07.07.2010, 09:03 Uhr

Bioweinbauern fordern eigene Kriterien

Qualität spielt beim Weinbau die Hauptrolle - da sind sich alle Weinbauern einig. Allerdings wird der Ruf nach eigenen Richtlinien für den Bioweinbau bei der staatlichen Prüfung immer lauter.

Jeder Wein, der sich Qualitätswein nennen darf, muss im Vorfeld zur staatlichen Prüfung eingereicht werden. Eine Prüfung, die dazu dient, die Qualität des steirischen Weines zu sichern und zu gewährleisten. Eine Prüfung, die - möchte man meinen - keine Widersprüche zulässt, wären da nicht die Bioweinbauern, die sich durch jene Auflagen benachteiligt fühlen.
"Viele Bioweinbauern passen aufgrund ihres Weinanbaus einfach nicht in das Schema und erhalten keine staatliche Prüfnummer", spricht Otto Knaus als Fachgruppenleiter der Bioernte Steiermark für alle Bioweinbauern. Dass von einer schlechteren Qualität keine Rede sein kann, möchte er dabei betont wissen.
Eigene Spielregeln gefordert
?Abgesehen davon, dass man ohne staatliche Prüfnummer bei vielen Weinverkostungen ausgeschlossen ist und bei der Vermarktung mit erheblichen Einbußen kämpfen muss. Jeder Bioweinbauer bezahlt eine Zwangsmitgliedschaft. Die Unterstützung für Bioweinbauern ist aber mehr als mangelhaft. "Sogar das Land Steiermark unterstützt hier mehr als der Landesweinverband", beklagt der Fachgruppenleiter. Er würde sich ein Aufeinanderzugehen wünschen und fordert eigene Kritierien für Bioweine bei der staatlichen Prüfung.
Ein Punkt, für den Landesweinbaudirektor Werner Luttenberger kaum Hoffnung sieht. "Jeder Wein mit staatlicher Prüfnummer muss kurz zusammengefasst sortentypisch, frei von Fehlern und dem Jahrgang entsprechend sein. Diese Regeln gelten für alle Betriebe und werden von staatlich geprüften Verkostern überprüft", sagt Luttenberger und gibt zu bedenken: "Es gibt viele Bioweinbauern, die die staatliche Prüfnummer sehr wohl erhalten!"
Was versteht man unter Bio?
Außerdem dürfe man eines nicht vergessen: "Bio heißt nicht gleich ,nicht gespritzt'! Wetterbedingt ist die Krankheit Mehltau in unserer Region weit verbreitet und erfordert Pflanzenschutz.
Das gilt auch für Bioweinbauern, die eben mit anderen Mitteln arbeiten, deren Harmlosikeit man auch anzweifeln kann."
"Unser Weg ist steinig, aber deswegen werden wir den Kopf nicht in den Sand stecken. Der Biowein ist bestimmt ein zukunftsweisender Weg", gibt sich Knaus nicht geschlagen.
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