03.01.2018, 00:00 Uhr

Stafettenübergabe im LKH Hörgas-Enzenbach

Ein Fotobuch als Geschenk: Dr. Bernd Bauer mit Pflegedirektorin Monika Pisleritsch und Sekretärin Bettina Münzer.

Mit Jänner geht der langjährige ärztliche Direktor des LKH Hörgas-Enzenbach Prim. Bernd Bauer in Pension. Mit Dr. Gerhard Postl ist die Nachfolge gesichert. Beim Standort Hörgas aber gilt einmal mehr: nix ist fix.

22 Jahre leitete Bauer die beiden Häuser Enzenbach und Hörgas, baute sie zu einem medizinischen Stützpunkt auf hohem Niveau und einem weit über die Region hinaus anerkannten Krankenhaus mit menschlicher Wärme, Fürsorge und vorbildlicher Patientennähe aus. Der Primarius für Interne Medizin gilt zudem als Koryphäe für Tropen- und Reisemedizin und aufgrund seiner Forschungsarbeit als Hepatitis-C-Experte. Bauer studierte in Graz Medizin, arbeite im LKH Graz und wechselte von dort in das LKH Hörgas-Enzenbach. „Ich bin angetreten, ein menschliches Krankenhaus mit hohem Qualitätsstandard zu führen, das ist uns gut gelungen, so etwas geht nur im Team“, spricht Bauer die Erfolgsgeschichte der Krankenhäuser in Gratwein-Straßengel an.

Beim LKH Hörgas ist alles offen

Seine größte nichtmedizinische Herausforderung war der Erhalt des Standortes Hörgas. Bereits 2011 stand aufgrund eines Schließungsbeschlusses das Krankenhaus auf der roten Liste. Bauers Einsatz und 40.000 Unterschriften für den Erhalt des Krankenhauses ließen den Kelch vorübergehen. In beide Häuser flossen wieder Investitionen, Enzenbach setzte durch diese sogar europaweit neue Maßstäbe in der Pulmologie. Jetzt steht wieder eine Spitalsreform ins Haus. Auch wenn LH Hermann Schützenhöfer dabei nichts überstürzen will, das LKH Hörgas ist wiederum im Gespräch. Der Spitalsreform zufolge sollte das Krankenhaus mittelfristig in einem Spitalsverbund an das LKH Graz Süd-West angegliedert werden. Alles andere ist offen, bestätigt auch KAGES-Vorstand Ernst Fartek bei Bauers Ausstandsfeier. Gerüchten zufolge könnte das LKH Hörgas ein Facharztzentrum werden. Eine große Herausforderung dabei ist das denkmalgeschützte Gebäude, das Umbauten schwer möglich macht und das verkehrstechnische Nadelöhr durch den Ortsteil Gratwein. Auch die Nachnutzung als Altersheim, Kinder-Rehaklinik oder Stützpunkt für Suchtkranke spukt durch die Gerüchteküche.

Als neuer LKH Hörgas-Enzenbach-Leiter übernimmt Gerhard Postl ein motiviertes Team von 350 Mitarbeitern und ein gut geführtes Haus. Aber ebenso einen Rucksack mit ungewisser Zukunft. Der 57jährige will einen Schwerpunkt in der ambulanten Vorsorge setzen mit dem Fokus auf endoskopische Untersuchen von Magen-Darm-Erkrankungen. im Vorjahr wurden im LKH Hörgas-Enzenbach rund 6.500 Patienten stationär aufgenommen und ebenso viele ambulant behandelt.
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