Politische Offenlegung von Wolfgang Schüssel
- Buchautor Wolfgang Schüssel beim Signieren seines Werkes. Foto: Waldhuber
- hochgeladen von MeinBezirk Steiermark
Politische Insider-Infos, hochkarätiges Diskussionsforum und Kunstworkshop im Schloss Gabelhofen.
HEINZ WALDHUBER, WOLFGANG PFISTER
Wer, wenn nicht er. Damit hatte die íVP im Nationalratswahlkampf 2002 geworben und die schwarze Partei auf eine Person reduziert. Mit einem überraschend triumphalen Wahlerfolg für Wolfgang Schüssel schrieben die Konservativen damit ihren bisher letzten Erfolg auf Bundesebene. ?Wer, wenn nicht er? wäre besser als Zeitzeuge dieser Jahre heranzuziehen, die durch einen konfliktreichen Reformkurs geprägt waren, in denen ?manche Fehler passierten, aber auch vieles erreicht wurde?, so Schüssel heute. Diese ebenso turbulenten wie reformträchtigen Jahre, die einige Journalisten jetzt schon als ?âra Schüssel? bezeichnen, sind Thema eines Buches, welches Dr. Wolfgang Schüssel im Herbst des vergangenen Jahres der íffentlichkeit präsentierte.
Fritz Grillitsch hatte die Gelegenheit genutzt und den Ex-Kanzler zusammen mit Ex-Vize Willi Molterer zu einem ?Open minding? ins Schloss Gabelhofen eingeladen. ?Forum Land? und Hausherr Helmut M. Zoidl sorgten für die Organisation und den niveauvollen Rahmen und damit für einen hochinteressanten Abend, an dem vor großem Publikum noch einmal die bewegten Jahre jener Zeit, in der Wolfgang Schüssel Kanzler war, offengelegt wurden.
Auch nach dessen Rückzug in die hintere (politische) Reihe zeigt sich Wolfgang Schüssel smart wie eh und je. Seine eloquente Schlagfertigkeit, die auch Kronenzeitung-Wirtschaftsjournalist Gerhard Wailand als Moderator zu spüren bekam, zeichnet den österreichischen Spitzenpolitiker nach wie vor aus. ?Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, aber nicht die Schöpfung der Krone?, so die messerscharfe Finte von Schüssel bei passender Gelegenheit zum Thema Politik und Medien. Ansonsten verlief der Abend im Gegensatz zur damaligen Politik recht harmonisch. Themen, die Schüssel in seinem Reformkurs angepackt hatte, waren ebenso Gesprächsthema wie Erfolge und Niederlagen, persönliche Erlebnisse und gewonnene Erkenntnisse, die sich erst heute, nach Absitzen der adjuvanten Emotionen, als richtig herausstellen. Schüssel sagte, er habe ?nie bewusst etwas angestrebt? und Schmerz empfand er beim Abschied aus dem Kanzleramt nur wegen des Verzichts auf seine Mitarbeiter.
Neben Wolfgang Schüssel glänzte an diesem Abend auch Willi Molterer, der ohne Bart übrigens wesentlich sympathischer rüberkommt und dessen Wert als Politiker ebenso wie jener von Wolfgang Schüssel von vielen erst jetzt richtig erkannt wird. - Angesichts der aktuellen Führungssituation des Landes kein Wunder.
Auch Fritz Grillitsch schlug sich in dieser hochkarätigen Diskussionsrunde am Podium wacker. Der Bauernbundpräsident zeigt nicht nur großes Gespür dafür, wo den Bauern der Schuh drückt, sondern zeichnet sich auch als Integrationsfigur, Netzwerker und brillanter Lobbyist aus.
Der Ausklang des Abends stand ganz im Zeichen der Geselligkeit. Zuvor signierte Buchautor Wolfgang Schüssel in geduldiger und sehr persönlicher Art und Weise noch mehr als 100 Stück seines Werkes ?Offengelegt?, das an diesem Abend reißenden Absatz fand.
Unter den zahlreichen Gästen der Abendveranstaltung sah man u. a. die Abgeordneten Heinz Gach, Hans Bacher und Peter Rieser, die WK-Bundesspartenobmänner Erich Lemler und Josef Herk, Sandvik-Geschäftsführer Michael Viet, HTI-Boss Peter Glatzmaier, Schispringer-Legende Hubert ?Hupo? Neuper, den Seckauer Gymnasium-Chef Severin Schneider, den Judenburger Polizei-Bezirkskommandanten Günther Perger, Schlafforscher Manfred Walzl, Kammerobmann Matthias Kranz, den umtriebigen Gastro-Impresario Didi Köck und viele weitere bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben.
Neben politischer Dominanz beherrschte last but not least die Kultur den Abend. Denn ein Workshop international bekannter Maler und Bildhauer fand zur selben Zeit im Schloss statt. Beide Veranstaltungen wurden geschickt miteinander verbunden. Die Neuauflage des Internationalen Maler- und Bildhauersymposiums, das Gabelhofen in den letzten Jahren immer stärker als ?Kunstschloss? etabliert hat, gibt Kunstinteressierten Einblick in das kreative Schaffen sowie die Arbeitstechniken der Künstler. Unter umsichtiger Patronanz des Schlossherrn Helmut M. Zoidl, der in der Kunstszene als Mäzen besten Ruf genießt, und mit tatkräftiger Unterstützung seiner Familie, wird dem kreativen zeitgenössischen Schaffen breiter Raum eingeräumt. Zur Freude jener, die Kunst betreiben wie auch jener, die Kunst genießen. Über eine Woche lang arbeiten hier 15 Maler und Bildhauer aus verschiedenen Nationen und bieten Kunstinteressierten einen perfekten Einblick in ihr Schaffen. Übrigens: Die bei diesem Symposium entstandenen Werke werden am Freitag, 23. April 2010, gezeigt. Der Reinerlös einer Charity-Bilderversteigerung, an der alle Künstler teilnehmen, wird ?Round Table? in Leoben zugute kommen.
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.