Lexikon des unnützen Wissens: Ein Kochrezept für g'schmackige Redewendungen

Selbst wer nicht kocht, redet doch ständig übers Essen. Und manchmal ganz unbewusst - gibt es doch etliche Redewendungen aus dem Gastrobereich, die wir beinahe täglich verwenden.

Ich gebe zum Beispiel gerne meinen Senf dazu. Diese Redewendung stammt aus dem 17. Jahrhundert, damals war Senf noch etwas sehr Wertvolles. Wurde eine Mahlzeit mit Senf "verfeinert", galt sie als ein besonderes Essen. Manche Wirte freilich gaben zu jedem Essen etwas Senf hinzu, damit es kostbarer wirkte. Nur: Senf passt halt nicht zu jedem Essen. Er wurde ungefragt zum Essen serviert, so wie einige Menschen anderen ungefragt ihre Meinung mitteilen.

Den Löffel abgeben, das habe ich dagegen noch lange nicht vor. Diese Redewendung kommt aus der Zeit, als Knechte und Mägde als Besteck nur einen einzigen Löffel hatten. Starb jemand, bekam einfach dessen NachfolgerIn den Löffel.

Mit mir ist dafür, so glaube ich halt, ganz gut Kirschen essen. Eingeführt wurden Kirschen bei uns vom römischen Feinschmecker und Feldherrn Lukullus. Kirschen waren selten und teuer, nur reiche Menschen, vor allem Adelige, konnten sie sich leisten. Wenn Adelige während des Kirschenessens jemanden entdeckte, der ihrer Meinung nach nicht an dem Mahl teilnehmen sollte, wurde dieser mit Kirschkernen und -stielen bespuckt, bis er die Flucht ergriff. Mit Adligen war also nicht immer wirklich gut Kirschen essen.

Mehr kulinarische Redewendungen gibt es am Sonntag!

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