16.05.2018, 00:00 Uhr

Hart: Wieder Aufregung um Schloss Reintal

In einem offenen Brief ist von Gesetzesübertretungen die Rede. Eine Begehung durch die BH hat bereits stattgefunden. (Foto: KK)

Anrainer, Politiker und Naturschützer sorgen sich um den
dortigen geschützten Landschaftsteil.

Bei der Informationsveranstaltung über die Zukunft von Schloss Reintal in Hart bei Graz Mitte April schienen alle Unklarheiten beseitigt zu sein. Der neue Schloss-Besitzer informierte darüber, dass aus dem Schloss eine Landwirtschaft mit alten Obstsorten und alten Tierarten entstehen soll.

Bagger sorgen für Verwirrung

Doch jetzt, einen Monat später, ist die Aufregung bei Naturschützern, Politikern und Anrainern groß. "Jetzt rollen plötzlich Schwerlastfahrzeuge unsere kleine Zufahrtsstraße hinunter und bringen immer mehr Bagger, die das Grundstück umwälzen. Viele Anrainer machen sich Sorgen, denn sie wissen nicht, was hier auf sie zukommt“, sagt etwa Werner Tripolt, ein besorgter Anrainer, in einem offenen Brief. Harts Ortschef appelliert in diesem an die Einhaltung der Gesetze. "Wir unterstützen zwar grundsätzlich das Vorhaben, das Schloss wieder zu revitalisieren, jedoch muss das im Rahmen der Gesetze passieren. Ein Projekt dieser Größenordnung muss jedenfalls von der Baubehörde genehmigt werden. Gesetze müssen eingehalten werden und geschützte Landschaftsteile erhalten bleiben", so Bürgermeister Jakob Frey. In diesem Brief wird auch die Behörde scharf attackiert. "Nicht nachvollziehbar ist, weshalb die Behörde keinerlei Maßnahmen setzt", heißt es darin. "Bis zu diesem offenen Brief hat es keinen Kontakt mit Bürgermeister Frey gegeben. Wir haben dann sofort reagiert", erwidert Helmut Krenn, zuständiger Referatsleiter der BH Graz-Umgebung. "Wir haben alle zuständigen Stellen des Landes und der Bezirkshauptmannschaft laufend informiert. Seine Mitarbeiter haben also davon gewusst", so Frey. Am Montag hat es nun die Begehung gegeben. "Es gibt massive Übertretungen nach dem Naturschutzgesetz. Der geschützte Landschaftsteil ist davon aber nicht tangiert. Dort ist nichts angerührt worden", erklärt Krenn, der selbst vor Ort war. Es wird nun noch ein Gutachten geben. "Es sind Maßnahmen am Bach gesetzt worden, die so nicht gesetzt werden dürfen. Dort werden Rekultivierungsmaßnahmen eingeleitet", führt Krenn weiter aus. Grundsätzlich sei festzuhalten, dass es wüst aussehe, wenn Bagger auffahren, wo Hütten gestanden sind, solche Maßnahmen jedoch notwendig wären, um dort wieder Rekultivierungsmaßnahmen machen zu können. Und was sagt eigentlich Schloss-Besitzer Johann Höllwart dazu? "Ich werde nun alle Fakten einholen lassen und spätestens nächste Woche eine Stellungnahme dazu abgeben", so Höllwart.
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