Landesfinanzen
"Die Steiermark hat ihre Hausaufgaben gemacht", sagt Finanz-LR Anton Lang

Abfahrt Richtung Budgetsanierung: Finanzlandesrat Anton Lang
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  • hochgeladen von Roland Reischl

Rund drei Jahre ist es her, dass Anton Lang (SPÖ) sein – im Vergleich doch – beschauliches Leoben verlassen und die Funktion als Landesrat in Graz angetreten hat. "Es ist schon einiges passiert in diesen drei Jahren", sagt er mit einem Augenzwinkern. "Wenn's auch herausfordernd ist, es macht immer noch Spaß." Der Begriff "herausfordernd" ist bei seinem Mega-Ressort allerdings dezente Untertreibung, immerhin steht er für die Bereiche Finanzen, Verkehr, Umwelt und erneuerbare Energie, Sport und Tierschutz gerade. "Ja, das klingt nach Wunderwuzzi. Der bin ich aber nicht, ich habe einfach im Büro und in der Landesverwaltung ein großartiges Team um mich, ohne die wäre das nicht möglich."

Finanzen: Steiermark hat Hausaufgaben gemacht

Ein gutes Teamwork attestiert Lang aber auch seinem politischen Gegenüber Christopher Drexler (ÖVP): "Wir haben eine gute Vertrauensbasis, die von Handschlagqualität geprägt ist." Nur so sei es möglich gewesen, das Doppelbudget 2019/2020 über die Bühne zu bringen. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, werden 2021 ausgeglichen budgetieren", ist der ehemalige Banker und Finanzexperte Lang überzeugt. Das belege auch der Rechnungsabschluss für 2018, in dem die prognostizierte Schuldengrenze von 5 Milliarden deutlich unterschritten wurde. Dies sei auf die gute wirtschaftliche Lage und höhere Ertragsanteile zurückzuführen, die Herausforderungen der Zukunft wolle er aber gar nicht leugnen: "Die geplante Steuerreform würde Verluste für die Länder bedeuten. Die Ausgaben für die Pflegeregelung und für die Gesundheitsreform können wir ebenfalls nur stemmen, wenn die Budgetdisziplin stimmt."

Verkehr: 3.000 Brücken als Herausforderung

Ebenfalls ein großer Brocken im Budget: der Verkehr, das zweite große Ressort von Lang. "Der öffentliche Verkehr wird uns weiterhin beschäftigen, von der Murtaler und Radkersburger Bahn über eine noch bessere Taktung der S-Bahn, die Regio-Busse bis hin zum Mikro-ÖV." Auch der Verbund wird gefragt sein, neben dem Top-Ticket für Studierende werden derzeit weitere (günstige) Ticketvarianten geprüft. "Eine gute Mobilität stärkt die Regionen, weil die Menschen eher zuhause wohnen bleiben, wenn sie ihren Arbeitsplatz schnell und flexibel erreichen können."
In Sachen Infrastrukturausbau haben die B 320 (Ennstal), die B 68 (Feldbach) und die B 70 (Weststeiermark) Priorität.
Und: Auf den steirischen Landesstraßen gibt es insgesamt rund 3.000 Brücken. "Viele von ihnen wurden in den 1950er-Jahren gebaut und kommen jetzt in die Jahre", weiß Lang um diese besondere Herausforderung. Auch das Radwegenetz wird weiterhin großes Thema sein.

Klimaschutz: Die Strategie steht

Womit wir beim nächsten Thema wären, dem Umweltschutz. "Ich finde es begrüßenswert, dass sich die Jugend mit den Freitagsdemos so engagiert." Klar müsse aber sein, dass sich nicht alles an einem Tag ändern lasse."Leider gibt es keinen Schalter, den man umlegen kann, hier wird es nur schrittweise Verbesserungen geben." Jeder sei gefragt, keiner dürfe sich vor dieser Aufgabe drücken, mahnt Lang. Mit der steirischen Klimaschutz-Strategie 2030 habe man dafür eine gute Basis gelegt, in vielen Bereichen habe die Steiermark eine Vorreiterrolle. Akzente werde man durch Anreize für erneuerbare Energie setzen, Flusskraftwerke seien hier ebenso Thema wie Windenergie (Programm für rund 50 neue Anlagen ist in Begutachtung) und Photovoltaik.
Last, but not least: Im Tierschutz will Lang weiterhin für Sensibilisierung sorgen, im Sport hat er vor allem die Jugend im Visier: "Jugendliche sollen sich bewegen, sie sollen sich bei Vereinen engagieren. Dafür braucht es Vorbilder", ist Lang überzeugt. Um diese auszubilden, sei er ein Verfechter von Leistungszentren und Akademien. "Ein klares Ja zum Spitzensport – um den Breitensport zu forcieren."

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