29.06.2017, 14:11 Uhr

Paul Guschlbauer: Auf einen Flug nach Monaco

Echt hart: Rund 100 Kilometer pro Tag legt Paul Guschlbauer mit dem Gleitschirm am Rücken zurück. (Foto: Kelvin Trautman/Red Bull Content Pool)

Der Grazer Extremsportler greift ab Sonntag nach dem Sieg beim Red Bull X-Alps.

Salzburg und Monte Carlo: auf der einen Seite Kultur und eine historische Altstadt, auf der anderen Seite Glanz und Glamour an der Côte d’Azur, wo sich die Luxusyachten aneinanderreihen. Beachtliche 1.138 Kilometer liegen zwischen den beiden Städten, diese Distanz zu Fuß und mit dem Gleitschirm zu absolvieren, grenzt für viele wohl an Wahnsinn. Der Grazer Paul Guschlbauer kann den Beginn des diesjährigen Red Bull X-Alps kaum mehr erwarten.

Flug durch sieben Länder

Für Außenstehende ist der alle zwei Jahre durchgeführte Bewerb schlichtweg der Wahnsinn, für Extremsportler wie Guschlbauer mischt sich unter die gesunde Anspannung vor allem Vorfreude.
"Wenn man gut genug ist und sich gerne in der Natur bewegt, gibt es eigentlich nichts Schöneres als diese Challenge. Der Bewerb ist wie für mich gemacht", kann der 33-Jährige den Start am kommenden Sonntag kaum erwarten.
Gemeinsam mit 31 weiteren Kontrahenten wird Guschlbauer zum vierten Mal versuchen, den schnellsten Weg in das Fürstentum zu finden. Insgesamt müssen dabei sieben Checkpoints in sieben Ländern abgeklappert werden.

Penible Vorbereitung

"Grundsätzlich kann man sich frei einteilen, wann man den Paragleiter benutzt und wann man zu Fuß geht. In der Nacht darf allerdings nicht geflogen werden", umreißt der zweifache Drittplatzierte das Regelwerk. Wie bei seinen bisherigen Teilnahmen hat Guschlbauer auch diesmal nichts dem Zufall überlassen und die gesamte Strecke genau unter die Lupe genommen. "Ich will ganz gerne im Vorfeld wissen, was auf mich zukommt oder wie beispielsweise das nächste Tal nach der Landung auf einem Gipfel ausschaut."
Auf unvorhergesehene Wetterkapriolen und Veränderungen müsse man dennoch ständig gefasst sein. "Die Thermik ist jeden Tag anders, da ist es gut, wenn man ein paar Optionen im Talon hat."

Vorsicht, Suchtgefahr!

Kann ein Athlet bei all den Strapazen die rund neun bis elf Tage dauernde "Reise", bei der man immerhin an Bergen wie Matterhorn oder Triglav vorbeifliegt, genießen? "Definitiv, es ist wunderschön, auf einem Berg zu stehen, wo man sonst nie hinkommt", sagt der Wahl-Halleiner, der vor mehr als zehn Jahren den Gleitschirm für sich entdeckt hat. "Es ist wie eine Sucht." Eine Sucht, die ihn vielleicht zum ersten Sieg beim X-Alps treibt ...
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