Sonderausstellung in Graz
Schell und Poppmeier laden zu "Schlüssel zur Kunst"
- Leidenschaft, die verbindet: Georg Poppmeier (l.) und Hanns Schell (M.) laden zur Sonderausstellung "Schlüssel zur Kunst", die von Roman Grabner (r.) kuratiert wurde.
- Foto: MeinBezirk/Martina Maros-Goller
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Wenn zwei leidenschaftliche Sammler gemeinsame Sache machen, entsteht die Sonderausstellung "Schlüssel zur Kunst". Hanns Schell und Theodor Poppmeier laden ab 12. Juni in der Schell Collection zu einer von Roman Grabner kuratierten Ausstellung, die ihre jahrzehntelange Passion für das Sammeln von Kunst in den Fokus rückt.
GRAZ. "Gemeinsam sind die Herrschaften 180 Jahre alt", verrät Kurator Roman Grabner gleich zu Beginn des Presserundgangs zur Sonderausstellung "Schlüssel zur Kunst". Die Herrschaften sind die beiden bekannten Unternehmer und leidenschaftlichen Kunststammler, die nun gemeinsame Sache machen. Hanns Schell, Jahrgang 1938, prägte mit seinem Unternehmen Odörfer das steirische Wirtschaftsleben maßgeblich mit und sammelt seit 1965 Schlüssel, Schlösser und Eisenkunstwerke. So entstand die weltgrößte Spezialsammlung dieser Art, die Schell seit 1992 in der Schell Collection der Öffentlichkeit präsentiert. Theodor Poppmeier, 1934 geboren, gründete das Unternehmen Tann und mit zwei Partnerfamilien die Spar Warenhandels AG, die mittlerweile Marktführer am heimischen Lebensmittelmarkt ist. Poppmeier fand früh zu seiner Sammelleidenschaft, seine erste Zeichnung von Günter Brus kaufte er 1983. Daraus wurde eine umfangreiche Kollektion - Poppmeier hat Hauptwerke aus allen Schaffensperioden versammelt. Darüber hinaus hat er Werke von Hermann Nitsch, Arnulf Rainer oder Maria Lassnig in seiner Sammlung.
- Roman Grabner kuratierte die Sonderausstellung "Schlüssel zur Kunst".
- Foto: MeinBezirk/Martina Maros-Goller
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Nun treffen bis 3. Oktober diese zwei Welten aufeinander: Kunsthandwerk trifft auf Kunst, anonyme Meisterwerke auf große Namen der österreichischen Kunstgeschichte. In der Sonderausstellung "Schlüssel zur Kunst" verbinden sich die zwei Leidenschaften der zwei großen, steirischen Unternehmer und Kunstsammler, die seit Jahrzehnten ihre Sammlungen aufbauen. "Für das Sammeln muss man auch reisen, man muss viel entdecken", verrät Poppmeier und ergänzt, dass das mit seinen 92 Jahren nicht mehr möglich ist. "Ich borge die Werke gerne her", sagt er am Ende der Führung und freut sich, dass er dadurch auch anderen Kunstinteressierten eine Freude bereiten kann.
Zwei Welten, die in Dialog treten
Kurator Roman Grabner hat diese zwei Welten gekonnt verbunden, indem er ein Konzept der Gegenüberstellungen verfolgt. Jedem Sammlerstück von Schell steht ein Stück von Poppmeier gegenüber, die so neue Sichtweisen auf die Sammlung des jeweils anderen ermöglichen. "Unerwartete Konfrontationen und überraschende Werkpaarungen sollen vorgefertigte Meinungen und Übersetzungen aus den Angeln heben und die Perspektive weiten", heißt es. So bekommt man Gelegenheit, die Grafik "Körperteil-Prozess" von Günter Brus zu sehen, die sich mit dem Vorwurf der "Pornografie" und der "Verletzung der Sittlichkeit und Schamhaftigkeit auseinandersetzen. Diesem Werk ist ein spätgotisches Möbelschloss aus Frankreich gegenübergestellt, auf dem das Geschlechtsteil Adams sehr plastisch ausgeführt ist. "Es ist spannend, wie unterschiedlich die Moralvorstellungen in 500 Jahren auseinandergehen und dass man in den 1960ern konservativer war als 500 Jahre zuvor", erläutert Grabner. Weiters trifft man auf ein frühes Schüttbild von Hermann Nitsch inmitten der kirchlicher Operstöcke oder auf das Bild "Freundinnen" von Maria Lassnig, dem eine Büste von Kaiserin Elisabeth gegenübergestellt ist.
- Originale von Günter Brus werden in der Schell Collection gezeigt.
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Die Sonderausstellung "Schlüssel zur Kunst" wird am 12. Juni um 17 Uhr eröffnet und dauert bis 3. Oktober. Zu sehen ist sie in der Schell Collection in der Wiener Straße 10, 8020 Graz.
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