04.10.2017, 07:18 Uhr

Eine große Ernte für unsere Weinbauern

Die Weinlese 2017 bringt, was die Weinbauern brauchen.

In den letzten Tagen und Wochen drehte sich im südsteirischen Weinland alles um die Weinlese.

Als wir Weinbauberater Ing. Martin Palz in der Leibnitzer Bezirksbauernkammer besuchen, läutet auch schon das Telefon und es werden 800 Kilogramm Welschriesling-Trauben angeboten. Dann kommt das Gespräch auf die Frage nach Zweigelt-Trauben.

Start war Anfang September

"Ab 4. September hat heuer die Lese von Trauben für Traubensaft und Sturm begonnen", weiß Palz. So richtig losgegangen ist es dann ab dem 10. September. Der Großteil der Klassikweine sollte schon seit Ende September im Keller sein. "Aber bei entsprechendem Mut der Betriebe kann man mit der Ernte von Trauben für reifere Weine wohl bis Mitte Oktober zuwarten. Es ist genug Ansatz da, und der Jahrgang gibt es her", meint der Experte.

Freude mit Burgundersorten

Fäulnisgefahr ob des Regens gebe es, so Palz, in Weingärten mit humusreichen, schweren Böden. "Aber bei kalten Nächten, sonnigen Tagen und Wind muss nicht zwangsläufig Botrytis kommen", gibt Palz mutigen Weinbauern Hoffnung. Bei Regen seien vor allem dünnschalige Trauben der Sorte Welschriesling und Sämling vom Aufplatzen betroffen.
Freude bereiten den Weinbauern heuer vor allem die Burgundersorten. "Vor allem mit Muskateller und Sauvignon blanc dürfen unsere Weinbauern heuer viel Freude haben", betont Palz.

Dankbar für jedes Kilo

"Nach dem heuer frostigen Frühjahr und dem Spätfrost des Vorjahres sind unsere Weinbauern heuer über jedes Kilo dankbar. Wir dürfen diesmal nach 2011 die zweitgrößte Ernte der letzten Jahre erwarten. Das ist eine Entschädigung für die vielen Ernteausfälle der letzten Jahre. Waren es früher rund 5.000 Liter pro Hektar Ertrag, liegen die Prognosen heuer bei einem Ertrag von rund 5.800 Liter pro Hektar", weiß der Berater. Dass für heuer – abzüglich von Ausfällen durch Hagel, Frost oder Botrytis vor allem im Raum Leutschach – dank passender Rahmenbedingungen gute 250.000 Hektoliter an Ernte herauskommen sollten, sei auch auf die gestiegene Weingartenfläche zurückzuführen. "Seit der großen Ernte 2011 sind nun 300 Hektar mehr im Ertrag. Wir haben in der Steiermark insgesamt 4.850 Hektar Weinanbaufläche", relativiert Palz.

Neues System für Steirer?

"Weine unterschiedlicher Reife gehören zu unterschiedlichen Terminen präsentiert. Daher wird auch bei uns über ein dreistufiges System diskutiert", verrät Palz. Man trinke eben im Frühjahr oder Sommer ganz andere Weine als später im Herbst oder Winter. Heuer wird es übrigens den Junker 2017 bereits ab 25. Oktober geben, und nicht wie früher erst am Mittwoch vor Martini. Das ist der heuer früheren Reife der Trauben und andererseits den durch das ertragsschwache Vorjahr leeren Kellern geschuldet.
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