Hygiene und Krankheiten
Krähen sorgen in Grazer Innenstadt für Unmut und Kritik

Zwei Krähen suchen zwischen Müllsäcken nach Essen.
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  • Krähen suchen am Kaiser-Josef-Platz nach essbaren Überresten.
  • Foto: MeinBezirk/Martina Maros-Goller
  • hochgeladen von Martina Maros-Goller

Krähen sorgen seit Jahren für Unmut bei Bewohnern und Bewohnerinnen der Innenstadt sowie Innenstadtbesucherinnen und -besuchern. Vor allem die Kaiserfeldgasse war lange leidgeplagt, nun sieht man Krähen öfter in unmittelbarer Nähe von Mülleimern wie etwa am Kaiser-Josef-Platz. MeinBezirk sprach mit dem Grazer Bezirksjägermeister Stephan Bertuch und Gesundheitsamtsleiterin Eva Winter über die aktuelle Situation und wie man dieser Herr werden kann.

GRAZ. Krähen, die gemütlich an überfüllten Mülleimern am Kaiser-Josef-Platz jausnen, gehören mittlerweile zum Grazer Stadtbild. Krähen in Graz sind schon lange ein Thema, seit Jahren mehrten sich vor allem Beschwerden von Anrainern in der Kaiserfeldgasse, die mit dem Kot der Tiere auf ihren Autos zu kämpfen haben. Mittlerweile hat sich die Problematik etwas verlagert, Krähen sind nicht mehr so konzentriert auf wenigen Straßenzügen unterwegs, sondern in der ganzen Stadt verteilt. Der Grazer Bezirksjägermeister Stephan Bertuch erklärt, wie man hier vorgehen kann und Eva Winter, Leiterin des Grazer Gesundheitsamts, führt aus, wieso Krähen ein Problem sind und gibt Verhaltenstipps für Bürgerinnen und Bürger.

Eine Krähe sitzt am Zaun
  • Intelligente Raubvögel: Krähen sind geschützt und dürfen nur in bestimmten Fällen bejagt werden.
  • Foto: Gerhard Singer/meinbezirk
  • hochgeladen von Martina Maros-Goller

"Über zehn Jahre hatten wir vor allem in der Kaiserfeldgasse eine richtige Plage, aber es ist schon viel besser geworden und wir wissen nicht genau warum", leitet Stephan Bertuch ein. Ein möglicher Grund könnten die Baustellen sein, denn Krähen mögen keinen Baustellenlärm. "Wir wissen, dass am Schloßberg viele Krähen einfliegen und sie sind massiv dort unterwegs, wo Müll und Mist sind", so Bertuch weiter, der erklärt, dass es in Graz aufgrund der Bebauungsdichte unmöglich ist, Krähen zu bejagen. "Es gibt die Krähenverordnung für die Steiermark, die den Abschuss von 7.700 Nebel- und Rabenkrähen erlaubt. Der Abschuss von Krähen muss gemeldet werden und der erlaubte Menge wird wahrscheinlich nicht erreicht", führt der Bezirksjägermeister weiter aus. So wurden im vergangenen Jagdjahr in Graz lediglich fünf Nebelkrähen geschossen und im Jahr davor 28 Nebelkrähen und zehn Rabenkrähen. "Die Bevölkerung ist da sehr aufmerksam und es leidet auch die Singvögelpopulation, denn sie nehmen den Vogel selber mit", erklärt Bertuch abschließend.

Krähen als Gesundheits- und Hygieneproblem

"Krähen sind klug und findig und fischen sich den Müll aus dem Eimer", erklärt Gesundheitsamtsleiterin Eva Winter. Diese Alles- und Aasfresser wohnen auswärts und haben Schlafplätze in der Peripherie, kommen aber tagsüber in die Stadt und holen Futter, daher sind sie auch in Graz präsent. "Der Kot der Krähen kann Salmonellen und auch alle möglichen Viren übertragen, daher ist es aus Gesundheits-, aber auch als Hygienegründen wichtig", unterstreicht Winter. Daher gibt sie Bewohnerinnen und Bewohnern den wichtigen Tipp, stets Müll an überdachten Müllplätzen zu entsorgen oder sicherzustellen, dass Mülltonnen geschlossen sind. "Auch Sitzbänke, Geländer, aber auch der Boden können mit Krähenkot kontaminiert sein, was bsonders für rollstuhlfahrende Menschen oder Kinderwägen ein Thema ist, denn diese gehen meist auch in den Wohnbereich", appelliert Winter, sich an diese einfachen, aber wirksamen Handlungsvorschläge zu halten. Und als wichtigster Tipp überhaupt: Immer Hände waschen, wenn man nach Hause kommt.

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