Förderwesen
Der steirische Sport und das liebe Geld

Zumindest ein steirischer "Serien-Staatsmeister": Die Bulls aus Kapfenberg sind im Basketball das Maß aller Dinge.
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  • Foto: GEPA
  • hochgeladen von Roland Reischl

Zu den Besten in Österreich gehören: Das ist ein Anspruch, den die Landeshauptstadt Graz und die Steiermark immer wieder an sich selbst stellt. In der Wirtschaft, in der Forschung, aber auch im Sport.

Steiermark nur Mittelmaß?

Nun: Wenn die errungenen Staatsmeistertitel der Maßstab sind, dann sieht es für die grüne Mark nicht all zu gut aus. Demnach liegen wir im Jahr 2018 mit 117 Titeln im absoluten Österreich-Vergleich nur an fünfter Stelle, hinter uns nur deutlich kleinere Bundesländer wie Burgenland, Vorarlberg, Kärnten und Salzburg.  Zur Orientierung: Das durchaus vergleichbare Oberösterreich kann für das letzte Jahr 223 Staatsmeister aufweisen, auch Tirol liegt mit 150 Titeln deutlich vor den Steirern.
Folgerichtiger Schluss: Setzt man die erreichten Staatsmeistertitel in Relation zu den Einwohnerzahlen wird es richtig bitter, denn in dieser Wertung rangiert die Steiermark überhaupt an letzter Stelle der neun Bundesländer.

Welches Bundesland fördert wie viel?

Man sagt zwar, dass "Geld keine Tore schießt" und daher wohl auch keine Staatsmeistertitel gewinnt – dennoch ist in diesem Fall der Rückschluss auf die eingesetzten Fördermittel wohl zulässig. So macht das Land Tirol unglaubliche 26,7 Millionen Euro an Sportförderung locker, Niederösterreich (22,6 Millionen) und Oberösterreich (17,6 Millionen) investieren immer noch stattliche Summen, in der Steiermark sind es hingegen angeblich nur 5,9 Millionen.
Eine Summe, die Sportlandesrat Anton Lang so natürlich nicht stehen lassen kann. Die Bundesländer seien in dieser Form nicht vergleichbar, heißt es aus dem Ressort von Lang. So werden zum Beispiel in der Steiermark keinerlei Infrastrukturmaßnahmen aus dem Sportbudget abgedeckt, diese kommen aus den Bedarfszuweisungen von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (VP) und dessen Stellvertreter Michael Schickhofer (SP). Bei Veranstaltungen wie etwa Schifliegen am Kulm, Special Olympics oder anderen gebe es außerdem Co-Finanzierungen aus dem Tourismusressort.

Einiges vor im Steirer-Sport

Auch insgesamt will man die Kritik an fehlenden Titeln so nicht stehen lassen. Und verweist auf die umfangreiche Nachwuchsausbildung, zum Beispiel im Rahmen der Akademien. Bereits im Herbst soll die erste Frauen-Fußballakademie in der Steiermark präsentiert werden.
An der Basis-Förderung der 5,9 Millionen Euro wird sich aber in Zeiten von Budgetkonsolidierung wenig ändern, ein Umstand, der bei vielen Trainern und Funktionären auf wenig Verständnis stößt. Als Paradebeispiel wie es anders gehen kann, wird dabei immer wieder die Stadt Graz zitiert. Hier strebt man in Folge des ausgerufenen "Sportjahres 2021", dem Grazer Olympia-Ersatz, mittelfristig die Erhöhung auf ein 5-Millionen-Euro-Budget an.

Autor:

Roland Reischl aus Graz

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