16.11.2017, 05:30 Uhr

Krampus- und Perchtensaison: Von einem, der das Fürchten plant

Düstere Gesellen, wohin man auch blickt: Der Krampuslauf in Rein erfreut Jung und Alt gleichermaßen. (Foto: KK)

Die Krampus- und Perchtensaison ist nun eröffnet. Rene Zettl verrät, wie wichtig die gute Planung ist.

Je rauer die Nächte, desto lauter werden die Glocken von Krampus und Perchten, die hierzulande seit jeher gleichermaßen für Furcht und Faszination sorgen. Der düstere Geselle und Begleiter des heiligen Nikolo startet wieder in die Saison. Hinter einem fulminanten Lauf für Groß und Klein steckt aber eine lange Vorbereitungszeit. Krampuslauf-Rein-Vereinsobmann Rene Zettl weiß, wie sich Sicherheit und Brauchtumspflege vereinen lassen.

Atmosphäre

36 Vereine aus ganz Österreich werden am Samstag (18. November, ab 18 Uhr) Rein wieder einen Abend lang zu einem Ort der Teufel machen. Es ist die sonst so friedliche Atmosphäre im Ort, die, in Kombination mit der kalten Jahreszeit, den Lauf in Rein mittlerweile zum neunten Mal zu einem Fixpunkt im Veranstaltungskalender macht. Die Planung für so ein großes Event läuft allerdings das ganze Jahr über. "Wir schicken Einladungen an die Vereine aus und sprechen uns mit der Gemeinde und sämtlichen Behörden ab. Das alles beginnt schon, wenn der letzte Lauf vorbei ist", verrät Zettl, der hauptberuflich in der Pflege tätig ist. Der 31-Jährige war selbst einmal Teil eines Krampusvereins, hat sich dann jedoch dafür entschieden, hinter den Kulissen zu werken.

Brauchtum

Unterstützt von der Familie nimmt er den Aufwand gerne in Kauf, denn Zettl liegt das Brauchtum am Herzen. "Gewisse Traditionen müssen aufrechterhalten werden. Bei Krampus- und Perchtenläufen kommen die Generationen zusammen und haben ihren Spaß." Für Zettl selbst dürfte es sogar ein Mehr an Brauchtum sein. "Ich versuche schon lange, richtig 'alte' Krampusse zu bekommen, um zu zeigen, wie es früher einmal war", sagt er und verweist darauf, dass auch der finstere Geselle einem gewissen Trend nicht entkommen ist: "Ein Lauf ist eine Show. Alles ist größer geworden, mit mehr Feuer und Lichteffekten. Die Masken sind aufwändiger geworden. Das Publikum ist neugierig und will immer etwas Neues geboten bekommen."

Sicherheit

Damit am Tag X alles reibungslos funktioniert, beginnt er für die Veranstalter recht früh. Stände werden aufgestellt, Straßen gesperrt, Absperrungen errichtet, die Mitglieder der Krampusvereine versorgt und der Ablauf mit den Obmännern geklärt. Am wichtigsten sind die Gespräche mit Security, Feuerwehr und Rettung. "Die Sicherheit der Zuseher muss jederzeit gegeben sein", sagt Zettl. Aber auch für die Krampusse selbst ist ein Lauf nicht ungefährlich. "Leider Gottes gibt es immer wieder den Fall, dass ein Krampus sich danebenbenimmt. Aber in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass sie selbst auch Schutz brauchen. Die Masken haben dünne Sehschlitze, das Blickfeld ist eingeschränkt. Und es gibt viel Jugend, die sich gegenüber den Krampussen beweisen will." Für ein besonderes Sicherheitsgefühl sorgt, vor allem bei den Kindern, der Nikolaus. "Der darf auf keinen Fall fehlen. Er zeigt, dass er alle Krampusse bändigen kann."

Die Bilder zum Lauf gibt's hier.
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