NEUES RACING-TEAM AUS GRAZ
Wie ein Barista die Rennstrecke erobert
- hochgeladen von Marie Mayer
Der gebürtige Tiroler Daniel Danler machte sich als „KoffeinDealer“ in der Kaffeeszene einen Namen. Heute lebt der Wahlgrazer für den Motorradrennsport – und feierte mit seiner fast 30 Jahre alten Kawasaki bereits seinen ersten Sieg in der Superbikeklasse. Nun soll das neu gegründete KoffeinDealer Racing Team den Weg in höhere Rennserien ebnen.
Vom Tiroler Barista zum Grazer Rennfahrer
Wenn am Pannoniaring die Startampel erlischt und dutzende Superbikes mit über 200 km/h auf die erste Kurve zurasen, denkt wohl niemand an Espresso. Und doch sitzt mitten im Fahrerfeld ein Mann, dessen Geschichte genau dort begann: an der Siebträgermaschine.
Daniel Danler ist gebürtiger Tiroler, machte sich später in Wien als „KoffeinDealer“ einen Namen und lebt heute in Graz. Jahrelang drehte sich sein Leben um hochwertigen Kaffee, Siebträgermaschinen und die Kunst des perfekten Espressos. Sein Kaffeesalon brachte ihm österreichweite Bekanntheit und zahlreiche Medienberichte ein. Heute hat sich seine Leidenschaft verlagert – vom Koffein zum Adrenalin.
Perfektion kennt keine Branche
Was beide Welten verbindet, ist der Anspruch an Perfektion. „Ein guter Espresso verzeiht keine Fehler. Auf der Rennstrecke ist es genauso. Ein Meter zu spät gebremst oder ein kleiner Konzentrationsfehler können alles verändern“, sagt Danler.
Vor wenigen Jahren begann er, Motorradrennen als Hobby zu fahren. Aus gelegentlichen Trackdays wurden strukturierte Trainings, aus Trainings Rennveranstaltungen. Jede freie Minute investierte der Wahlgrazer in Fahrtechnik, Datenanalyse und die Vorbereitung seiner Maschine. Statt den einfachsten Weg zu wählen, entschied er sich bewusst für eine besondere Herausforderung: Er fährt bis heute eine Kawasaki ZX-9R aus dem Baujahr 1998 – ein Motorrad, das auf dem Papier gegen moderne Superbikes eigentlich längst unterlegen ist.
Der Tag, an dem sich alles auszahlte
Am 16. August vergangenen Jahres gelang Daniel Danler am Pannoniaring sein bisher größter sportlicher Erfolg. Beim Mini Race der Superbikeklasse setzte er sich gegen die Konkurrenz durch und fuhr als Sieger über die Ziellinie. Ein Moment, der für Außenstehende nur wenige Sekunden dauerte, hinter dem jedoch unzählige Stunden Training, technische Arbeit und Rückschläge standen.
„Viele sehen nur den Pokal. Was sie nicht sehen, sind die Nächte in der Garage, das harte Training, die Selbstzweifel und die tausenden gefahrenen Kilometer. Das macht diesen Sieg für mich so besonders.“
Mit Rundenzeiten von rund 2:19 Minuten am Pannoniaring zählt Danler mittlerweile zu den schnellen Hobbyfahrern – und das auf einem Motorrad, das fast drei Jahrzehnte alt ist. Für ihn ist das der Beweis, dass nicht immer die teuerste Technik entscheidet, sondern vor allem Konsequenz und Leidenschaft.
Aus dem KoffeinDealer wird ein Racing Team
Aus dieser Leidenschaft entstand nun auch das KoffeinDealer Racing Team. Der bekannte Name aus der Kaffeewelt bleibt bestehen, bekommt jedoch eine völlig neue Bedeutung. Das Team soll künftig den Rahmen bilden, um den Motorsport professioneller aufzubauen, Partner zu gewinnen und Schritt für Schritt den Einstieg in größere Rennserien wie die Alpe-Adria-Meisterschaft zu schaffen.
Dass Danler den Umgang mit Öffentlichkeit beherrscht, überrascht kaum. Bereits als Kaffeeunternehmer war der „KoffeinDealer“ regelmäßig in Zeitungen, Magazinen und TV-Formaten vertreten. Heute moderiert er unter anderem das Wirtschaftsformat „WirtschaftsmacherTV“ und dokumentiert seine Motorsportreise auf seinem Social Media Account KoffeinDealer sowie auf seinem YouTube-Kanal – ehrlich, ungeschönt und mit allen Höhen und Tiefen.
Mehr als nur ein Hobby
Für Daniel Danler ist Motorradrennsport längst mehr als ein Wochenendhobby. Hinter jedem Rennwochenende stehen hunderte Kilometer Anreise, technische Vorbereitungen, Reifenmanagement und viele Stunden in der Garage. Unterstützt von Familie, Freunden und zukünftigen Sponsoren möchte er den nächsten Schritt wagen und sich langfristig in offiziellen Rennserien etablieren.
„Ich möchte zeigen, dass man sich im Leben nicht auf eine Rolle festlegen muss. Man kann sich neu erfinden – solange man bereit ist, jeden Tag dafür zu arbeiten.“ Das macht die Geschichte des Wahlgrazers so besonders.
Der Start einer neuen Geschichte
Aus einem Barista wurde ein Unternehmer. Aus dem Unternehmer ein Rennfahrer. Und aus dem bekannten Namen KoffeinDealer entsteht nun eine neue Marke im österreichischen Motorsport.
Der erste Pokal steht bereits in der Vitrine. Für Daniel Danler ist er aber nicht das Ziel – sondern der Startschuss für das nächste Kapitel. Das KoffeinDealer Racing Team steht noch am Anfang. Die Richtung ist jedoch klar: immer weiter nach vorne.
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