Grüblsee trockengelegt
Warum das "Alpenaquarium" heuer leer ist
- Der Grüblsee, ein Speichersee für die Beschneiung des Skigebietes Präbichl, ist auch die höchstgelegene Tauchbasis Europas mit beeindruckender Unterwasserwelt. Heuer liegt das Becken aufgrund von Evaluierungsmaßnahmen trocken.
- Foto: Alpenaquarium Grüblsee
- hochgeladen von Astrid Höbenreich-Mitteregger
Der Grüblsee am Präbichl ist seit Monaten trockengelegt. Warum das so ist, erklärt Johann Roth, Geschäftsführer der Präbichl Bergbahnen. Die dortige Gastronomie und Tauchschule "Alpenaquarium" haben dennoch geöffnet, wenngleich in Ausweichgewässern getaucht wird.
VORDERNBERG. Ungewohnt präsentiert sich heuer der Grüblsee am Präbichl: Wo sonst Taucherinnen und Taucher ins glitzernde Wasser steigen, um die besondere Unterwasserwelt zu erkunden, gibt es seit April nur noch ein trockengelegtes Becken. Der ungewöhnliche Anblick - auch auf der Live-Webcam - wirft bei vielen Gästen, aber auch Einheimischen Fragen auf.
Johann Roth, Geschäftsführer der Präbichl Bergbahnen, erklärt die Hintergründe. „Der Grüblsee ist grundsätzlich kein Freizeitteich, sondern wesentlichster Teil der Beschneiungsanlage des Skigebietes Präbichl. Dieses Jahr steht laut Bescheid des Landes Steiermark die Erneuerung der wasserrechtlichen Genehmigung an. Deshalb mussten die 80.000 Kubikmeter Wasser des Grüblsees vollständig abgelassen werden“, so Roth.
- Die 80.000 Kubikmeter Wasser des Grüblsees mussten im April abgelassen werden, um das Becken zu prüfen. Tauchausbildungen finden momentan in Ausweichgewässern in Wald am Schoberpass oder in Graz statt.
- Foto: Alpenaquarium Grüblsee
- hochgeladen von Astrid Höbenreich-Mitteregger
Gereinigt, technisch überprüft und vermessen
Die im See lebenden Fische seien von den Betreibern des „Alpenaquariums“ abgefischt und übersiedelt worden. Das trockengelegte Becken wird nun gereinigt, technisch überprüft und neu vermessen. „Das dauert seine Zeit“, gibt der Geschäftsführer zu bedenken. Erst auf Basis dieser Untersuchungen könne das Land Steiermark den Verlängerungsbescheid ausstellen. Seien keine allzu aufwendigen Reparaturen notwendig, könne das Becken voraussichtlich im August wieder befüllt werden.
- Sabine und Robert Marschnig betreiben seit 23 Jahren die Tauchschule "Alpenaquarium" im Grüblsee am Präbichl. Parallel dazu führen sie auch die Gaststätte "Hütte am See", wo sie ihre Gäste kulinarisch verwöhnen.
- Foto: Alpenaquarium Grüblsee
- hochgeladen von Astrid Höbenreich-Mitteregger
Eintauchen in Gastronomie möglich
Für die Betreiber des „Alpenaquariums“, der seit 23 Jahren am Grüblsee gelegenen Tauchschule und dazugehörigen Jausenstation, kam diese Betriebsstättenevaluierung unerwartet. Um den Ausfall der Saison ein wenig zu mildern, würden sie sich über viele Gäste freuen. „Unsere Gaststätte ‚Hütte am See‘ ist trotz allem geöffnet, wir bieten gute Menüs, das Bergpanorama ist schön, die Luft etwas kühler, und man kann bis zu unserer Hütte mit dem Auto fahren“, laden Sabine und Robert Marschnig ein.
- Wenn man in dieser Saison schon nicht im Grüblsee abtauchen kann, so ist es doch ein Genuss, in die Kulinarik von Sabine und Robert Marschnig einzutauchen.
- Foto: Alpenaquarium Grüblsee
- hochgeladen von Astrid Höbenreich-Mitteregger
Das Highlight "Erzberg Underwater Adventure"
Auch für das Fortführen der Tauchschule wurde eine vorübergehende Ersatzlösung gefunden, indem man für die Ausbildung in Gewässer in Wald am Schoberpass und Graz ausweicht. Zudem bietet das „Alpenaquarium“ heuer in Kooperation mit der VA Erzberg eine Besonderheit an: das „Erzberg Underwater Adventure“ in der Lagune am Erzberg. Maximal 150 erfahrene Taucherinnen und Taucher (Voraussetzung 100 Tauchgänge, Trockentauchanzug, eigene Ausrüstung) können in dieser Saison daran teilnehmen. Vor allem für Unterwasserfotografen sei diese Möglichkeit das Highlight schlechthin.
- Da im Grüblsee Tauchen diesen Sommer unmöglich ist, bietet das "Alpenaquarium" ein ganz besonderes Highlight an: In der Lagune am Erzberg können 150 erfahrene Taucher unvergessliche Momente erleben und auch fotografisch festhalten.
- Foto: Alpenaquarium Grüblsee
- hochgeladen von Astrid Höbenreich-Mitteregger
Grübl-Lift erhält neue Steuerung
Dass der Grüblsee heuer nicht die einzige Baustelle der Präbichl Bergbahnen bleibt, erläutert abschließend Geschäftsführer Johann Roth. So erhält der Grübl-Lift im Herbst eine neue Steuerung im Wert von rund einer Million Euro, um den aktuellen technischen Standards zu entsprechen. Die bisherige Steuerung wird künftig als Ersatzteilreserve für die Polsterbahn dienen. „Damit haben wir im Notfall sofort Ersatz verfügbar“, erklärt Roth.
Die Arbeiten würden den laufenden Betrieb und die Besucher in keiner Weise beeinträchtigen. Seien die Maßnahmen planmäßig und zur Zufriedenheit abgeschlossen, brauche man nur noch auf eine erfolgreiche Wintersaison zu hoffen, so der Geschäftsführer.
Das könnte dich auch interessieren:
MeinBezirk auf
MeinBezirk als
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.