Was der Bischof im Schilde führt

Das rechte obere Feld zeigt den Grazer Uhrturm um 10 vor 12. Die Botschaft ist klar: Es ist höchste Zeit mit dem Evangelium Ernst zu machen. Es ist kurz vor „High-Noon“...
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  • Das rechte obere Feld zeigt den Grazer Uhrturm um 10 vor 12. Die Botschaft ist klar: Es ist höchste Zeit mit dem Evangelium Ernst zu machen. Es ist kurz vor „High-Noon“...
  • Foto: Diözese Innsbruck
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Verletzlichkeit, Treue und Aufbruch - Bischofswappen als Programmansage für die kommenden Jahre ---

Hermann Glettler steht kurz vor seinem Amtsantritt als Innsbrucker Bischof. Das lange Warten, die vielen Spekulationen und verschiedenste Eingaben sorgten in den letzten zwei Jahren immer wieder für Hochspannung. Die Ernennung des Grazer Bischofsvikars für Caritas und Neu-Evangelisierung kam völlig überraschend und erzeugte wiederum ein sehr angespanntes Interesse. Die herzliche Unkompliziertheit des steirischen Kandidaten am Tag seiner Vorstellung und der Eifer im versprochenen „Tirol-Lernen“ ließen den Funken überspringen und verwandelten die Spannung in eine große Welle der Neugier und Sympathie.

EUNTES CURATE ET PRAEDICATE – Geht, heilt und verkündet (Mt.10,7f)

Hermann Glettler kommt mit dem Anspruch, die Fäden seiner Vorgänger aufzunehmen und die gute Tradition der jungen Diözese Innsbruck verantwortungsbewusst weiter zu tragen. 2014 feierten die Tiroler das 50-Jahr-Jubiläum des Alpenbistums unter dem Motto „Aufbrechen“. Damit zusammen fiel das Gedenken an das II. Vatikanische Konzil, dessen Erneuerungsgedanken für die Kirche und angestrebte Aufbruch in den Dialog mit den Wirklichkeiten der Welt immer noch umgesetzt werden.
Beides hat der kommende Bischof bewusst in seinen Wappenspruch hinein genommen. EUNTES CURATE ET PRAEDICATE – Geht, heilt und verkündet (Mt.10,7f) ist eine Aufforderung Jesu an seine Jünger. Dieser Imperativ hat nichts an Aktualität eingebüßt: Papst Franziskus macht seit Jahren den Aufbruch vor. Indem er immer wieder zu den Menschen aller Schichten, Gruppen und Religionen geht, den Armen seine besondere Aufmerksamkeit und Hilfe schenkt und für klare verständliche Worte steht, wird „Gehen, Heilen und Verkünden“ ins Leben der Kirche übersetzt. Bischof Hermann hat als Gemeindepfarrer und Bischofsvikar ebenfalls versucht Christ-Sein genau so zu übersetzen mit einer klaren Option für die Armen.

Graz-Innsbruck und die Liebe kurz vor Zwölf

Der bischöfliche Wahlspruch in der Form des Wappenspruchs wird ergänzt durch die bildhafte Botschaft im Wappenschild. Die beiden oberen Wappenfelder bezeugen die Verantwortung und Wurzeln von Bischof Hermann: Im linken oberen Feld die alte Brücke über den Inn bezeichnet das neue Dienst- und Arbeitsfeld, die Diözese Innsbruck. Das rechte obere Feld zeigt den Grazer Uhrturm um 10 vor 12. Die Botschaft ist klar: Der ehemalige Grazer Bischofsvikar Glettler verbindet mit der dankbaren Erinnerung an seine Heimat-Diözese zeichenhaft seinen Auftrag: Es ist höchste Zeit mit dem Evangelium Ernst zu machen. Es ist kurz vor „High-Noon“, Mut zur Glaubensoffensive in der Tat ist das Thema des Bischofs. Die beiden unteren Wappenfelder erzählen von den Traditionen der Diözese Graz und des Landes Tirol. Im unteren linken Wappenfeld ist die segnende Hand des Bischofs, das älteste Wappensymbol der Grazer Diözese erkennbar.
Aus dieser alten Diözese stammt der neue Innsbrucker Oberhirte. Die segnende Hand hat ihn geprägt – er bringt sie mit, wohl nicht nur im Wappen. Das rechte untere Wappenfeld ist der Tiroler Glaubensgeschichte gewidmet. Mit der Herz-Jesu-Symbolik nimmt Bischof Hermann das Gelöbnis der Tiroler auf und verspricht diesem Geltung und Leben. „Jesus hat sich in nahezu alle menschlichen Situation hineinbegeben. Er ließ sich von Aussätzigen und Sündern berühren und einladen. Er hat Wohlhabende und Arme getroffen. Er hat zuerst eine Verbindung des Herzens aufgebaut. Das "und" also ist wichtig! Die Verkündigung des Evangeliums beginnt mit einer leidenschaftlichen Sorge für den Nächsten. Das ist mein Programm.“ meint Bischof Hermann. Dass es dabei gilt, die Verletzlichkeit, die Offenheit und Liebe Christi selber zu verinnerlichen und den Menschen erfahrbar zu machen, ist Bischof Hermann ein besonders Anliegen.

Das rechte obere Feld zeigt den Grazer Uhrturm um 10 vor 12. Die Botschaft ist klar: Es ist höchste Zeit mit dem Evangelium Ernst zu machen. Es ist kurz vor „High-Noon“...
Segnende Hand im Freskenraum des Bischofshofes in Graz - Älteste Darstellung des Bistumswappens aus der Zeit des Bischofs Leopold I. (1283-1292)

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