiert, um Vor- und Nachteile einer möglichen Fusion herauszuarbeiten. In Phase eins werden Steuerungsgruppen aus beiden Gemeinden eine Ist-Analyse durchführen und dabei genauestens die Bereiche Finanzen, Organisation und Infrastruktur durchleuchten. Jeder kleinste Kostenpunkt wird dabei ebenso dokumentiert wie eine exakte Neuvermessung aller Straßen und Wege im Gemeindegebiet.
"Ich und der Dobler Ortschef Anton Weber möchten dem Land Steiermark zeigen, wie eine beispielhafte Analyse von zwei Gemeinden funktionieren kann, bevor über eine mögliche Fusion entschieden wird", bekräftigt Gödl, der auch immer wieder betont, dass das Land in Sachen Fusionierungen zu schnell vorgeht.

Nicht wie in der Schweiz

"Insgesamt ist der Zeitplan viel zu kurz. Die Analysen, die wir gerade machen, brauchen ihre Zeit. In der Schweiz hatten Gemeinden sieben bis zehn Jahre Zeit, um sich auf eine Fusion einzustellen. Bei uns will das Land aber schon im März 2013 Entscheidungen treffen. Vom neuen Gemeindenamen, über Kanalgebühren, bis zu den Geburtstagsgratulationen muss man aber jedes kleinste Detail überdenken, das geht nicht von heute auf morgen!"
Nach Abschluss der Analysen soll in Phase zwei (ab Dezember) ein Zukunftsplan erarbeitet werden, wo konkret ermittelt wird, was man bei einer Fusion wirklich einsparen könnte. Außerdem muss u. a. geklärt werden, was mit den Gemeindeämtern passiert bzw. ob die beiden Schulen zu einer verschmelzen werden. "Wenn am Ende herauskommt, dass eine Zusammenlegung mit Dobl mehr Vor- als Nachteile mit sich bringt, werden wir die Fusionsgespräche intensivieren. Ist es aber umgekehrt, so werden wir eine Fusion nicht befürworten", so Gödl.

Christoph Hofer

Autor:

Christoph Hofer aus Graz

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