Olympia 2026 in Graz: KPÖ will Volksbefragung

Positionieren sich kritisch gegenüber den Olympia-Plänen in Graz: Elke Kahr und Manfred Eber
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Vor rund einer Woche ist die "Bombe" geplatzt, wonach sich Graz und Schladming (mit zahlreichen anderen Gemeinden, auch beispielsweise in Bayern) für die Olympischen Winterspiele 2026 bewerben möchte. Parallel dazu verlautbarten die Bürgermeister Siegfried Nagl (Graz) und Jürgen Winter (Schladming), dass es keine Volksbefragung im Vorfeld wie in Innsbruck 2017 geben werde. Eine Nachricht, die vor allem den Kommunisten sauer aufstößt. "Wir haben daher gestern in unserer Mitgliederversammlung beschlossen, Unterschriften für eine Volksbefragung in Graz zu sammeln", berichtet Stadträtin Elke Kahr im Rahmen einer heute stattgefundenen Pressekonferenz.

10.000 Unterschriften als Ziel

Das Ziel ist dabei klar definiert: "10.000 gültige Unterschriften sind nötig, damit es in weiterer Folge eine Volksbefragung in der Stadt geben kann." Diese sei laut KPÖ-Spitze auch unbedingt notwendig, da es "um riesige Geldsummen geht. Die Grazer sollen mitbestimmen können, ob eine derart teure Veranstaltung in ihrer Stadt stattfinden soll." Gerade die Kostenfrage ist es, die bei Kahr und ihren Parteikollegen die Alarmglocken schrillen lässt. "Viele Olympischen Winterspiele haben in der Endabrechnung drei Mal so viel gekostet, wie zunächst veranschlagt. Das werden im Endeffekt dann die Steuerzahler berappen müssen." Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer untermauert die Vorbehalte mit Zahlen: "Laut einer Studie der Uni Oxford kosten Olympische Spiele im Durchschnitt um 179 Prozent mehr als geplant. Dazu steigen in den betreffenden Orte, wo die Bewerbe durchgeführt werden, auch nachhaltig Mieten und Grundstückspreise."

Kein Geld für kleine Vereine

Als Beispiel führt Kahr etwa auch die Ski-Weltmeisterschaft in Schladming 2013 an. "In offiziellen Berichten liest man, wie toll alles war. Aber reden sie dort mit der Bevölkerung: Die Lebenserhaltungskosten sind massiv gestiegen!" Graz habe demzufolge andere Aufgaben, auch budgetärer Natur, zu bewältigen. "Ein kurzes Stück Radweg neu zu bauen kostet an die 500.000 Euro. Und dann soll man allein schon die neun Millionen Bewerbungskosten für die Olympischen Spiele rechtfertigen können?" Für Krotzer passt auch die Relation zu anderen, kleineren Sportvereinen in der Stadt nicht. "Die Gesamtkosten für eine Bewerbung, inklusive Sicherheitskosten, sind so enorm, während viele Vereine in Graz kaum Geld haben, oft die Infrastruktur darunter leidet. Das passt nicht zusammen."

Dringliche Anfrage im Landtag

Die KPÖ ist sich zwar der Sache bewusst, dass das Ergebnis einer Volksbefragung nicht bindend ist, dennoch "muss irgendjemand aktiv werden und die Bürger einbinden. Das sind jetzt eben wir", hofft Kahr aber auch auf die Zustimmung von SPÖ und Grünen im Gemeinderat. Die Zeit dränge jedenfalls, die 10.000 Unterschriften will die Partei noch vor dem Sommer beisammenhaben. "Erst dann kann entschieden werden, wann die Volksbefragung durchgeführt wird." Parallel dazu wird Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler bei der nächsten Landtagssitzung am 6. Februar eine dringliche Anfrage an Landesrat Anton Lang (unter anderem zuständig für Sport und Finanzen) richten. "Wir wollen wissen, wie die Landesregierung zum Thema Olympia steht. Die Meinungen von Stadt- und Landespolitikern sind ja zuweilen nicht immer die gleichen."

Unterschriftenliste ab sofort erhältlich

"Jede Unterschrift zählt", meint Kahr, die abschließend noch einmal auf die Absage der Bevölkerung für Olympische Winterspiele in Innsbruck verweist. Der Grazer Klubobmann der KPÖ, Manfred Eber, der jahrelang in Innsbruck gelebt hat, war bei allen (negativen) Volksbefragungen in Tirol hautnah dabei. "Innsbruck hat die höchsten Lebenserhaltungskosten in Österreich, solche Aspekte darf man nie vergessen."
Unterschriftenlisten können ab sofort bei der KPÖ-Bezirksleitung, im Volkshaus in der Lagergasse 98a, oder im KPÖ-Gemeinderatsklub im Rathaus-Hofgebäude, Zimmer 116, abgegeben werden. Anfordern kann man sie im Gemeinderatsklub (Tel. 0316/872 2151) oder via Download unter: www.kpoe-graz.at/olympia.phtml

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