Wie Corona Abfallwirtschaft beeinflusste
Mehr Bio- und Glasmüll, aber weniger Altpapier

Alles Müll, oder was? In Zeiten der Pandemie gelten auch für die Abfallwirtschaft besondere Voraussetzungen.
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  • Alles Müll, oder was? In Zeiten der Pandemie gelten auch für die Abfallwirtschaft besondere Voraussetzungen.
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  • hochgeladen von Roland Reischl

Corona hat auf alles in unserem Leben einen Einfluss. Sogar auf unsere Mülleimer. Nicht nur, dass diese Pandemie schön langsam wirklich "zum kübeln" ist, hat sie auch im Abfallverhalten der Grazerinnen und Grazer einiges bewirkt. Gemeinsam mit Alice Loidl, die Leiterin der Sparte Abfallwirtschaft in der Holding Graz sind wir dem Müll in der Murmetropole auf die Spur gegangen.

Mehr Glas, mehr Bio

Böse Zungen behaupten ja, dass sich so mancher Grazer die Lockdown-Zeiten schön getrunken hat. Dem könnte man fast Glauben schenken: Immerhin ist die Menge der Altglasverpackungen gleich um 638 Tonnen angestiegen, von 8.119 Tonnenim Jahr 2019 auf 8.758 Tonnen im Jahr 2020.
Gleich noch eklatanter war die Steigerung beim Bio-Müll: Statt 22.006 Tonnen (2019) waren es letztes Jahr gleich 24.162 Tonnen, also um 2.156 Tonnen mehr. Diese Zahl kann Alice Loidl aber erklären: "Durch die geschlossene Gastronomie wurde mehr zuhause gekocht." Außerdem wurde während der Schließung des Recyclingcenters (16. März bis 14. April) einiges an Grünschnitt in der Biotonne entsorgt, diese Mengen fehlen in der Center-Statistik.
Ebenfalls auf die fehlende Gastro gehen die Steigerungen bei Metallverpackungen (plus 13 Prozent) und bei Leichtverpackungen (plus 4 Prozent) zurück. Der Restmüll ist nur ganz leicht gestiegen, weil teilweise Sperr- im Restmüll entsorgt wurde.

Mehr Pizzaschachteln im  Altpapier

Logisch ist der Rückgang bei den Altkleidern um fast 20 Prozent, die Sammlungen waren ja für rund zwei Monate eingestellt. Beim Altpapier gab es einen Rückgang von 6,6 Prozent, dies führt Loidl auf viele geschlossenen Betriebe (Büros, Schulen etc.) zurück. Stärker geworden ist dabei im Verhältnis allerdings das Aufkommen von Kartons und Schachteln – die diversen Pizza- und anderen Lieferdienste lassen grüßen. Übrigens: Die Qualität des Altpapiers hat dadurch nicht gelitten, so Loidl: "In der Vergangenheit hatte Druckpapier, einen höheren Wert alsKartonagen, doch hatte sich das auch schon preislich umgedreht, je nachdem was gerade stark nachgefragt wird."

Grazer trennen brav

Eine durchaus positive Erkenntnis lässt sich aus diesen Zahlen ebenfalls gewinnen: Dass die Mengen der getrennten Sammlungen stark, jene des Restmülls nur leicht gestiegen sind, belegt, dass die Grazer auch in Corona-Zeiten sehr ordentlich Müll getrennt haben.

Weniger Verkehr am Sturzplatz

Und natürlich hat auch das Recyclingcenter die Auswirkungen der Lockdowns gespürt: 50.000 Privatautos weniger als 2019 sind 2020 ins Center eingefahren – die Gesamtmenge des abgelieferten Mülls hat sich um fast 2.500 Tonnen - von 31.400 auf 28.900 Tonnen – reduziert. Und noch eine letzte kuriose Zahl: Die Menge der Abfälle in öffentlichen Papierkörben hat sich um 135 Tonnen gesteigert, die zahlreichen Spaziergänger haben da wohl ordentlich Ballast abgeladen ...

Bestes Service

Zufriedenheit herrscht übrigens auch bei den Klienten des Recyclingcenter: Laut einer Umfrage von "m(Research" sind rund 80 Prozent der Grazer zufrieden mit den Öffnungszeiten, der Übersichtlichkeit und der Freundlichkeit der Mitarbeiter. "Schön zu sehen, dass dieser Bereich durch die hohe Professionalität der Mitarbeiter auch in Coronazeiten hohes Ansehen genießt", freut sich Holding-Vorstandschef Wolfgang Malik.


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