Netzwerktreffen
Sexuelle Bildung in der Schule

Beim Netzwerktreffen: Robert Krotzer, Elisabeth Grossmann, Hanna Rohn, Judith Schwentner und Sandra Holasek (v.l.) bei der Veranstaltung.
  • Beim Netzwerktreffen: Robert Krotzer, Elisabeth Grossmann, Hanna Rohn, Judith Schwentner und Sandra Holasek (v.l.) bei der Veranstaltung.
  • Foto: Teresa Mittermayr
  • hochgeladen von Anna-Maria Riemer

Wenn es zum Thema Sex kommt, holen sich viele Schulen in Graz externe Experten in die Klassenzimmer.

In den letzten Monaten gab es viel Wirbel rund um das Thema sexuelle Bildung, vor allem ein Verein – der laut Auskunft aber nie in der Steiermark tätig war – sorgte mit fragwürdigen Aussagen in den Schulen für Aufregung. Das Netzwerk Sexuelle Bildung wollte deshalb mit einer interaktiven Veranstaltung, zu der unter anderem auch Stadträtin Judith Schwentner, Stadtrat Robert Krotzer und Bundesrätin Elisabeth Grossmann kamen, für Transparenz sorgen.

Definierte Kriterien
"Das Netzwerk Sexuelle Bildung gibt es in der Steiermark schon seit zehn Jahren", erklärt die Netzwerkkoordinatorin Hanna Rohn vom Frauengesundheitszentrum und betont: "Innerhalb des Netzwerks haben wir Qualitätskriterien definiert, die auch der steirischen Bildungsdirektion vorliegen. Wir können auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Schulen zurückblicken, teilweise seit über 20 Jahren." Wichtig sei den Organisationen des Netzwerks, dass sie einen sicheren Raum für Jugendliche schaffen, in dem sie auch über sensible und tabuisierte Themen sprechen können. Gerade deshalb sei es wichtig, dass nicht nur die Lehrer, sondern auch externe Experten mit Kindern und Jugendlichen Workshops rund um das Thema Sexualität machen. "Es ist sowohl für Schüler als auch für Lehrer unangenehm, wenn sie über intime Ideen miteinander reden müssen, denn der gleichen Person muss man morgen auch neutral gegenüber stehen", sagt die Expertin, die ergänzt: "Bei den Workshops geht es aber nicht nur um Sexualität an sich, sondern vor allem auch um körperliche Unsicherheiten und Gefühle, die man vielleicht nicht einer Lehrperson, die ich jeden Tag sehe, erzählen möchte."

Neutrale Unterstützung
"Ein sehr gutes Beispiel, warum es neutrale und ausgebildete Personen braucht, sind Pornos. Wir wissen, dass viele Kinder und Jugendliche mit den Smartphones Zugang zur Pornografie haben", sagt Rohn und führt aus: "Sie wissen allerdings auch, dass sie diese Inhalte eigentlich nicht schauen dürfen und können so gar nicht über ihre Unsicherheiten reden." Dadurch entstehen oft verzerrte Bilder und ein gewisser Leistungsdruck, neutrale Experten können hier aufklären, erzählt die Koordinatorin. Bei den Workshops in den Klassen, wobei Mädchen und Burschen großteils in getrennten Gruppen sind, werden in erster Linie jene Themen behandelt, zu denen die Jugendlichen Fragen haben. Wer sich unwohl fühlt, muss aber auch nicht mitmachen. "Das kommt aber so gut wie nie vor, denn die Neugierde ist groß und wir reden sehr behutsam auch über schwierige Themen", sagt Rohn und betont: "Bei guter sexueller Bildung geht es darum, den Jugendlichen Unterstützung zu geben, um den eigenen Weg zu finden."

Wichtig für Eltern
"Eltern sollten ihren Kinder zeigen, dass sie für sie da sind, falls sie Fragen haben. Dabei geht es nicht darum, das eine Aufklärungsgespräch zu führen, sondern zu signalisieren, dass Sexualität, Gefühle und Liebe zum Leben dazu gehören und diese auch wie ein normales Thema zu behandeln", erklärt Rohn. Kinder, die gut aufgeklärt sind, denken selbst darüber nach und machen sich ein eigenes Bild von dem, was sie wollen oder nicht, anstatt einer Gruppenmeinung zu folgen. Auch für Eltern bieten die Mitglieder des Netzwerks Sexuelle Bildung Workshops und Kurse an, unter anderem im Frauengesundheitszentrum.

Autor:

Anna-Maria Riemer aus Graz

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