WOCHE Interview
Michael Russ von The RootUps ganz privat

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Anlässlich der Unplugged Tour 2019 und des Erscheinungstermins seiner zweiten Single „Ticket“ am 15. März, gab sich der Frontman und Leadsänger der The RootUps im Interview mit der WOCHE herzlich, bodenständig und authentisch.
WOCHE: In deiner Debüt-Single „DNA“ singst du über Herzschmerz und das Verlassenwerden – inwiefern haben hier persönliche Erfahrungen eine Rolle gespielt?
Michael RUSS: Wenn ich Songs schreibe, ist meistens Bewegung da; das, was in meinem Leben gerade passiert oder die Aufarbeitung von Erfahrungen werden zum Gegenstand meiner Musik. Das war bei „DNA“ beispielsweise so. Meine Songs basieren fast ausschließlich auf persönlichen Erfahrungen.
Das führt mich zu meiner nächsten Frage: Leidest du aktuell an Liebeskummer?
RUSS: (lacht) Nein. Die Menschen glauben immer, wenn jemand ein trauriges Lied singt, muss es ihm ganz schlecht gehen. Es gibt Lieder, zu denen hatte ich vor vier Jahren die Idee und vor zwei Jahren habe ich sie niedergeschrieben. Zur Zeit bin ich glücklich (lacht).
Du bist Singer Songwriter. Fallen dir die Songs im Schlaf ein oder was braucht es dazu?
RUSS: Schön wäre es, wenn mir Songs im Schlaf einfallen würden. Oft gibt es Situationen, wo ich mitten in der Nacht aufwache und eine Idee habe, die dann schnell niedergeschrieben werden muss. Bis ein Song dann ganz fertig ist, kann es schon eine Weile dauern.
Woher nimmst du deine Inspiration?
RUSS: Das ist sehr gefühlsabhängig. Es gibt Tage, die mich nerven – das sind die eigentlich guten Tage, weil dann das Schreiben leichter von der Hand geht. Oft setze ich mich aber auch hin und schreibe konsequent Lieder. Wenn man wütend oder traurig ist, schreibt man die besten Songs.
Mittlerweile gibt es diesen Trend mit den Wohnzimmerkonzerten. Wessen Idee war das und ist das nicht zu intim für dich?
RUSS: Überhaupt nicht – es kann nie intim genug sein. Als ich angefangen habe mit der Musik, habe ich nicht vor 300 Leuten gespielt. Es ist für mich nichts Neues, vor 20 oder 30 Leuten zu spielen. Die Idee zu den Wohnzimmerkonzerten hatte ich mit meinem besten Freund und Gitarristen Pascal Sabathy. Wir wollen die Musik zu den Menschen bringen, in einem kleinen schönen Ambiente. Ich denke, das ist eine schöne Idee und ich freue mich schon riesig darauf.
Bei „The Voice of Germany” hat dich Jury-Mitglied Mark Forster gecoacht – wie war die Zusammenarbeit mit ihm und wie hast du ihn als Privatperson erlebt?
RUSS: Mark kennt man aus dem Fernsehen als sehr lustigen Typen. Privat ist er auch so – (lacht) er macht sehr viele Scherze und ist für jeden Spaß zu haben. Wenn es ernst wird und konstruktive Kritik gefragt ist, steht er dir mit professionellem Rat zur Seite. Es war eine sehr lehrreiche und gute Zusammenarbeit.
Ist Lampenfieber für dich ein Thema? Vor allem bei den Live-Auftritten im Fernsehen?
RUSS: Lampenfieber nicht direkt. Aber eine gewisse positive Nervosität ist immer vorhanden, die dir im besten Fall Flügel verleiht. Zugegeben bei meinem ersten TV – Auftritt hatte ich die Hosen voll (lacht).
Welcher Künstler beeinflusst deine Musik ganz besonders?
RUSS: James Arthur fasziniert mich seit X-Factor am meisten. Die Art wie er singt, mit so viel Emotion, inspiriert mich immer wieder aufs Neue.
Du warst vor kurzem in der Ukraine um dort das Musikvideo zu deiner neuen Single „Ticket“ zu drehen. Wie hast du Land und Leute dort erlebt?
RUSS: Die Ukraine war überraschend schön und faszinierend. Die Leute dort sind sehr freundlich und zuvorkommend. Es waren anstrengende Drehtage, teilweise bis in die frühen Morgenstunden; umso schöner ist es dann, wenn man das Ergebnis mit seinen Fans teilen kann.
Seit rund einem Jahr bist du auf Solopfaden unterwegs. Lösen sich The RootUps auf?
RUSS: Nein. Ohne Musiker wäre mein Erfolg natürlich nicht möglich. Ich bin dankbar, dass meine Bandkollegen mein Solo-Projekt so tatkräftig unterstützen – The RootUps wird es natürlich weiterhin geben.
Worum geht es in "Ticket"?
Der Abschluss eines alten Kapitels und der Aufbruch ins neue Unbekannte. Mehr will ich dazu noch nicht verraten (lacht).
Wann/wo wird es "Ticket" zu kaufen geben?
RUSS: „Ticket“ wird auf allen Onlinestores erhältlich sein: Spotify, Itunes, amazon music, deezer und google play.
Was sind deine persönlichen Ziele?
Ich freue mich, endlich meine eigenen Songs mit meinen Fans teilen zu können und diese auch live auf der Tour präsentieren zu dürfen. Ziel ist es, immer mehr Menschen mit meiner Musik zu erreichen und zu berühren.
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