Unileben in Innsbruck
Die Hälfte der Studenten ist nicht in Innsbruck

Das Sonnendeck ist immer wieder in den Schlagzeilen. Die Polizei fährt regelmäßig Streife, während junge Leute die Sonne genießen. ÖH-Vorsitzender Katzlinger: "Das ist ein fatales Zeichen. Die meisten halten sich an die Regeln." Auch sonst ist die Stimmung an der Uni eher gedrückt.
  • Das Sonnendeck ist immer wieder in den Schlagzeilen. Die Polizei fährt regelmäßig Streife, während junge Leute die Sonne genießen. ÖH-Vorsitzender Katzlinger: "Das ist ein fatales Zeichen. Die meisten halten sich an die Regeln." Auch sonst ist die Stimmung an der Uni eher gedrückt.
  • Foto: Czingulszki
  • hochgeladen von Agnes Czingulszki (acz)

Dass in Innsbruck weniger los ist, ist unübersehbar. An der Uni gibt es weder Anwesenheitspflicht, noch die Möglichkeit zu Freizeitveranstaltungen oder Lernen in der Bibliothek. Viele Studenten bleiben daher lieber zuhause bei den Eltern – außerhalb von Innsbruck – wo sie oft mehr Platz zum Studieren haben und auch Extrakosten für ihr WG-Zimmer sparen können. Schließlich ist ihnen auch die Erwerbsmöglichkeit in den Gastronomiebetrieben – ein Gros der selbständigen Studenten hält sich mit Kellnerjobs über Wasser – abhanden gekommen.

INNSBRUCK. Sie stehen in Innsbruck oft als Sündenböcke für die Verbreitung von Corona da, dabei leiden Studenten ebenso unter der aktuellen Lage wie alle anderen. Besonders die Erstsemestrigen, die noch nie in der Uni bei einem Präsenzunterricht anwesend waren, verlieren wichtige Erfahrungen des gemeinsamen Lernens, des Netzwerkens und auch der fröhlichen Freizeitbeschäftigungen. Das STADTBLATT hat in der ÖH (Österreichische Hochschülerschaft)  – die im Mai auch vor Neuwahlen steht – nachgefragt, wie die Stimmung an der Uni ist.

Distance-Learning hat alles verändert

Etwas mehr als 27.000 Personen studierten im Jahr 2020 auf der Uni Innsbruck. Für die meisten von ihnen, hieß es nach dem ersten Lockdown, erstmal abwarten. Als sich herausstellte, dass die Normalität eine Weile nicht zurückkehren würde und die Uni längerfristig auf Distance-Learning umgestellt ist, hat man sich neu organisiert. Die Hälfte der Studenten ist aktuell nicht oder nur wenig in Innsbruck. Große WGs wurden aufgelöst und Studierende kehrten an ihren Heimatort zurück. Schließlich gibt es seit Monaten keine Präsenzpflicht und der Onlineunterricht brummt vor sich hin. Wie auch die Onlineprüfungen, die allerdings Anfang Februar zu einer internen Krise zwischen einzelnen Professoren und der ÖH führte. ÖH-Vorsitzender, Johann Katzlinger:

"Einzelne Professoren hatten große Angst, dass die Studierenden schummeln könnten und machten einen enormen Zeitdruck bei den Onlineprüfungen."

Man habe gemeinsam mit dem Rektorat und den betroffenen Professoren das Gespräch gesucht und nun sei die Situation entspannter. Für Katzlinger ist klar: "Präsenzprüfungen müssen künftig möglich sein." Er nennt auch ein funktionierendes Beispiel: In Linz gibt es eine Teststraße an der Uni, persönlich abgelegte Prüfungen sind möglich.

Stichpunkt 12. April

Mit großer Spannung blickt man auf den Vorlesungsbeginn am 12. April, denn dann sollen Öffnungsschritte schon wieder möglich sein. In der Zwischenzeit versucht die ÖH die Öffnung der Bibliotheken voranzutreiben. "Die Studenten brauchen einen ordentlichen Arbeitsplatz und Raum zum Studieren", argumentiert Katzlinger. Aktuell sind die Bibliotheken geschlossen, Studierende haben aber die Möglichkeit einen Lernplatz auf dem Flur – "Lernsaal" – der Uni zu reservieren. Per QR-Code kann man für sich dann einen Doppeltisch buchen, wo man sich in der Maske seinem Studium hingeben kann. "Das ist gut, aber nicht genug", so Katzlinger.

Wunder Punkt "Sonnendeck"

Die Stimmung, wie eine Erhebung der ÖH zeigt, ist fatal. Die aktuelle Situation geht auf die Psyche. Der Frühling bringt zwar auch wieder etwas Aufbruchsstimmung mit sich, wie Katzlinger bemerkt. Die Studierenden legen oder setzen sich in die Sonne und treffen sich. Klare Worte findet er all jenen gegenüber, die Studierende auf dem Sonnendeck verteufeln:

"Das ist einfach eine Frechheit. Wer in einem 10-qm-Zimmer lebt und keine finanziellen Mittel hat, die ihm ermöglichen, irgendwo im Garten zu liegen, braucht solche konsumfreien Räume. Die Polizei geht regelmäßig Streife auf dem Sonnendeck, was ein fatales Zeichen ist. Man macht ja nichts illegales. Die meisten halten sich an die Regeln und schwarze Schafe gibt es auch sonst überall."

Für ihn ist klar: Sobald es möglich ist, muss in die Uni wieder Leben kommen. "Wir wollen zum sozialen Schmelzpunkt werden, Vereine unterstützen, Stände auf der Uni aufbauen, damit man wieder halbwegs normal am Unileben teilhaben kann´."

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