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Ein Schaufenster für Design

Inspiration für ihre Kreationen und Kollektionen findet sie überall: Die Designerin Karin Wintscher-Zinganel betreibt den Pell Mell Shop in der Griesgasse.
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  • Inspiration für ihre Kreationen und Kollektionen findet sie überall: Die Designerin Karin Wintscher-Zinganel betreibt den Pell Mell Shop in der Griesgasse.
  • Foto: Jorj Konstantinov
  • hochgeladen von Stefan Haller

Die Vollblut-Designerin Karin Wintscher-Zinganel organisiert bereits seit 2003 das assembly-Festival.

Karin Wintscher-Zinganel ist seit 1984 als freischaffende Modedesignerin tätig, im Jahr 2002 gründete sie zusammen mit Bettina Reichl den Pell Mell Shop in der Griesgasse, der Showroom und Galerie in einem ist: Neben ihrer eigenen Kollektion werden in Form von Gastausstellungen nationales wie auch internationales Modedesign präsentiert und Kontakte gestärkt. Seit 2003 organisiert Wintscher-Zinganel das Designfestival assembly, das sie auch mitgegründet hat. Heuer findet es von 24. bis 26. Mai im Kunsthaus Graz statt. Mit der WOCHE spricht sie über Inspiration, den Wandel des assembly-Festival und Graz als Ort für Kunst und Design.

WOCHE: Die Frage ist einfach gestellt, aber nicht einfach beantwortet: Was ist Design?
Karin Wintscher-Zinganel: (lacht) Puh, schwierige Frage. Für mich hat Design immer einen Mehrwert, egal ob in der Mode oder einem anderen Produkt. Diesen Mehrwert kann man sehen, aber auch spüren – bei Kleidung muss man sich beispielsweise wohlfühlen.

Wofür stehen Ihre Kreationen, wie setzen Sie diese ein?
Ich liebe eine Mischung aus Funktionalität und spielerischem Umgang mit Kleidung. Ich befasse mich zum Beispiel sehr stark mit Reißverschlüssen, die ein Kleidungsstück sehr flexibel machen können, und versuche, sie ungewöhnlich einzusetzen. So wird zum Beispiel ein Kleidungsstück vom Rock zum Cape und vielleicht sogar zur Jacke – man kann sich von in der Früh bis zum Abend verwandeln, ohne etwas komplett anderes anziehen zu müssen. Besonders toll finde ich es, wenn der Kunde im Laden steht und wieder eine komplett neue Art findet, das Stück zu tragen, an die ich selbst noch gar nicht gedacht habe.





Geschmack ist ja etwas Subjektives – wie definieren Sie guten Geschmack? Geht das überhaupt?
Das kann man wirklich nur subjektiv beantworten. Für mich ist in der Mode ein guter Geschmack, wenn man nicht vollkommen dem Mainstream folgt und aus der Uniformität ausbricht. Man sollte einfach seinen eigenen Stil entwickeln.

Wovon lassen Sie sich für Ihre Kreationen inspirieren?
Inspiration kann wirklich überall passieren – von der Gartenarbeit zu Hause bis zum Museumsbesuch. Ein aktuelles Beispiel aus meiner neuen Kollektion sind Schmuck-Halsbänder aus Schuhbändern. Ich habe mir die Schuhe zugebunden und gedacht, dass man aus diesem Material eigentlich etwas machen könnte. Oft dauert es dann einige Zeit, bis ich weiß, was genau ich machen will, aber die Ideen können wirklich überall und immer entstehen.

Sie organisieren auch heuer wieder das assembly Designfestival. Wofür steht dieses?
Als wir 2003 anfingen, wollten wir einfach ein Schaufenster für zeitgenössisches Design bieten. Damals war es nicht nur Mode, sondern zum Beispiel auch Schmuck, Tattoos oder Möbel. Seit 2008 sind wir Teil des Designmonats und haben uns auf Mode spezialisiert. Auch durch den hervorragend dotierten Kastner & Öhler Fashion Award gibt es einen großen Anreiz für viele Designer, zu uns zu kommen. Besonders freut mich, dass wir immer wieder ein erstes Sprungbrett für junge Designerinnen aus der Modeschule Graz sein können, die sich ein erstes Mal in der Welt des Designs beweisen können.

Ist Graz generell ein guter Boden für Kunst und Design?
Ich denke schon, ja. Das Fördersystem ist wirklich gut, und vor allem die hervorragende Ausbildung durch die Modeschule Graz, die Ortweinschule oder auch die FH Joanneum ist extrem wichtig. Schade ist allerdings, dass viele Künstler direkt nach der Ausbildung in Graz ins Ausland gehen, aber ich denke, die vielen Ateliers zeigen schon, dass sich die Szene in Graz durchaus sehen lassen kann.

Was erhoffen Sie sich vom Kulturjahr Graz 2020 für Ihre Branche?
Generell finde ich das Thema, Kunst und Kultur mit der Stadtentwicklung zu verknüpfen, eine zukunftsorientierte und großartige Herangehensweise. Vor allem für die Designbranche und das assembly-Festival erhoffe ich mir durch das Kulturjahr internationales Publikum und Aufmerksamkeit.

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