"Connecting people"
Paten helfen minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen
- Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kommen ohne Begleitung ihrer Eltern oder anderer Bezugspersonen zu uns und sind beim Asylverfahren und anderen Behördenwegen auf sich allein gestellt.
- Foto: Pixabay (Symbolbild)
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Seit mittlerweile zwei Jahrzehnten verbindet das Projekt "Connecting People" Steirerinnen und Steirer in einer Patenschaft mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Seither wurden mehr als 150 Patenschaften in der Steiermark vom interkulturellen Beratungs- und Therapiezentrum ZEBRA initiiert und begleitet.
STEIERMARK. "Eine Patenschaft ist sehr wichtig, damit geflüchtete Menschen das Leben an sich in Österreich kennenlernen. Das kann man so in keinem Kurs lernen. Einfach wie hier in Österreich, oder in Europa, ein normaler Alltag aussieht. Da bringen die Patenschaften extrem viel für die Menschen selbst, aber auch für die Gesellschaft", weiß etwa Otto Simon zu berichten. Er ist Unternehmensberater in Graz und übernahm vor 14 Jahren die Patenschaft mit Mo, einem jungen Flüchtling aus Somalia. Im Rahmen der Patenschaft meisterten sie gemeinsam Großes und Kleines und haben heute noch Kontakt zueinander.
Wertvolle Erfahrungen für beide Seiten
Patenschaften bringen nicht nur etwas für einzelne Personen, sondern leisten einen beachtlichen Beitrag für das Zusammenleben aller.
"Als jungen Erwachsenen habe ich Mo beim Wohnung finden und umziehen unterstützt. Und bin heute noch sehr beeindruckt mit wie wenig Dingen ein Mensch leben kann. Es geht dabei nicht um Geld, sondern um eine Einstellung, die ich bewundere."
schildert Otto Simon seine Erfahrungen.
Den Grazer Paten hat vor allem der Aufwand rund um das Asylverfahren "beeindruckt". "Als Pate habe ich diese Unsicherheit mitbekommen: Über so lange Zeit nicht wissen, ob man da bleiben kann oder im schlimmsten Fall abgeschoben wird. Dass geflüchtete Jugendliche nicht wirklich zur Ruhe kommen können, solange ihr Aufenthaltsstatus unbestimmt ist", erinnert sich Simon an diese bange Zeit für beide Seiten zurück.
- Mitwachsen mit den jungen Angekommenen: Pate Otto Simon im Gespräch mit ZEBRA-Projektkoordinatorin Wanda Deutsch
- Foto: Kolb
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Gemeinsam mitwachsen und reinwachsen
Das Gespräch mit Otto Simon zeigt aus erster Hand wie wichtig Patenschaften mit jungen Flüchtlingen sind. Denn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kommen ohne Begleitung ihrer Eltern oder anderer Bezugspersonen nach Österreich. Hier sind sie alleine und müssen ein – oft langjähriges – Asylverfahren durchlaufen. Sie erhalten eine Grundversorgung und sind in betreuten Einrichtungen für Jugendliche, aber es fehlt ihnen an Bezugspersonen, die eine Stütze sind sowie bei Herausforderungen des Lebens helfen. Genau hier dockt das Patenschaftsprojekt an. Patinnen und Paten sind für junge Menschen da und wachsen mit ihnen mit.
Ausgangspunkt ist das Interkulturelle Beratungs- und Therapiezentrum ZEBRA. Hier erhalten die Angekommenen professionelle Begleitung, Schulungen und persönliche Unterstützung von der ersten Kontaktaufnahme an. Projektkoordinatorin Wanda Deutsch betont: „Viele Jugendliche wünschen sich Patinnen oder Paten, die einfach für sie da sind. Deshalb ist der Start einer neuen Patenschaft jederzeit möglich! Außerdem achten wir von Beginn an auf eine gute und individuelle Betreuung der Patinnen und Paten."
- Blickt stolz und dankbar auf 20 Jahre "Connecting people" zurück: ZEBRA-Geschäftsführerin Alexandra Köck
- Foto: Jorj Konstantinov
- hochgeladen von Martina Maros-Goller
Wie wertvoll dieses ehrenamtliche Engagement ist unterstreicht auch ZEBRA-Geschäftsführerin Alexandra Köck: "Besonders im Bereich Flucht und Migration braucht es eine professionelle Begleitung. Durch unsere Arbeit in diesen Bereichen, hat ZEBRA eine langjährige und breit gefächerte Expertise aufgebaut."
Patenschaften, wie jene Otto Simons, leisten einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenleben in der Steiermark. Hier helfen steirische Patinnen und Paten langfristig – und geben nicht nur Auskunft über steirische Schmankerl wie Kernöl – sondern wachsen mit den jungen Menschen mit.
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