09.01.2018, 13:24 Uhr

Zahlungsdienstgesetz: Keine Kosten mehr bei Barabhebungen

Gratis Bankomatabhebungen, aber mit Haken (Foto: MEV)

Ab 13. Jänner sind Bankomatabhebungen kostenlos - zumindest wenn es mit den Kunden keine individuelle Vereinbarung gibt.

ÖSTERREICH. Am 13. Jänner gilt das neue Zahlungsdienstgesetzt. Barabhebungen beim Bankomat werden somit kostenlos. Fremde Bankomataufsteller oder Banken können allerdings weiterhin ein Entgelt verlangen, sofern es mit den Kunden einzeln vereinbart wurde. Den Beweis dafür muss der Zahlungsdienstleister erbringen.

Kundenschutz durch europäische Richtlinie

Auch die europäische Richtlinie Payment Service Directive (PSD II) wird umgesetzt. "Ziel dieser Richtlinie ist die Regulierung des Massenzahlungsverkehrs sowie des mobilen und online Bezahlens. Zusätzlich sollen Verbraucher auch besser vor Betrug, Missbrauch und strittigen Transaktionen geschützt werden", erklärt Johannes Loinger, Vorstandsvorsitzender der D.A.S. Rechtsschutz AG.

Die wichtigsten Neuerungen


  • Der Kunde haftet nur noch im Ausmaß von 50 Euro (bisher 150 Euro), etwa wenn die Zahlungskarte verloren oder gestohlen wurde und/oder missbräuchlich verwendet wurde. Keine Haftung besteht, wenn der Verlust oder Diebstahl gar nicht bemerkt wurde.
  • Haftung der Bank gegenüber dem Kunden, wenn die Transaktion fehlerhaft oder verspätet vom anderen Anbieter ausgeführt wird
  • Umfassende Informationspflichten der Dienstleister gegenüber dem Kunden.
  • Eine „starke Kundenauthentifizierung“ ist verpflichtend. Der Zahlungsdienstleister muss hier das Risiko (sicherheits-)technisch gering halten und mehrere Sicherheitsabfragen machen. Wenn er dagegen verstößt, haftet der Kunde nur noch bei betrügerischer Absicht. Das soll zum besseren Schutz des Kunden und seiner Daten vor Betrug und Missbrauch beitragen.
  • Die Kündigung des Rahmenvertrages muss für Kunden kostenlos sein. Läuft der Vertrag kürzer als 6 Monate darf die Kündigung weiterhin verrechnet werden.
  • Einrichtung einer Schlichtungsstelle. „Die Gemeinsame Schlichtungsstelle der Österreichischen Kreditwirtschaft“ ist zuständig für Streitigkeiten zwischen Kunden und Zahlungsdienstleistern.
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Poldi Lembcke aus Ottakring | 09.01.2018 | 15:02   Melden
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