Volkszählung 2021
Eisenerz verzeichnet Österreichs stärkste Abwanderung
Die Stadt am Fuße des Erzbergs hat mit starker Abwanderung zu kämpfen, das zeigte auch die jüngste Volkszählung: Zwischen 2011 und 2021 verlor die Stadt Eisenerz beinahe ein Viertel ihrer Bevölkerung – das bedeutet Österreichs größten Bevölkerungsverlust bei Gemeinden über 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.
BEZIRK LEOBEN. Die jüngste Volkszählung für das Jahr 2021 zeigt nun schwarz auf weiß, dass der Bezirk Leoben innerhalb von zehn Jahren nicht nur stark alterte, sondern auch schrumpfte – einige Gemeinden in unsere Region verzeichnen eine äußerst starke Abwanderung. Während die österreichische Bevölkerung insgesamt seit der letzten Volkszählung im Jahr 2011 um beachtliche 6,7 Prozent, also um über 567.000 Personen, anstieg, zeigt der Bezirk Leoben mit Minus 4,8 Prozent nach dem Bezirk Murau den zweitstärksten Bevölkerungsverlust Österreichs.
- Eisenerz verbucht nicht nur die größte Abwanderung, sondern auch die älteste Bevölkerung in Österreich.
- Foto: RegionalMedien Steiermark
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Eisenerzer werden immer weniger
Betrachtet man die Gemeinden mit mindestens 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner, so gibt es in Eisenerz mit 24,9 Prozent zwischen 2011 und 2021 den größten Bevölkerungsrückgang in ganz Österreich. Lebten 2011 noch 4.826 Menschen in der Stadt am Fuße des Erzberges, sank die Einwohnerzahl über zehn Jahre auf nur mehr 3.625. Mit diesem starken Bevölkerungsrückgang schrumpft die Gemeinde Eisenerz so stark wie keine andere in Österreich. Diese Tatsache zeigt allerdings nicht, dass der Ort am Fuße des Erzbergs nicht lebenswert ist und keine Vorteile mit sich bringt. Wir haben mit Eisenerzerinnen und Eisenerzern gesprochen und nachgefragt, was sie an ihrer Gemeinde schätzen – und dabei wurde vor allem die Natur und die Ruhe genannt.
Auch in Vordernberg zeichnet sich ein ähnliches Bild: Die Gemeinde liegt mit einem Minus von 15,8 Prozent, von 1.063 auf 895 Einwohnerinnen und Einwohner, auf dem dritten Platz der größten Abwanderung Österreichs. Auch Radmer an der Stube bleibt vom Bevölkerungsverlust nicht verschont: In der Volkszählung 2021 wird ein Rückgang von 24,1 Prozent verzeichnet.
- Ebenfalls starke Abwanderung: In Radmer zeichnet sich ein ähnliches Bild.
- Foto: RegionalMedien Steiermark
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Das Alter steigt
Neben der Abwanderung hat unser Bezirk, aber auch ganz Österreich, mit der Alterung der Bevölkerung zu kämpfen. Das Durchschnittsalter der Österreicherinnen und Österreicher liegt 2021 bei 43,2 Jahren. Die Altersstruktur sei dabei einerseits vom Grad der Verstädterung, andererseits aber auch vom Ausmaß der Zu- beziehungsweise Abwanderung abhängig. Also liegt auch dort, wo es in den vergangenen Jahren Bevölkerungsverluste gegeben hat, der Anteil der Personen über 64 Jahren deutlich über dem Österreichdurchschnitt von 19 Prozent: So liegt im Bezirk Leoben der Anteil bei mindestens 25 Prozent.
- Am Fuße des Erzberges lebt die älteste Bevölkerung Österreichs.
- Foto: RegionalMedien Steiermark
- hochgeladen von Sarah Konrad
Eisenerzer sind durchschnittlich 55,7 Jahre alt
Da in unserem Bezirk die Abwanderung von Personen im Erwerbsalter schon länger anhält, sind auch die Geburtenzahlen gesunken. Während Kinder und junge Erwachsene fehlen, steigt der Altenanteil. Auch im Falle der Bevölkerungsalterung sticht Eisenerz im Österreichvergleich hervor: Mit einem Altersdurchschnitt von 55,7 Jahren sowie einem Anteil von 39,6 Prozent bei den über 64-Jährigen hat die Stadtgemeinde die älteste Bevölkerung aller Gemeinden Österreichs. Aber auch Vordernberg mit 53,6 Jahre und Radmer mit 53,4 Jahre weisen ein sehr hohes Durchschnittsalter auf.
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