Lebensqualität bis zuletzt - Ausbau der Palliativpflege

Lebensqualität bis zuletzt - Ausbau der Palliativpflege in Tirol
  • Lebensqualität bis zuletzt - Ausbau der Palliativpflege in Tirol
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  • hochgeladen von Wolfgang Beigl

Das Lebensende im Heim verzeichnet eine stark steigende Tendenz: Zum einen leben deutlich älter werdende Menschen im Pflegeheim, zum anderen werden die „krisenhaften“ Überweisungen von sterbenden Menschen ins Krankenhaus seltener.

Verstarben 1998 noch 781 Menschen in Heimen, so wurden 2014 bereits 1.205 verzeichnet. „Das ist fast ein Viertel aller Sterbefälle“, erläutert Pflegelandesrat Bernhard Tilg: „Umso mehr müssen die Tiroler Heime in ihrer Arbeit mit schwer kranken und sterbenden Menschen unterstützt werden.

Im Frühjahr 2016 startet die Einführung des Konzeptes ‚Hospizkultur und Palliative Care‘ an fünf noch zu bestimmenden Heimen. Diese Heime werden einen zweijährigen Organisationsentwicklungsprozess durchlaufen und zumindest 80 Prozent des Personals erhalten eine Ausbildung in palliativer Geriatrie. Im Frühjahr 2018 werden weitere Heime folgen, um eine kompetente Hospiz- und Palliativversorgung schrittweise für ganz Tirol aufzubauen.“

Viele BewohnerInnen von Pflegeheimen leiden an mehreren unheilbaren, chronisch fortschreitenden Erkrankungen, die mit Schmerzen und Gefühlen der Hoffnungslosigkeit verbunden sind. Bei einer akuten Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes sollen diese Menschen möglichst im Heim bleiben. Das über den Gesundheitsfonds des Landes finanzierte Projekt umfasst alle pflegerischen, medizinischen, therapeutischen und psychosozialen Maßnahmen, die Schmerzen und andere Belastungen lindern können.
Ziel ist es, die Qualität des Lebens im letzten Anschnitt vor dem Tod zu verbessern. Projektleiterin Ulrike van Appeldorn: „Dabei wird darauf Wert gelegt, dass eine fachübergreifende Zusammenarbeit der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie der Seelsorge unter Einbeziehung von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und der Angehörigen entsteht, die eine letzte würdevolle Lebensphase im Heim ermöglicht.“

Auch Projektkoordinatorin Sylvia Jöbstl von der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, die diesen Prozess in den Pflegeheimen begleitet, unterstreicht: „Man muss den vielfältigen Themen des hohen Alters und des Sterbens einen besonderen Raum geben, um sie adäquat zu beantworten.“

Eine weitere Folge der neuen Palliativkompetenz ist die erhöhte Motivation des Heimpersonals, das sich für diese besondere Pflegesituation in Zukunft speziell geschult weiß. „Durch aktive Vernetzungsarbeit wird ab dem heurigen Frühjahr ein wichtiges Thema in der Heimlandschaft gesetzt, das auch auf Sprengel, Hausärzte und Krankenhäuser in ganz Tirol positiv ausstrahlen wird“, ist LR Tilg überzeugt.

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Bezirksblätter Tirol aus Innsbruck

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