Innsbrucker Polit-Ticker
Impulse für Kongresse und Messen

Arbeitsgespräch für die Belebung des Innsbrucker Tourismus.
  • Arbeitsgespräch für die Belebung des Innsbrucker Tourismus.
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  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. Neuer Fuß- und Radweg an der Hallerstraße fertiggestellt, Politik feilt an Impulsen für Kongresse und Messen in Innsbruck, Kritik an Bürgermeister Willi in Sachen Arbeitsmarkt und Asylwerber, Unterstützung für Innsbruck als Austragungsort für Olympische Winterspiele 2026. 

Fuß- und Radweg

Vergangene Woche wurde der Fuß- und Radweg von der Mühlauer Brücke stadtauswärts bis zur Feuerwehr saniert. "Wir haben hier während der Sanierung bewusst einen ganzen Fahrstreifen der Haller Straße als direkte Ausweichroute für Fußgängerinnen und -gänger sowie Fahrradfahrerinnen und -fahrer gewählt. Denn auch bei Bauarbeiten müssen wir dem Radverkehr eine gute Alternative anbieten“, erklärt Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl und führt weiter aus: „Wir kommen jetzt in die Umsetzungsphase des Radmasterplans und wollen hier rasch Verbesserungen der Radinfrastruktur umsetzen, denn das ist die eindeutige Rückmeldung der Innsbruckerinnen und Innsbrucker.“ Auch für größere Projekte, wie den ersten Abschnitt des Südring-Radwegs von der Olympiabrücke bis zur Tschamlerstraße, ist kürzlich der Startschuss gefallen.

Neuer Rekord

Dass das Rad ganz oben auf der Auswahlliste der Fortbewegungsmittel der Innsbruckerinnen und Innsbrucker steht, belegen folgende Zahlen: Ein neuer Rekord an der städtischen Radzählstelle beim Sillpark zeigt, dass nach dem Corona-bedingten Minus der Fahrradverkehr im ersten Halbjahr 2021 in Innsbruck im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten weiter steigt. Im heurigen Jahr hat die Zählstelle Sillpark um rund 2,5 Prozent mehr Fahrten gezählt als im ersten Halbjahr des mit 2021 am besten vergleichbaren Jahres 2019. Im ersten Halbjahr 2021 sind das an der Zählstelle Sillpark durchschnittlich knapp 2.000 Fahrten durchschnittlich pro Tag. „Das Fahrrad ist im Sommer bereits Verkehrsmittel Nummer eins – das wissen wir aus der den Radmasterplan begleitenden Umfrage“, erklärt Schwarzl. Ein Blick auf die Wintermonate Februar und März zeigt von 2019 auf 2021 aber ebenfalls eine deutliche Steigerung von 91.523 auf 99.036 gezählte Fahrten. „Unser Ziel in Innsbruck ist weiterhin die Stärkung der Fahrrad-Infrastruktur, weil das besonders auch in der kalten Jahreszeit das Fahrradfahren attraktiver macht,“ so Schwarzl.

Tragende Säule

Die Stadthotellerie in Innsbruck leidet nach wie vor an den touristischen Auswirkungen der Corona-Krise. Neben dem Ausbleiben der Tagesgäste – fast gänzlich aus Übersee und Asien, teilweise auch aus Europa – spüren Innsbrucks Hoteliers und Gastronomen auch den darnieder liegenden Kongresstourismus. „Die Nächtigungszahlen im Mai / Juni 2021 sind im Vergleich zum vergangenen Jahr zwar gestiegen und auch für Juli zeigen die Buchungen nach oben, aber trotzdem ist Innsbruck noch weit von den Zahlen aus der Vor-Corona Zeit entfernt“, erklärt der für Tourismus zuständige Vizebürgermeister Johannes Anzengruber. Neben der leicht steigenden Anzahl an Übernachtungen ist der Umstand, dass derzeit rund 1.000 Betten aufgrund noch immer geschlossener Hotels nicht zur Verfügung stehen durchaus Grund zur Sorge. Für Anzengruber ist klar, dass der Tourismus eine der wichtigsten Säulen für Innsbrucks Wirtschaft darstellt. Neben der direkten Wertschöpfung und gesicherten Arbeitsplätzen in Hotellerie und Gastronomie, sind Gäste aus dem In- und Ausland wichtige Umsatzbringer für den Handel und alle Freizeit- und Kultureinrichtungen. Als absehbar war, dass es bis Mai wieder zu Öffnungen kommen könnte, hat der Tourismusstadtrat aus diesem Grund bereits im Frühjahr einen runden Tisch mit allen starken Partnern des Innsbrucker Tourismus durchgeführt. Ziel war und ist es, durch ein entsprechend vielfältiges Angebot wieder vermehrt Menschen nach Innsbruck zu lotsen, um zumindest den Tagestourismus entsprechend anzukurbeln.

Runder Tisch

Nun geht es darum, dass Firmenveranstaltungen, Messen und Kongresse wieder in Innsbruck stattfinden können, denn davon hängt auch eine enorme wirtschaftliche Wertschöpfung ab, wie eine WIFO-Studie aus dem Jahr 2019 zeigt: „Die Ausgaben pro Kongressteilnehmer liegen in Innsbruck mit rund 530 Euro pro Tag um das drei- bis Vierfache höher als bei einem Tourismusgast“, weiß Anzengruber. Neben den 360 Mio. Euro Bruttowertschöpfung pro Jahr und der Sicherung von etwa 5.800 Arbeitsplätzen bringt der Kongress- und Veranstaltungstourismus für die Stadt Innsbruck rund 4 Millionen Euro an direkten oder indirekten Steuereinnahmen. Anfang August findet auf Einladung von Landesrat Anton Mattle ein runder Tisch im Landhaus statt, um gemeinsame Impulse für Messen, Kongresse, Firmen-, Kultur- und Sportevents zu setzen. Denn neben der hohen Wertschöpfung ist die Weiterempfehlung immens wichtig: Innsbruck wird von Kongressteilnehmern während ihres Aufenthaltes als lebendige und attraktive Stadt mit zahlreichen Freizeitmöglichkeiten hinsichtlich Sport, Kultur und Gastronomie wahrgenommen. Private Wiederbesuche und eine entsprechende Empfehlung an Freunde und Bekannte ist die wünschenswerte Folge eines erinnerungswürdigen Aufenthaltes.

Arbeitsmarktöffnung

Der jüngsten Forderung des grünen Innsbrucker Bürgermeisters, Georg Willi, dasseine komplette Öffnung des Arbeitsmarktes für Asylwerber nach drei bis sechs
Monaten erfolgen soll, erteilen der Innsbrucker FPÖ-Vizebürgermeister, MarkusLassenberger, und FPÖ-Stadtrat, Rudi Federspiel, eine klare Absage: „Willi sorgtbereits in der Stadt für genug Chaos, daher soll er sich besser erst einmal darum
kümmern“, erklärt Lassenberger in einer Aussendung, der drauf verweist, dass der
grüne Bürgermeister genug Baustellen habe. „Er hat jetzt andere Dinge vorzubereiten,
wie ein Doppelbudget für Jahre 2022/23, dies bedeutet, er hat genug mit seinem Amt
zu tun“, kontert Lassenberger den grünen Einbürgerungsfantasien.
Stadtrat Federspiel erinnert Willi daran, dass er kein Nationalrat mehr sei, sondern
Bürgermeister von Innsbruck. „Solange er dieser Aufgabe nicht gerecht wird, soll er
sich nicht um Belange kümmern, für die es andere kompetentere Personen gibt“, so
Federspiel, der auf die Position der FPÖ verweist, dass „echtes Asyl, eben nur Schutz
auf Zeit ist.“

Ablenkungsmanöver

Nachdem vor wenigen Tagen erst die Gemeindeaufsichtsbehörde Bgm. Georg Willi die rote Karte gezeigt hat, weil er dem Gemeinderat die Abstimmung zum Doppelbudget unrechtmäßig verweigerte und beim extra einberufenen Gemeinderat am Freitag die Beschlussfassung zur Umgestaltung des Boznerplatzes wegen gravierender Mängel im Entscheidungsprozess platzte, forderte Willi am Sonntag im APA-Sommerinterview eine komplette Öffnung des Arbeitsmarktes für Asylwerber, hält die Innsbrucker ÖVP in einer Aussendung fest. „Es ist schon auffällig, jedes Mal wenn Georg Willi politisch ins Trudeln gerät, meldet er sich mit bundespolitischen Themen zu Wort. Mit dieser österreichweiten Meldung versucht wohl Innsbrucks Grüner Bürgermeister von seiner eigenen Pannenserie abzulenken. Willis Ablenkungsmanöver von seinen eigenen Problemen ist aber leicht durchschaubar. Es wäre wohl im Interesse der Bürgerinnen und Bürger sich mehr um die eigenen Fehler, Projekte und offenen Angelegenheiten in der Stadt Innsbruck zu kümmern“, so reagiert ÖVP-Stadtparteiobmann Christoph Appler auf Willis Vorstoß, den Arbeitsmarkt in Österreich komplett für Asylwerber zu öffnen und ergänzt: „In den letzten Monaten ist die Arbeitslosenquote stark gesunken, trotzdem sind noch immer über 7000 Arbeitnehmer in unserer Stadt arbeitslos. Jeder arbeitslose Mensch ist einer zu viel. Unser vorrangiges Ziel muss sein, die Wirtschaft in unserer Stadt weiter anzukurbeln, die Nächtigungszahlen im Städtetourismus auf Vor-Corona-Niveau zu bringen und neue Unternehmen in der Tiroler Landeshauptstadt anzusiedeln, damit mehr Menschen in Innsbruck wieder in Beschäftigung finden. Willi soll sich zuerst um die Arbeitslosen in unserer Stadt kümmern, bevor er der Bundesregierung solche Vorschläge zum Arbeitsmarkt erteilt.“

Unterstützung

Die Olympischen Winterspiele 2026 finden in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Sofern Cortina keinen eigenen Eiskanal baut, könnten die Bob-, Skeleton- und Rodelbewerbe in Innsbruck ausgetragen werden. Das gab heute Sportlandesrat Josef Geisler bekannt. „Dieser Olympische Wettbewerb wäre eine tolle Sache für den einheimischen Bob-, Rodel- und Skeletonsport. Innsbruck wäre auch wieder als Wintersportstadt im Focus der Weltpresse und somit wäre dieser Sportevent auch ein wichtiger Impuls für den Tourismus im Ballungsraum Innsbruck. Wir unterstützen voll die Bewerbung des Landes Tirol, die Olympischen Winterspiele 2026 in Innsbrucks Eiskanal zu holen“, so der Innsbrucker ÖVP-Sportsprecher GR Andreas Wanker in einer ersten Reaktion. „Nicht nur aus sportpolitischer Sicht, sondern auch mit dem Blick auf die notwendigen Sanierungskosten der Igler Bobbahn wäre der Zuschlag des Internationalen Olympischen Komitees ein echter Glückstreffer“, meint GR Wanker abschließend.

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