Krematorium in Niklasdorf wird zum Fall für den ORF-Bürgeranwalt

Leoben, Oesterreich,04.11.2017,Chronik. Bild zeigt ein Feature von der Demo gegen ein Krematorium in Niklasdorf.
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NIKLASDORF, LEOBEN. Der ORF-BürgerAnwalt" bietet Menschen, die sich von der Obrigkeit oder "übermächtigen" Gegnern ungerecht behandelt fühlen, eine Plattform, ihr Problem öffentlich darzustellen und wenn möglich, einer einvernehmlichen Lösung zuzuführen. Das Team um Peter Resetarits interessiert sich jetzt für das Anliegen der "Bürgerinitiative Niklasdorf", die sich – wie berichtet – gegen ein geplantes Krematorium in ihrer Gemeinde ausspricht. Ein ORF-Team ist für nächste Woche zu Dreharbeiten in Niklasdorf angesagt, gesendet wird voraussichtlich am Samstag, 16. Dezember, um 17.30 Uhr in ORF2.

Unverständnis

"Wir können nach wie vor nicht verstehen, dass die sechs am Projekt beteiligten Stadtwerke (Anm. Mürzzuschlag, Bruck/Mur, Kapfenberg, Leoben, Trofaiach und Judenburg) nicht auf ihrem Gemeindegebiet, das flächenmässig viel größer ist, einen geeigneten Standort finden können. Warum in Niklasdorf, das in die Betreibergesellschaft in keiner Form eingebunden ist und wohl kaum einen kommunalsteuerlichen Nutzen aus einem Krematorium ziehen wird", sagt Ulrike Streitmayer, eine Sprecherin der Bürgerinitiative. Noch dazu sei Niklasdorf durch die Müllverbrennungsanlage der ENAGES ohnehin schon stark belastet, tönt es von den Projektgegnern.

Wirtschaftlichkeit

Die Proponenten der Bürgerinitiative bezweifeln auch die Wirtschaftlichkeit des geplanten Krematoriums: "Ende 2018 werden in der Steiermark vier Krematorien mit sechs Verbrennungsöfen in Betrieb sein. Durchschnittlich gibt es in der Steiermark 25 Sterbefälle täglich. Von diesen wird derzeit nur jeder fünfte Verstorbene verbrannt. Wenngleich sich die Tendenz zur Feuerbestattung in Zukunft verdoppelt, wären das lediglich 18 Einäscherungen steirischer Toter – bei vier Krematorien in unserem Bundesland. Zum Vergleich: Im Krematorium in St. Marienkirchen in Oberösterreich werden 14 Verstorbene pro Tag eingeäschert!" Ulrike Streitmayer: "Es besteht daher für ein zusätzliches Krematorium in der Steiermark überhaupt kein Bedarf. Wir fühlen uns gepflanzt!"

Florianiprinzip

Gepflanzt fühlt sich auch der Niklasdorfer Bürgermeister nach einem Gespräch bei seinem Leobener Amtskollegen Kurt Wallner: "In Leoben ist man nicht bereit, über einen anderen Standort als Niklasdorf nachzudenken. Es hat den Anschein, dass man in Leoben nach den Erlebnissen mit der Biogasanlage massive Proteste gegen ein Krematorium befürchtet."
Die Bürgerinitiative Niklasdorf sammelt weiter eifrig Unterschriften gegen das Krematorium-Projekt, an die 2.000 Gegner haben bislang unterschrieben. Unterschriftslisten liegen im Niklasdorfer Gemeindeamt, in der Tabaktrafik Ranz, in der Apotheke sowie in den meisten Niklasdorfer Arztpraxen wie auch in Leobener Ordinationen auf.

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