06.06.2017, 10:38 Uhr

Autorennen am Südring: nervig und sehr gefährlich

Autorennen am Südring sind nicht nur laut, sondern auch extrem gefährlich. Die Polizei reagiert auf vermehrte Anzeigen mit dem Einsatz von Zivilstreifen.

Lautes Reifenquietschen und heulende Motoren gehen AnrainerInnen am Südring gehörig auf die Nerven.

INNSBRUCK. Sie sind nicht nur laut und nervig, sondern auch gefährlich: junge Männer und ihre schnellen Wägen. Am Südring, in der Rossau, Höttinger Au, Kranebitter Allee, in der Haller Straße und überall dort, wo es lange, gerade Strecken gibt, messen sie ihre Kräfte bei Autorennen, drücken aufs Gas und beschleunigen. Es heulen die Motoren. Die AnrainerInnen hören hinter ihren Wänden nur das Reifenquietschen. Laut und lästig.
In Deutschland – z. B. in der zirka 300.000-Einwohner-Stadt Mannheim – gibt's mit der Szene erheblich viele Probleme. Als Folge greift dort die Polizei – nach ihren Möglichkeiten – streng durch: Eine Sondertruppe kontrolliert die aufgemotzten Kraftfahrzeuge der "Poser". Bei illegalem Tuning werden die Autos aus dem Verkehr gezogen.


Schwierige Kontrolle

In Innsbruck zeichnet sich derzeit noch eine weit friedlichere Stimmung ab. Wie Reinhard Moser, Verkehrsreferent der Polizei, meint: "Es gibt immer wieder Meldungen aus der Bevölkerung, aber die Kontrolle ist schwierig." Oft fahren die Teilnehmer der Autorennen die Strecken ab, um sicher zu gehen: Nirgendwo steht die Polizei. Wenn eine Zivilstreife sie erwischt, bekommen sie – je nach Vorbestrafung und Einkommen – hohe Geldbußen verhängt. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 40 km/h ist dann auch der Führerschein weg. In Innsbruck gab es vor gut zwei Jahren in der Egger-Lienz-Unterführung (beim Wifi) einen Unfall: Zwei junge, alkoholisierte Burschen krachten gegen den Tunnel und wurden unbestimmten Grades verletzt. Moser kennt das Klientel: "Es ist reines Machogehabe. Die jungen Männer wollen ihre tiefergelegten Autos mit Sportauspuff testen: Wer ist schneller?" Getunt sind die Wägen zwar auch in Innsbruck, aber meistens genehmigt. Auf diese Weise kann die Innsbrucker Polizei gegen die Raser nicht durchgreifen.


Drei Raser erwischt

Im April erreichten vermehrt Anrufe und Anzeigen das Stadtpolizeikommando: Als Reaktion wurden Zivilstreifen eingesetzt und drei Raser wurden aus dem Verkehr gezogen. Aber wie kann die Polizei effizienter werden und solche illegalen Autorennen – die oft nur mit einem Blick an der roten Ampel ausgemacht werden – besser in den Griff bekommen? "Unsere Ressourcen sind endlich. Je mehr Anrufe wir aus der Bevölkerung bekommen, desto einfacher können wir die Raser lokalisieren. Hilfreich sind auch Informationen zu Fahrzeugtype oder Kennzeichen."
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Helmut Santer aus Kitzbühel | 08.06.2017 | 06:26   Melden
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