10.02.2017, 00:00 Uhr

Flinkstones: Statt Mitleid wird um Applaus gebeten

Christian Scherling (Bildmitte mit Ball) und den Flinkstones, die erstmals mit zwei Mannschaften zur Staatsmeisterschaft antreten.

Die Flinkstones bereiten sich auf die Staatsmeisterschaft vor.

Mehrmals mussten sich die Rollstuhl-Basketballer von den Sitting Bulls geschlagen geben. Jetzt streben Christian Scherling und seine Teamkollegen den Staatsmeistertitel an. Höhepunkt wird das Heimspiel am 18. Februar in der Grazer ASKÖ-Halle sein, wo die Steirer um 10:00 Uhr auf die amtierenden Meister aus Niederösterreich treffen.

Kein Unterschied zum klassischen Basketball

Die Regeln unterscheiden sich beim Rollstuhlbasketball nicht vom klassischen Basketball. Wären da nicht die Rollstühle, die in turbulenten Szenen aneinander krachen, es gäbe keinen Unterschied zu Athleten, die laufend ihre Körbe machen.

Schweißbäche rinnen den Basketballern über Gesicht und Rücken, der Adrenalinspiegel steigt und macht keinen Unterschied zwischen Training oder Meisterschaft. Stahlharte Muskeln in den Armen lassen in einem atemberaubenden Tempo die Rollstühle über das Parkett sausen. Scherling scheint zeitweise den Ball für sich gepachtet zu haben. Elegant und umsichtig im Dribbeln, ist der Dobler auch zielsicher im Werfen. „Wir trainieren hart, einmal in der Woche in der Reha-Klinik Tobelbad und zweimal in Graz“, sagt Scherling. „Ein wesentlicher Teil unseres Erfolgs ist aber die Kameradschaft“.

Auf einmal war alles anders...

2010 änderte sich für Christian Scherling das Leben durch eine schwere Krankheit am Rückenmark. Ein wochenlanger Aufenthalt in der Neurologie und sechs Monate Reha in Tobelbad folgten. „Ich machte vor der Querschnittlähmung eine Lehre zum Kunstschmied bei der Firma Trost in Zwaring“, blickt Scherling zurück. Mit Unterstützung seines Arbeitgebers konnte er die Lehrabschlußprüfung nach der Reha nachholen, seinen erlernten Beruf kann er aber nicht mehr ausüben.

„Ich war vor der Lähmung überhaupt nicht sportlich“, sagt Scherling. Der Tobelbader Sportwissenschaftler Jörg Goldgruber weckte seine sportliche Leidenschaft und brachte ihn im Team der Flinkstones zu Höchstleistungen. Allein kann man keine Meisterschaft gewinnen. „Ich bin mit meinen Kollegen Daniel Kontsch, Bernhard Penz, Christoph Edler, Mario Grabner, Rene Hernesz und Nermin Vojic, ein tolles Team“, sagt der faire Spieler und ergänzt: „Wir brauchen kein Mitleid, aber den Applaus am 18. Februar, egal wie das Spiel ausgeht, den hätten wir uns verdient“.

www.flinkstones.at
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