Grazer Forscher im Corona-Einsatz

Für ihre Arbeit wurde das Innophore-Team rund um Christopher Trummer (2.v.l.) und Georg Steinkellner (2.v.r.) mehrfach ausgezeichnet.
  • Für ihre Arbeit wurde das Innophore-Team rund um Christopher Trummer (2.v.l.) und Georg Steinkellner (2.v.r.) mehrfach ausgezeichnet.
  • Foto: Innophore/KK
  • hochgeladen von Christoph Hofer

Innophore sucht mit Partnern nicht nur nach Wirkstoffen gegen Covid-19, sondern auch nach Enzymen.

Wann, ja wann wird es ein Arzneimittel gegen das Coronavirus geben? Das beschäftigt derzeit Menschen auf der ganzen Welt ebenso wie die Frage, wann denn wieder ein normales Leben möglich sein wird. Geforscht wird derzeit an allen Ecken und Enden, auch ein Grazer Jungunternehmen ist mittendrin. Das Biotech-Start-up Innophore hat nämlich gemeinsam mit der Universität Graz, dem acib (Austrian Centre of Industrial Biotechnology) und der Harvard University ein Projekt ins Leben gerufen, in dem computerbasiert rund zwei Milliarden potenzielle Wirkstoffe gegen Covid-19 gescreent werden sollen. Die Methode von Harvard wird hierbei mit der von Innophore entwickelten und bereits patentieren 3D-Punktwolken-Technologie kombiniert: Dabei werden unzählige Ansatzpunkte simuliert und diese mithilfe einer Künstlichen Intelligenz gefiltert. In Summe hofft das Forscher-Team, dass weitere vielversprechende Kandidaten für Medikamente gefunden werden.

Forschung für China

"Im Moment gehen wir davon aus, über 100 Milliarden Einzelsimulationen durchzuführen, denn jeder potenzielle Wirkstoff wird einzeln gescreent“, sagt dazu Innophore-Geschäftsführer Christian Gruber. Bereits im Jänner hat Innophore international für Aufsehen gesorgt, als man Vorschläge für Wirkstoffe, die für klinische Studien zur Bekämpfung des Coronavirus geeignet wären, aufs Tapet brachte. Unter anderem forschte man damals mit dem "Chinese Center for Desease Control and Prevention" an Molekülen, die Teile des Virus binden und es so unschädlich machen können.

Suchmaschine für Enzyme

Das Innophore-Team ist aber nicht nur auf der Suche nach einem Wirkstoff gegen Covid-19, sondern unterstützt seit der Gründung Ende 2017 ganz generell die Entwicklung neuer Medikamente. Dafür haben die Grazer eine Suchmaschine für Enzyme entwickelt. "Diese Bio-Katalysatoren, die durch ihre Anwesenheit gewisse Reaktionen beschleunigen oder erst ermöglichen, werden immer wichtiger", fasst Christopher Trummer, seines Zeichens Business Developer bei Innophore, zusammen.
Während Enzyme im Menschen bei nahezu allen Stoffwechselvorgängen beteiligt sind, erhalten sie als Bestandteil verschiedenster Verfahren vor allem für die Pharma- und Chemieindustrie eine immer größere Bedeutung. Die Suche nach den geeigneten Enzymfunktionen ist im Labor allerdings sehr kostspielig und zeitaufwändig. Genau da kommt die Enzym-Suchmaschine von Innophore ins Spiel: "Mit unserer Softwareplattform kann man alternative Enzyme am Computer identifizieren und so bestimmte Industrieprozesse überhaupt erst ermöglichen", erklärt Trummer.

Zukunftsträchtige Forschung

Die Relevanz für die Praxis ist schnell erklärt: "Wir helfen mit dem Einsatz unserer Technologie, dass in den Bereichen Lebensmittel, Biotechnologie und Arzneimittel Fortschritte erzielt und beispielsweise neue Therapien entwickelt werden." Die Zukunft bleibt also spannend, dem Innophore-Team, gespickt mit Forschern aus aller Welt, wird die Arbeit, Coronavirus hin oder her, so bald nicht ausgehen ...


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