06.12.2017, 16:00 Uhr

Planspiel gegen Cyber-Angriffe: Übung für den Ernstfall

Ein Tag im Zeichen der Cyber-Kriminalität: Gerald Kortschak, Karl-Heinz Dernoscheg, Alexander Gaisch (Foto: Foto Fischer)

In den Räumlichkeiten der WKO Steiermark wurden am 7. Dezember gemeinsam mit Unternehmern Hacker-Angriffe und das richtige Verhalten danach simuliert.

Kriminalität im Netz – Was früher mit einfachen Hacker-Angriffen begonnen hat, ist mittlerweile zu einem globalen Geschäftsmodell geworden, das Kleinst- und Großunternehmen vor massive Probleme stellt. Je mehr die Welt sich vernetzt, desto mehr Cyber-Crime passiert.
Allein die Zahl der angezeigten Fälle ist im vergangenen Jahr um 31 Prozent gestiegen, für 2017 erwartet die Kriminalpolizei eine weitere Steigerung. "Wir wissen seit den Wirtschaftsbarometer-Daten, dass sich die Konjunktur sehr positiv entwickelt hat. Einziger Wermutstropfen: Auch der Cyber-Kriminalitäts-Branche scheint es immer besser zu gehen", konstatiert Wirtschaftskammer-Steiermark-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg. Attacken seien heute nicht mehr nur gegen Großkonzerne gerichtet, "zunehmend sind auch Klein- und Mittelbetriebe davon betroffen."

Attacken können jeden treffen

Um auf diverse Ernstfälle ausreichend vorbereitet zu sein, wurde im Rahmen der "Gemeinsam.Sicher"-Initiative des Innenministeriums auch die Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer intensiviert. Deshalb hat die WKO für den heutigen Tag ein Planspiel initiiert und die steirischen IT-Security-Experten der Firma "sevian7" beauftragt, Onlineangriffe zu simulieren, die den teilnehmenden Unternehmen Krisenbewältigung in Stresssituationen abverlangt. "Wir wollen Bewusstsein dafür schaffen, dass Cyber-Attacken jeden Wirtschaftstreibenden treffen könnten", so Dernoscheg.
Begleitet wurde die heute durchgeführte Aktion unter anderem von der Polizei. "Ziel der Übungen war es, die Handlungskompetenzen der Unternehmen im Falle einer Krisensituation zu testen und dabei zu untersuchen, ob Notfallpläne funktionieren", sagt dazu Alexander Gaisch, der strellvertretende Landespolizeidirektor der Steiermark.

Planspiel simuliert Realität

Gaisch ist sich nämlich sicher, dass Cyber-Kriminalität eines der fünf heißesten Themen der nächsten Jahre werden wird. "Deshalb ist Prävention das zentrale Thema. Umso wichtiger sind Handlungsanleitungen und Anspruchsstellen für die Betroffenen. Die Unternehmer sollen wissen, dass die nächste Polizeidienststelle ein Ansprechpartner sein kann."
Für das Planspiel selbst wurden unter den Teilnehmern Teams aus aus jeweils vier Personen, die die Fachbereiche IT, Recht, Krisenmanagement und Öffentlichkeitsarbeit abdecken, zusammengestellt. "Wir wollten die Fälle möglichst realitätsnah gestalten und zeigen, wie vier wichtige Stäbe innerhalb eines Unternehmens in Ausnahmesituationen interagieren. Darüber hinaus gab es den ganzen Tag Unterstützung, unter anderem durch Blaulichtorganisationen", erzählt sevian7-Geschäftsführer und Übungsleiter Gerald Kortschak. Letztendlich sollte auch aufgezeigt werden, dass man in Kooperation mit anderen Unternehmen und Organisationen viel mehr erreicht als allein. "Jeder Teilnehmer heute ist ein Gewinner, sofern es ihm oder ihre dabei hilft, sich gegen Cyber-Angriffe in Zukunft besser zu wappnen."

Eigene "Cyber-Security-Hotline"

Bereits seit dem Frühjahr gibt es zudem Rat und Hilfe auch direkt bei der WKO Steiermark: Es wurde eine eigene "Cyber-Security-Hotline" geschaffen. "Diese Servicenummer, die unter 0800/888 133 erreichbar ist, unterstützt unsere Mitglieder in allen kritischen Fällen von Sicherheitsvorfällen in Bezug auf IKT-Infrastruktur", so Dernoscheg. Seit Juni wurden bereits mehr als 150 Anrufe gezählt.
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