24.05.2016, 16:30 Uhr

Zum Greißler ums Eck

Mit einem Griff ist alles da: Nahversorger bieten alles, was man braucht – und oft sogar noch mehr. (Foto: bilderBox.com)

Wohin, wenn die Milch ausgeht? Zum Nahversorger vor Ort, wäre die logische Antwort. Ist es aber nicht, vor allem in kleineren Gemeinden.

Was unsere Großeltern meist noch beim Greißler ums Eck gekauft haben, holen wir uns heute beim Wochenend-Großeinkauf im Super- oder Hypermarkt. Für viele Nahversorger ein Todesurteil, denn von diesen Minieinkäufen können sie kaum ihr Überleben sichern. Als regionaler Informationsnahversorger widmet sich die WOCHE daher mit dem Themenschwerpunkt "Wir kaufen daheim" den regionalen Unternehmen, Betrieben und Firmenniederlassungen, die dafür sorgen, dass Arbeit und Wertschöpfung in der Steiermark bleiben. Ein Beispiel dafür sind die steirischen Nahversorger, deren Zahl laut Schätzungen der Wirtschaftskammer weiter zurückgehen wird.
Erhebungen der WKO malen ein wenig erfreuliches Bild: So muss aktuell jede dritte steirische Gemeinde ohne Nahversorger auskommen. In Voitsberg oder Weiz sind die Nahversorger überhaupt am rarsten gesät. Der Bezirk Graz-Umgebung liegt im bescheidenen unteren Mittelfeld. Die beliebtesten alternativen Nahversorgungsmöglichkeiten bilden fahrende Bäcker oder Zusteller der Tiefkühldienste.

Regional ist näher dran

"Grundsätzlich setzt aber ein Umdenken ein und wir erfahren sehr viel Unterstützung von den Kommunen", erklärt Alois Siegl, Gremialobmann des steirischen Lebensmittelhandels und selbst Nah-und-Frisch-Kaufmann. "Gemeinsam versuchen wir, im Fall des Falles Nachfolger zu suchen, und das gelingt auch immer öfter." Um sich gegen die Großen zu behaupten, genüge das reguläre Angebot aber nicht, sondern man müsse sich schon etwas einfallen lassen wie "Partyservice oder Hauszustellung. Außerdem können wir wirklich durch Regionalität und Frische punkten. Das nehmen die Kunden auch sehr gut an. Vor allem in letzter Zeit spürt man, dass die Kundschaft wieder vermehrt auf den Kleinversorger zugeht", unterstreicht Siegl.
Den Betrieb hat Siegl im Jahr 1972 von seinen Eltern übernommen, seit 1999 gibt es auch den Standort in Gratwein. Ob es etwas gibt, das er den Kunden nicht von den Lippen abliest? "Nein, denn wir versuchen, den Wünschen der Kunden zu 100 Prozent gerecht zu werden. Wenn wir also etwas nicht lagernd haben, besorgen wir es einfach." Es ist vor allem der persönliche Umgang, der Siegl zum regionalen Kaufmann macht: Er kennt seine Kunden und sie grüßen ihn schon von Weitem. Er betreut sie persönlich, telefoniert mit ihnen – und auch für ein Plauscherl bei Kaffee ist immer Zeit.

Kaufen Sie daheim ein?



Pauline Pinter, Gratkorn: Ich kaufe fast alles in der Region, weil es ja auch alles gibt, was wir brauchen. Da muss ich nicht weit herumfahren und schließlich geht es ja auch um die Arbeitsplätze. Heute habe ich hier beim SPAR alles für das Wochenende eingekauft, das Geschäft liegt für mich günstig.


Josef Klinger, Gratwein: Ich kaufe daheim ein, damit die Geschäfte im Ort leben können. Ich bevorzuge auch regionale Lebensmittel, da kommt es auf ein paar Cent mehr nicht an. Das Kaufhaus Siegl hat eine gute Ware, man bekommt so ziemlich alles und ein freundliches Wort von den Verkäuferinnen dazu.



Eveline Burgstaller, Gratwein-Straßengel: Ich kaufe in der Gegend ein, denn da brauche ich nicht weit zu fahren, spare mir damit Zeit und geben tut es hier sowieso alles. Gute Qualität, freundliche Bedienung und die Geschäfte müssen ja auch belebt werden. Da hängen immerhin auch Arbeitsplätze dran.


Johann Jaritz, Hörgas: Das ist ganz klar, wir suchen immer heimische Produkte aus. Bei uns gibt es eine hervorragend gute Qualität in den Hofläden. Beispielsweise beim Bauernhof Huber in Eisbach, da weiß man beim Fleisch, dass die Tiere gut gehalten wurden und das schmeckt man dann natürlich auch.
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