Auch in Graz
Anlagenbaufirma Christof Industries meldet Insolvenz an
- Christof Industries Austria ist pleite: 350 Arbeitsplätze sind betroffen.
- Foto: TheRunnerUp/Wikimedia Commons
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Aufruhr in der steirischen Industrie: Der Anlagenbauer Christof Industries beantragte heute für seine Tochterfirma in Österreich ein Sanierungsverfahren - auch Graz ist betroffen. Die Passiva betragen rund 66 Millionen Euro, könnten sich jedoch noch erhöhen.
GRAZ. Das Unternehmen Christof Industries, das auf Anlagenbau, Industrie-Service und Umwelttechnologien spezialisiert ist, hat am heutigen Freitag für sein Tochterunternehmen Christof Industries Austria GmbH mit 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Landesgericht Graz Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen verfügt neben dem Standort in Graz noch über drei weitere Firmen in Wels, Wien und Werndorf. Zur ebenfalls in Graz ansässigen "Christof Group" besteht keine Verbindung.
Eine der größten Pleiten 2022
Laut KSV180 könnte es sich um eine der größeren Pleiten in diesem Jahr in der Steiermark handeln - die Passiva betragen rund 66 Millionen Euro. Die Christof Industries Austria GmbH ist ein Tochterunternehmen der Christof Industries Unternehmensgruppe und im Anlagenbau sowie in der Entwicklung, Instandhaltung und im Service von Industrieanlagen und Kraftwerken tätig. Das familiengeführte Unternehmen konnte im Jahr 2021 einen Umsatz von 138 Millionen Euro erwirtschaften. Angesichts der guten Auftragslage wird von einer Sanierung und einem Fortbetrieb des Unternehmens ausgegangen.
- Diese Grafik zeigt, wie stark die Insolvenzen in Österreich in diesem Jahr ansteigen. In der Steiermark meldet der KSV1870 ein Plus von 57,6% im Vergleich zum Vorjahr.
- Foto: KSV1870
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Erst der Anfang der Pleitewelle?
Laut einer aktuellen KSV1870 Hochrechnung waren in den ersten neun Monaten 2022 in Österreich 3.482 Unternehmen von einer Insolvenz betroffen – das entspricht rund 13 Firmenpleiten pro Tag. Die Zahl der Firmenpleiten bewegt sich weiterhin deutlich über jener des Vorjahres: 3.482 insolvente Unternehmen entsprechen einem Plus von 92 Prozent gegenüber den ersten neun Monaten 2021. Die Steiermark steht zwar insgesamt noch besser da, jedoch meldet der Kreditschutzverband auch hierzulande ein Plus von 57,6 Prozent bei den Insolvenzen.
„Anhaltende Kostenexplosionen, gravierende Lieferengpässe und die schwierige Suche nach Personal sind nur einige wenige Faktoren, warum sich die wirtschaftliche Gesamtsituation zuletzt verschlechtert hat."
Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz
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