Nachgefragt
Mürztaler Schulen wappnen sich für etwaige Schließung

Sowohl in den Volksschulen als auch in den höheren Schulen des Mürztal sind im Durchschnitt über zwei Drittel der Schüler trotz Lockdowns anwesend.
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  • Sowohl in den Volksschulen als auch in den höheren Schulen des Mürztal sind im Durchschnitt über zwei Drittel der Schüler trotz Lockdowns anwesend.
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Mit dem vierten Lockdown wurden die Bildungseinrichtungen wieder vor unvollendete Tatsachen gestellt. "Die Mittelung vom Ministerium, dass die Schulen offen haben, aber niemand kommen soll, war nicht gerade hilfreich", bring es HLW Krieglach-Schulleiterin Irene Maier auf den Punkt. Wir haben bei diversen Mürztaler Schulen nachgefragt, wie sich die Situation derzeit gestaltet. 

Gisela Haidenhofer, Schulleiterin der MS Kindberg, zeigt sich mit der Auslastung zufrieden. Dort sind trotz Lockdown 203 von insgesamt 215 Kindern im Unterricht erschienen. "Die Eltern begrüßen, dass die Schulen geöffnet sind. Sie wollen, dass ihre Kinder soziale Kontakte pflegen und nicht in Gefahr laufen in Rückstand zu geraten", erzählt Haidenhofer.

Auch die regelmäßigen Testungen laufen gut. "Wir hatten erst drei positive Testungen und konnten diese Kinder rechtzeitig absondern. Ich bin positiv, dass wir es schaffen die Schulen durch die Testungen offen zu halten", so die Kindberger Schulleiterin. Im Notfall ist man allerdings auch für ein mögliches Distance Learning gewappnet. "Wir sind gerade dabei die digitalen Geräte vom Bund auszuteilen. Sollte es zum Homeschooling kommen, sind wir bereit auf Video-Unterricht umzustellen."

Sollen die Schulen offen bleiben?

"Wir regeln die Dinge selbst"

Technisch dazu bereit ist man ist auch an der HAK Mürzzuschlag. "Die Schüler, die jetzt schon zu Hause bleiben, werden online zugeschaltet. Unser Vorteil im Vergleich zu anderen ist, dass wir durch unseren Kommunikationsschwerpunkt dahingehend gut aufgestellt sind", so Schulleiter Erich Leitenbauer. Auch er ist mit der derzeitigen Auslastung zufrieden. "Generell ist die Stimmung gut, die meisten Schüler sind anwesend. Wir haben auch keine dramatisch hohen Fallzahlen und versuchen den Herausforderungen eben mit allen Möglichkeiten ganz im Sinne unserer Schüler zu begegnen", so Leitenbauer.

Dass die Kommunikation der Bundesregierung mit den Schulen nicht wie erwünscht funktioniert, ist man schon gewohnt. "Wir haben uns darauf eingestellt, die Dinge im Rahmen der Gesetzte selbst zu regeln", sagt der Mürzzuschlager Schulleiter. Dennoch würde er sich eine klare Anweisung wünschen: "Wir warten täglich auf eine Meldung. Distance Learning wäre für die Schüler zwar vom Sozialen her wieder nicht günstig, aber kurzfristig umsetzbar."

In sämtlichen befragten Bildungseinrichtungen ist man für eine weitere Phase des Distance Learnings gerüstet.
  • In sämtlichen befragten Bildungseinrichtungen ist man für eine weitere Phase des Distance Learnings gerüstet.
  • Foto: HAK Mürzzuschlag
  • hochgeladen von Bernhard Hofbauer

Wischiwaschi-Regelung

Gar nicht zufrieden mit dem Vorgehen vom Ministerium zeigt sich Irene Maier, Schulleiterin der HLW Krieglach. "Man wartet mit den Entscheidungen immer bis zur letzten Millisekunde, um danach Halbinformationen weiterzugeben" bringt sie auf den Punkt, was viele denken. "Da es keine klaren Regelungen gibt, herrscht derzeit ein Kommen und Gehen. Fassmann meinte, dass es gerade für bildungsferne Schichten wichtig ist, dass die Schulen offen haben, doch meist sind diese es, die als erstes zuhause bleiben", so Maier.

Nichtsdestotrotz sind auch in ihrer Schule knapp zwei Drittel der Schüler anwesend. Positiv getestet wurde in dieser Woche niemand. "Zu dem administrativen Aufwand, ist es für die Lehrkräfte schwierig von Stunde zu Stunde den Überblick zu bewahren, wer jetzt im Distance Learning ist. Natürlich kriegen alle den Stoff und die Arbeitsmaterialien, es ist aber nicht immer möglich alle online zuzuschalten", sagt Maier, die aufgrund der derzeitigen Fallzahlen fest mit einer baldigen Umstellung auf Distance Learning rechnet. 

Feuertaufe für junge Schulleiterin

Munkeln hat dies auch schon die neue Schulleiterin der Volksschulen in St. Barbara gehört. Barbara Kurz hat in diesem Schuljahr die Agenden von Sigrid Rogetzer übernommen und wurde sogleich ins kalte Wasser geschmissen. "Ich glaube, ich habe in meinen ersten Wochen als Schulleiterin, schon alles erlebt, was man erleben kann. Schlimmer kann es nicht werden", legt Kurz etwas Galgenhumor an den Tag. "Die Kommunikation vom Ministerium hat nur Verwirrung gestiftet. Mein Telefon ist auf Hochtouren gelaufen, weil keiner weiß, wie es ist", erzählt Kurz, die schon früh in ihrer Amtszeit lernen musste, dass die Kommunikation ein großes Problem darstellt. "Ich verstehe nicht, warum die Medien teilweise vor uns Bescheid wissen. Das macht die Sache nicht besser und sorgt dafür, dass Eltern uns gegenüber verstimmt sind."

In den Volksschulen Wartberg und Mitterdorf sind derzeit fast alle Schüler anwesend. Lediglich in Veitsch wird eine Klasse aufgrund von positiven Coronafällen aktuell zuhause unterrichtet. Im Falle eines flächendeckenden Distance Learnings wird man in den Volksschulen St. Barbara wieder auf Materialpakete umstellen. "Wir haben mittlerweile etwas Erfahrung und wissen, was gut funktioniert", so Kurz.

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meinbezirk.at/muerztal

Sowohl in den Volksschulen als auch in den höheren Schulen des Mürztal sind im Durchschnitt über zwei Drittel der Schüler trotz Lockdowns anwesend.
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